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Wenn Teenager bloggen: Lanz von Flurin Jecker

Als ich mit dem Bloggen begonnen habe, war ich schon über 20 Jahre alt. Meine Pubertät hatte ich also schon ein paar Jahre hinter mir gelassen, nicht so wie der 14-jährige Lanz aus dem gleichnamigen Roman „Lanz“ von Flurin Jecker. Beim Durchblättern der Verlagsvorschau von Nagel & Kimche war ich schon neugierig: Ein Roman übers Bloggen? Das interessiert mich gerade auch, weil das Bloggen für mich einen großen Teil meiner Freizeit einnimmt. Auch wenn der Roman die Abschlussarbeit von Flurin Jecker am Literaturinstitut in Biel war. Bei Arbeiten für Literaturinstitute habe ich immer ein wenig Bedenken, weil sie mich schon so oft enttäuscht haben.

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Der Tag, an dem ein Mann vom Berg Amar kam von Yavuz Ekinci

Als Kind habe ich Märchen geliebt. Ich war permanent auf der Suche nach neuen Märchen, die ich noch nicht kannte, weil ich mich gern von den magischen Figuren darin verzaubern ließ. Aber natürlich hatte ich auch Lieblingsmärchen, die mich selbst nach dem zwanzigsten Mal lesen nicht langweilten. Zum Beispiel war ich süchtig nach „Der Fischer und seine Frau“ oder „Der Froschkönig“. „Der Tag, an dem ein Mann vom Berg Amar kam“ von Yavuz Ekinci erinnerte mich zunächst ein wenig an diese magische Zeit.

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Experiment unter der Glaskuppel: Die Terranauten von T.C. Boyle

Es gibt Autoren, die schaffen nahezu Unmögliches oder zumindest ein kleines Wunder. T.C. Boyle ist so ein Autor, der mit seinen Worten etwas in seinen Lesern auslöst. So hat er beispielsweise meinen Bloggerfreund den Kaffeehaussitzer aus einer mehrjährigen Lesepause herausgeholfen: „Heute kommt es mir kaum vorstellbar vor, aber es gab einmal eine Zeit, in der ich jahrelang fast kein einziges Buch gelesen habe. In der ich beinahe die Freude am Lesen verloren hätte. Es ist schon ein Weilchen her, aber ich habe nie vergessen, welchem Autor ich es verdanke, aus dieser buchlosen Zeit wieder herausgefunden zu haben. Es war T.C. Boyle mit seinen wunderbaren Werken „Wassermusik“ und „Grün ist die Hoffnung“.“

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Die Vegetarierin von Han Kang – Eine Rezension

Jetzt sind über 5 Jahre seit meiner vegetarischen Episode vergangen und ich frage mich manchmal, was genau diesen Schritt bei mir ausgelöst hat. Traumatische Videos aus der Massentierhaltung? Zeitungsartikel? Meine Kommilitonen? – Diese eher nicht, dort gab es keinen einzigen Vegetarier. Ich weiß es nicht. Yong-Hye ist die Protagonistin aus „Die Vegetarierin“ von der südkoreanischen Autorin Han Kang. Ähnlich wie ich isst sie über Nacht kein Fleisch mehr, aber in Gegensatz zu mir, hat sie zumindest einen Grund.

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Das Umgehen der Orte von Fabian Hischmann – Rezension

Lisa ist ein Eskimokind.

Der zweite Roman, „Das Umgehen der Orte“, von Fabian Hischmann beginnt mit Lisa. 2004 ist Lisa ein kleines Mädchen, dass einfach nicht friert und deshalb eigentlich ihren Anorak nicht anziehen möchte, es aber doch tut, weil der Vater sonst Ärger mit der Mutter bekommt. Lisa ist schließlich so etwas wie ein Eskimokind. Einige Wochen später findet Lisa ihren Vater tot auf der Toilette. Zunächst könnte man vermuten, dass er Selbstmord begangen und sich absichtlich erhängt hat, wenig später muss man aber feststellen, dass der Vater einfach eine etwas exotischere Form der Selbstbefriedigung gewählt hat, die am Ende schiefging.

