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Die Nachtigall von Kristin Hannah oder Was ist dran am Mega-Bestseller aus den USA?

Ich möchte mich nicht so sehr von großen Trends und Hypes beeinflussen lassen. Jeden Tag setze ich große Bemühungen daran, nicht einfach das unkritisch super gut zu finden, was alle anderen gerade super gut finden. Eine eigene Meinung haben, auch mal unkonventionell sein und in jedem Fall furchtbar individuell sein. Aber ich lebe nicht im luftleeren Raum – als Bloggerin schon gar nicht, wenn so ziemlich täglich die neusten Meldungen des Literaturbetriebes auf Twitter, Facebook, Instagram und Printmedien auf mich einprasseln wie die Kugeln einer MG 42, das von der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg verwendet wurde.

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Die Trotzigen von Boris Schumatsky (Die Welt war nicht immer so wie heute)

Ich habe nicht viel zu tun mit dem Kommunismus, selbst dem real existierenden Sozialismus bin ich knapp entgangen. Als ich im Oktober 1990 geboren wurde, war der ganze Spuk vorbei und Deutschland war offiziell wiedervereinigt. Ich kenne die DDR und ihre Umbruchszeit aus den Erzählungen meiner Eltern und ich weiß, dass definitiv niemand in der Planwirtschaft hungern musste. Auch ich habe, als ich in der zehnten Klasse und im Geschichtslehrplan die DDR an der Reihe war, meine Eltern mit bescheuerten Fragen genervt: Was war wirklich dran an der Bananensache? Was habt ihr mitbekommen von der Stasi? Wie fühlte sich das an?

Schwarz und Silber von Paolo Giordano
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Der Tod ist allgegenwärtig (Schwarz und Silber von Paolo Giordano)

Wie kann es sein, dass gerade die unscheinbaren Bücher das Herz mit der Wucht einer Kanonenkugel treffen? Mit „unscheinbar“ meine ich, dass diese Romane vom Medienzirkus relativ unbeachtet bleiben und die Cover auch meist sehr zurückhaltend gestaltet sind. Es ist, als ob die Verlage den emotional-explosiven Inhalt tarnten: Lieber Leser, es ist besser für dein Gemüt, wenn du dieses Buch einfach in der Buchhandlung stehen lässt. Lies das nicht, du machst dich nur ein bisschen unglücklicher (im Sinne von traurig). Mir ist das schon so bei „Raubfischen“ von Matthias Jügler ergangen und bei „Der Schrecken verliert sich vor Ort“ von Monika Held. Jetzt habe ich wieder ähnliche Gedanken bei Paolo Giordanos Buch „Schwarz und Silber“.

Der Mauerläufer Nell Zink
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„Der Mauerläufer“ von Nell Zink (Die Geschichte einer Emanzipation)

Manchmal frage ich mich, welchen Effekt Literatursendungen wie beispielsweise „Das literarische Quartett“ auf die Verkaufszahlen von den vorgestellten Büchern haben. „Der Mauerläufer“ von Nell Zink habe ich überhaupt erst durch die Aprilausgabe des literarischen Quartetts entdeckt. Bisher habe ich keine Folge der Sendung verpasst seit sie im Oktober 2015 neu aufgelegt wurde. Und ja es gibt einige Buchblogger-Kollegen, die „Das literarische Quartett“ nicht ausstehen können. Meine eigene Faszination dafür basiert auch auf einem Cocktail aus Neugier, Genervt-Sein und Beifall. Maxim Biller ist der Knackpunkt am Sendeformat – keiner pöbelt mehr und lenkt die Unsympathie der Zuschauer auf sich. Aber ohne ihn wäre die Sendung tatsächlich staubtrocken.

Liebesgeschichten
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Die 5 ungewöhnlichsten Liebesgeschichten

Es ist Frühsommer, die Sonne scheint, die Blumen blühen und Menschen verlieben sich. Oder sie trennen sich gerade oder sie haben Liebeskummer oder sie heiraten doch. Besonders zu dieser Zeit im Jahr gibt es viele Hochzeiten und genau das nehme ich zum Anlass, um 5 Liebesgeschichten vorzustellen, die ich sehr gern gelesen habe. Ich verspreche dir, dass es sich dabei nur um den minimal erforderlichsten Kitsch handelt, der eben für so eine Liebesgeschichte nötig ist.

