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Experiment unter der Glaskuppel: Die Terranauten von T.C. Boyle

Es gibt Autoren, die schaffen nahezu Unmögliches oder zumindest ein kleines Wunder. T.C. Boyle ist so ein Autor, der mit seinen Worten etwas in seinen Lesern auslöst. So hat er beispielsweise meinen Bloggerfreund den Kaffeehaussitzer aus einer mehrjährigen Lesepause herausgeholfen: „Heute kommt es mir kaum vorstellbar vor, aber es gab einmal eine Zeit, in der ich jahrelang fast kein einziges Buch gelesen habe. In der ich beinahe die Freude am Lesen verloren hätte. Es ist schon ein Weilchen her, aber ich habe nie vergessen, welchem Autor ich es verdanke, aus dieser buchlosen Zeit wieder herausgefunden zu haben. Es war T.C. Boyle mit seinen wunderbaren Werken „Wassermusik“ und „Grün ist die Hoffnung“.“

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Warum ich die Gilmore Girls 13 Jahre zu spät entdeckt habe

Die Gilmore Girls sind seit im November überall, da auf Netflix die Serie in vier Teilen fortgesetzt wurde. Auf Twitter lese ich ständig, wie jemand alle sieben bisher erschienen Serien nochmals im Marathon-Modus schaut, also einen Rewatch veranstaltet. Ich sehe Gifs von Serienausschnitten und eigentlich erwähnt täglich jemand irgendeine Szene aus der Serie. Ja, sogar Bücher zur Serie werden veröffentlicht.

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Die geheime Geschichte von Twin Peaks von Mark Frost

Als die Serie „Twin Peaks“ zum ersten Mal im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde, war ich etwa 1 Jahr alt. Das war 1991. Damals habe ich folglich nicht so viel davon mitbekommen und mittlerweile ist sie eine regelrechte Kultserie. Alles beginnt mit dem mysteriösen Tod der Highschool-Beliebtheit Laura Palmer. Für die Suche nach einem Mörder kommt extra Special Agent Dale Cooper vom FBI in die Kleinstadt Twin Peaks. Aber diese Serie ist mehr als die Aufklärung eines Mordes, zu allen Seiten entspinnen sich die Geschichten und häufig auch Intrigen der Kleinstadtbewohner. Das war damals im Fernsehen revolutionär, denn erstmals war die Handlung nicht einstrangig sondern verwoben.

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Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens von J. Ryan Stradal

Meine Freizeit verbringe ich überwiegend mit dem Lesen von Büchern oder Zeitschriften oder dem Schreiben über dieses Lesen – das ist für dich aber wahrscheinlich keine große Neuigkeit. Wenn ich jedoch nicht lese oder schreibe, dann koche ich sehr gern. Ich liebe es, neue Gerichte auszuprobieren, bisher unbekannte Zutaten zu verarbeiten oder eine neue Lieblingsspeise auf dem Teller zu haben. In der Küche bin ich da ziemlich experimentell. Natürlich habe auch ich altbewährte Gerichte, die in regelmäßigen Abständen immer wieder auf den Teller kommen, beispielsweise Palak Paneer, Pasta mit gebratener Jagdwurst (DDR-Küche), Chili Con Carne oder diverse Salate mit Avocado, Tomaten oder roten Bohnen.

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Du sagst es von Connie Palmen – Ein Roman über Sylvia Plath und Ted Hughes

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bisher noch keines der Werke des Schriftstellerpaares Sylvia Plath und Ted Hughes gelesen habe. Aber zumindest „Die Glasglocke“ von Sylvia Plath habe ich mir fest vorgenommen.  Warum habe ich also trotz meiner Unkenntnis zu „Du sagst es“ von Connie Palmen gegriffen, obwohl das Buch nur von dem (Ehe-)Leben der beiden Schriftsteller handelt? Mich faszinieren Künstlerpersönlichkeiten! Ich lese gern Biografien oder biografische Romane von Schriftstellern, weil ich begreifen möchte, was sie ausmacht und warum sie so gut schreiben, wie sie es tun. Eigentlich ein naives Unterfangen, aber unglaublich unterhaltsam.

