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Dada Almanach: Vom Aberwitz ästhetischer Contradiction (Manesse Verlag)

Mein erstes Mal Dada habe ich im Alter von 17 Jahren erlebt und wie so oft im Leben bleibt das erste Mal von irgendwas einem besonders im Gehirn kleben. Lustigerweise war dieses Erlebnis in einem eher staubig-langweiligen Umfeld, denn es war zu meiner Abiturzeit – 11. Klasse. Es war der Deutschunterricht, die Stunde hatte eigentlich nicht wirklich begonnen, die Lehrerin hatte den Unterricht nicht wie sonst mit austauschbaren Phrasen der Begrüßung eröffnet. Sie stand einfach auf und schrie ganz laut „JOLIFANTO bambla ô falli bambla“. Damals vermutete ich, dass der Wahnsinn statt nur in meiner Familie und bei mir nun auch endlich in der Schule angekommen war.

Kafi Freitag
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Kafi Freitag oder Antworten für das Leben

Es gibt immer etwas, worüber gegrübelt werden kann. In meinem Leben gab es bisher noch keine Zeit, in welcher ich ganz und gar sorgenfrei war. Ein kleiner Riss im sonst glatten Alltag war da immer, wird da wohl immer sein. Bald werde ich mit meinem Freund zusammenziehen. Das ist eine wunderschöne Sache und ich freue mich darauf riesig. Ich hoffe inbrünstig, dass das klappt und wir uns auch in Zukunft ertragen können.

The Wander Society - Keri Smith
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The Wander Society von Keri Smith

Buchläden sind wundervolle Orte, manchmal sind es auch magische Orte. Keri Smith war vor etlichen Monaten in ihrer Lieblingsbuchhandlung stöbern. Es ist eine dieser alten und staubigen Buchhandlungen, die noch vom Inhaber geführt werden und noch nicht von irgendeiner charakterlosen Filialkette aufgekauft worden sind. Keri Smith geht gern schlendern, greift nach diesem und jenem Buch in den Regalen und lässt sich überraschen, was sie so findet. Ich kenne dieses Gefühl sehr gut, es ist auch meine liebste Art, mich durch Buchläden zu bewegen. Dabei kann man so viel entdecken und häufig sind es bei mir die Zufallsfunde, die mich am meisten bewegen und manchmal sogar verändern.

Die Mathematik der Liebe von Hannah Fry
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TED Books: Die Mathematik der Liebe von Hannah Fry

Schlaue Sätze, kluge Reden und neue Ideen verbreiten sich noch nicht ganz in Lichtgeschwindigkeit, aber manchmal zumindest nahe dran, durch das Internet. In den letzten Monaten fanden die TED Talks unter den gemeinen Internetnutzern immer mehr Aufmerksamkeit. TED steht für Technology, Entertainment, Design und geht zurück auf eine jährliche Innovations-Konferenz in Kalifornien. Die besten Vorträge dieser Konferenz werden für alle kostenlos ins Internet gestellt. Kein Wunder, dass diese „Ideen, die es wert sind, verbreitet zu werden“ (Das Motto lautet: ideas worth spreading) schon über drei Milliarden Mal angesehen wurden.

Julian Barnes Am Fenster
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Am Fenster von Julian Barnes oder Ode an die Literatur

Schreiben über das Schreiben und die Literatur. Manchmal kann das ziemlich schmerzhaft und anstregend sein, ich weiß das sehr gut. Andererseits haben Schriftsteller beziehungsweise Autoren anderen Menschen gegenüber einen Vorteil: Wenn sie eine schmerzhafte Erfahrung machen, können sie sich den Moment, der die Eingeweide zutiefst erschüttert aufheben und irgendwann später für ihre Kunst noch einmal nutzen. So sieht es zumindest Julian Barnes, der bereits 2012 den Essayband „Am Fenster“ veröffentlicht hat. Pünktlich zu seinem 70. Geburtstag wurde das Buch nun ins Deutsche übersetzt.

Tabea Mußgnug Nächstes Semester wird alles anders
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Tabea Mußgnug: Nächstes Semester wird alles anders …

Wer heute mit Mitte zwanzig an einer Uni studiert, ist sich sicher, dass er wahrscheinlich niemals erwachsen werden wird. Als die eigenen Eltern in dem Alter waren, waren sie schon verheiratet und die Großmutter hatte mit Mitte zwanzig schon 4 Kinder oder so. Der moderne Student hat dagegen nur 4 absolvierte Seminare, unzählige Vorlesungen und mit etwas Glück eine Bachelorarbeit/Masterarbeit vorzuweisen. Dieses Schauspiel sieht für den Außenstehenden ganz intelligent aus, bedeutet aber kaum etwas außer jeder Menge Freizeit und Langeweile. Aber das macht nichts. Und es macht auch nichts, dass besagter Student eigentlichen keinen Plan hat, was er da macht oder in Zukunft mit seinem Leben anstellen will. Diese Sätze fassen Tabea Mußgnugs Buch „Nächstes Semester wird alles anders“ ganz gut zusammen. Ich kanns sogar noch komprimierter: Studenten werden nie erwachsen und haben keine Ahnung, was sie werden wollen – aber alles wird gut!

Swetlana Alexijewitsch - Secondhand-Zeit
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Swetlana Alexijewitsch und Secondhand-Zeit

Ein Mammutwerk hat mich den Dezember hindurch begleitet. Ich habe ziemlich lange am Buch „Secondhand-Zeit“ von Swetlana Alexijewitsch gelesen. Über 20 Tage. (Diese Zahl habe ich anhand meines Lesenotizbuchs errechnet.) Es gab nur wenige Bücher im Jahr 2015, die mich im gleichen Ausmaß bewegt haben. Bewegt im negativen und im positiven Sinne, aber dazu später mehr.

Marcel Reich-Ranicki
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Marcel Reich-Ranicki: Papst der Lumpenhunde

„Aber ich möchte auch ganz offen sagen: Ich nehme diesen Preis nicht an. Ich hätte das, werden Sie denken und sagen, früher erklären sollen. Natürlich! Aber ich habe nicht gewusst, was hier auf mich wartet, was ich hier erleben werde. Ich gehöre nicht in diese Reihe, der heute, vielleicht sehr zurecht Preisgekrönten. Wäre der Preis mit Geld verbunden, hätte ich das Geld zurückgegeben. Aber er ist ja nicht mit Geld verbunden. Ich kann nur diesen Gegenstand, der hier verschiedenen Leuten überreicht wurde, von mir werfen oder jemanden vor die Füße werfen. Ich kann das nicht annehmen. Und ich finde es auch schlimm, dass ich hier vier Stunden das erleben musste.“ Das ist meine prägnanteste Erinnerung an Marcel Reich-Ranicki. Diese Worte sprach er im Herbst 2008 zum Publikum, als er den deutschen Fernsehpreis verliehen bekommen sollte.

Die Philosophie des Laufens Buch
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Die Philosophie des Laufens

Laufen. Das mache ich nur heimlich und eigentlich erzähle ich auch nicht vielen Menschen davon. Für mich ist das Laufen eine einsame Sportart, Gesellschaft würde ich dabei nicht ertragen. Ein Laufpartner würde mich vom Wesentlichen ablenken, ich möchte das nicht. Jeder Läufer hat sich schon Gedanken über sein Laufen gemacht – in „Die Philosophie des Laufens“ sind sie fast alle versammelt. Herausgegeben wird das Buch von M. W. Austin und P. Reichenbach im Mairisch Verlag.