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6 Dinge, die ich an „Die Geschichte eines neuen Namens“ von Elena Ferrante mag

  1. „Die Geschichte eines neuen Namens“ ist der zweite Band der Neapolitanischen Saga von Elena Ferrante. Ich habe bereits im Sommer bei Erscheinen den ersten Band gelesen und rezensiert.  Ich war mir noch nicht schlüssig, ob ich die Reihe wirklich weiterlesen möchte, denn im Gegensatz zu anderen Lesern finde ich an der Freundschaft von Elena und Lila keinen Gefallen. In meinen Augen ist es keine Freundschaft, sondern eher Eifersucht und Wettbewerb. Der Grund, warum ich den zweiten Teil der Tetralogie gelesen habe, ist Elena und ihr Aufstieg aus dem Elend des Rione durch Bildung. Und dann war ich vom zweiten Band überrascht, denn ich habe ihn viel lieber als „Meine geniale Freundin“, also den ersten Band, gelesen. Ich mag das Buch „Die Geschichte eines neuen Namens“ dafür, dass es so viel packender ist als der erste Band und in mir die Begeisterung für die Tetralogie geweckt hat.
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Die Spionin von Paulo Coelho oder das Leben der Mata Hari

Seit ihrer Hinrichtung wurde Mata Hari zum Mythos verklärt. Jedes Kind kennt den exotischen Namen der Nackttänzerin und Spionin, aber kaum jemand weiß wirklich etwas über ihr Leben und ihre Beweggründe. Es verwundert mich wenig, dass auch der brasilianische Autor Paulo Coelho von dieser Frau fasziniert ist. In seinem neusten Buch „Die Spionin“ setzt er ihr ein Denkmal als unabhängige und eigenwillige Frau.

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Der Krieg mit den Molchen von Karel Capek

Kennst du das, wenn du ein „wichtiges“ Buch vor dir liegen hast und du wirst damit nicht so recht warm? Aus lauter Ehrfurcht vor dem Werk und dem Autor solltest du dieses Buch eigentlich gut finden, aber das geht nicht. Mir erging es so bei „Der Krieg mit den Molchen“ von Karel Capek. Die Büchergilde Gutenberg hat den Klassiker, der sogar in die UNESCO-Sammlung repräsentativer Werke aufgenommen wurde, neu aufgelegt mit den Illustrationen von Hans Ticha.

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Die geheime Geschichte von Twin Peaks von Mark Frost

Als die Serie „Twin Peaks“ zum ersten Mal im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde, war ich etwa 1 Jahr alt. Das war 1991. Damals habe ich folglich nicht so viel davon mitbekommen und mittlerweile ist sie eine regelrechte Kultserie. Alles beginnt mit dem mysteriösen Tod der Highschool-Beliebtheit Laura Palmer. Für die Suche nach einem Mörder kommt extra Special Agent Dale Cooper vom FBI in die Kleinstadt Twin Peaks. Aber diese Serie ist mehr als die Aufklärung eines Mordes, zu allen Seiten entspinnen sich die Geschichten und häufig auch Intrigen der Kleinstadtbewohner. Das war damals im Fernsehen revolutionär, denn erstmals war die Handlung nicht einstrangig sondern verwoben.

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Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens von J. Ryan Stradal

Meine Freizeit verbringe ich überwiegend mit dem Lesen von Büchern oder Zeitschriften oder dem Schreiben über dieses Lesen – das ist für dich aber wahrscheinlich keine große Neuigkeit. Wenn ich jedoch nicht lese oder schreibe, dann koche ich sehr gern. Ich liebe es, neue Gerichte auszuprobieren, bisher unbekannte Zutaten zu verarbeiten oder eine neue Lieblingsspeise auf dem Teller zu haben. In der Küche bin ich da ziemlich experimentell. Natürlich habe auch ich altbewährte Gerichte, die in regelmäßigen Abständen immer wieder auf den Teller kommen, beispielsweise Palak Paneer, Pasta mit gebratener Jagdwurst (DDR-Küche), Chili Con Carne oder diverse Salate mit Avocado, Tomaten oder roten Bohnen.