Mario Alberto Zambrano - Sonne, Mond und Sterne
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Sonne, Mond und Sterne von Mario Alberto Zambrano oder das Leben ist ein Glücksspiel?

Kennst du das mexikanische Spiel Loteria? Ich kannte es nicht bis Luz aus „Sonne, Mond und Sterne“ von Mario Alberto Zambrano damit bekannt gemacht hat, aber seitdem habe ich große Lust es mal zu probieren. In der Schule habe ich früher immer Bingo gespielt, wenn meine Lehrer wieder besonders kreativ oder motiviert waren und uns die Englisch-Vokabeln nicht stur auswendig lernen wollten. Meine Englischlehrer waren oft in diesem Zustand, der Erlebnispädagogik verhieß. Leider kann ich mich nicht wirklich daran erinnern, dass ich jemals eines dieser Englisch-Vokabel-Bingo-Spiele gewonnen hätte, irgendwie war ich immer nur knapp dran. Ich setzte immer auf die falsche Vokabel-Konstellation; irgendein Mitschüler durfte immer schneller Bingo sagen. Möglicherweise war das damals die Verschwörung der Arschloch-Englisch-Vokabeln gegen mich – Mutmaßungen, die heute nur noch drollige Erinnerungen sind.

Vendela Vida Des Tauchers leere Kleider
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Vendela Vida und „Des Tauchers leere Kleider“

Was passiert, wenn man die eigene Identität verliert? Sie vielleicht sogar mit Absicht hinter sich lässt und eine neue erfindet? Möglicherweise bleibt das Ich dahinter gleich und nur Name, Geburtsort und Alter ändern sich. Schließlich kann die Schuhgröße nicht gewechselt werden, auch nicht die Blutgruppe und der Fingerabdruck sowieso nicht. Der neue Roman „Des Tauchers leere Kleider“ von Vendela Vida handelt vom Verlust der eigenen Identität, getarnt als Mischung aus Krimi und Reisebericht. Die Inspiration für den Titel des Buchs kommt von einem Gedicht „The Diver’s Clothes Lying Empty“ des bekannten persischen Dichters Rumi. Im Buch ist das Gedicht auf Seite 138 in Deutsch abgedruckt.

On the road Jack Kerouac
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Abhandlung eines Vagabundenlebens: On the Road [Gastbeitrag]

Es geht um einen absoluten Klassiker, der in der Popularkultur seines Gleichen sucht. Ein Werk, das nicht nur die Sportfreunde Stiller in ihrer rotzig-lebensfrohen Art besungen haben. Auch King Crimson und BAP widmeten dem Werk ihre Musik. Es geht um „Unterwegs“ von Jack Kerouac. „Unterwegs“ habe ich mehrfach gelesen. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft genau. Denn durch die enorme Geschwindigkeit, die dieser Roman entwickelt, kann der Leser schon mal den Überblick verlieren – ein Lesedurchgang verschwimmt mit dem nächsten. Wie ein schnelles Auto (vielleicht von Neal Cassidy gesteuert), das hektisch durch serpentinenartige Kurven schießt, riss es mich jedes Mal mit. Beim ersten Durchgang ließ sich nicht erahnen, was als nächstes kommt und immer reihte sich ein Ereignis staccato-artig an das Vorherige. Manchmal musste ich mich selbst beim Lesen bremsen, um die Wörter und den Sinn dahinter noch vollends wahrzunehmen. Doch schalten wir einen Gang zurück.

Edan Lepucki California
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Edan Lepucki gibt mit California der Dystopie den letzten Todesstoß

Die Welt versinkt im Schwachsinn. Das sind keine Neuigkeiten soweit. „California“ von Edan Lepucki treibt es aber auf die Spitze. Die Geschichte spielt irgendwann in der Zukunft in Kalifornien. Nahrungsmittel und Benzin sind unglaublich teuer geworden; Saucenpipetten sind zu Luxusgegenständen verkommen. Terroristen drangsalieren Städte und die Reichen flüchten sich in umzäunte und geschützte Siedlungen, wo sie zumindest für ein paar Augenblicke die Normalität imitieren können. Richtigen Luxus gibt es in den Gated Communities nicht mehr, aber zumindest Wasser und Strom – meistens jedenfalls.