Michael Nast Generation Beziehungsunfähig
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Generation Beziehungsunfähig – Die Michael Nast Show

Er ist 40 Jahre, veröffentlicht Bücher, schreibt Kolumnen und verfasst Drehbücher. Momentan befindet er sich auf groß angelegter Lesereise und füllt in jedem größeren Kaff mit mehr als 100.000 Einwohnern die Veranstaltungshallen. Sein Beziehungsstatus ist Single – und genau das passt hervorragend ins Konzept. Zu seinen Lesungen kommen vorrangig Frauen im Alter von etwa 20 bis 50 Jahren – mit vorrangig meine ich 97,42%, manchmal verirrt sich eben doch ein Mann. Und Michael Nast weiß genau das zu nutzen.

Ronja von Rönne Wir kommen
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Ronja von Rönne und die neurotische Adoleszenz

Erwachsenwerden ist nicht einfach, das hat uns schon J.D. Salinger mit „Der Fänger im Roggen“ vorgeführt. Aber eigentlich muss nicht zwangsweise die Erziehung scheitern, sich das Kind nicht geliebt fühlen, wenn es für eine Stunde mal nicht die volle Aufmerksamkeit der Eltern bekommen hat. Oder? Beim Lesen von „Wir kommen“ von Ronja von Rönne möchte ich daran zweifeln, niemand kann so gesund erwachsen werden, dass er nicht mindestens 20 Therapiestunden bräuchte.

Thees Uhlmann - Sophia, der Tod und ich
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Sophia, der Tod und ich oder Thees Uhlmann als Romancier

Können Musiker Bücher schreiben? Musiker könnte an dieser Stelle auch durch ein beliebiges anderes Wort wie Schauspieler, Politiker, Model, Nachrichtensprecher, … ausgetauscht werden. Es ist eigentlich fast schade, dass in dieser Frage immer auch etwas Häme mitschwingt. Mal sehen, wie das Buch so ist, aber wahrscheinlich wird es sowieso nichts. Eigentlich habe ich deswegen auch schon keine Lust Bücher von – ich wähle jetzt mal einen Sammelbegriff – Prominenten diverser Grade zu lesen. Jetzt die Frage: Warum hab ich es bei Thees Uhlmann doch getan?

Alina Bronsky - Baba Dunjas letzte Liebe
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Alina Bronsky und Baba Dunjas letzte Liebe

Tschernobyl. Verseuchtes Gebiet. Eigentlich würde kein Mensch, der noch seinen Verstand besitzt dort leben wollen. Die Strahlung ist in der Luft, in jedem Apfel, ja sogar in dem Gras, welches die Ziegen fressen und so sind die Ziegen auch verstrahlt. Aber niemand konnte mit Baba Dunja rechnen, sie kann ihre alte Heimat nicht aufgeben. Nach der jahrelangen Plagerei als Schwester im Krankenhaus möchte sie in ihrem Ruhestand wirklich ihre Ruhe haben. Dafür gibt es natürlich keinen besseren Ort als das Sperrgebiet. Bisschen Nervenkitzel im Ruhestand muss schon sein. Von diesem Leben handelt das Buch „Baba Dunjas letzte Liebe“ von Alina Bronksy.

Jackie Thomae Momente der Klarheit
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Momente der Klarheit mit (und von) Jackie Thomae

Manche Romane klingen im Buchladen so fabelhaft. Genau die richtige Geschichte zu meiner Geschichte oder so. Und was passiert mit der Magie, wenn man das Buch dann liest? Sie verschwindet im Sumpf der seltsamen Zeilen und Unmut macht sich breit. Unmut, der sich schwer unterdrücken lässt, weil man sich irgendwie grundsätzlich betrogen fühlt von einer Autorin. Schließlich hat sie Versprechen gebrochen und nicht eingelöst. Genau diese Gefühle habe ich bei Jackie Thomaes Buch „Momente der Klarheit“.