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Das Umgehen der Orte von Fabian Hischmann – Rezension

Lisa ist ein Eskimokind.

Der zweite Roman, „Das Umgehen der Orte“, von Fabian Hischmann beginnt mit Lisa. 2004 ist Lisa ein kleines Mädchen, dass einfach nicht friert und deshalb eigentlich ihren Anorak nicht anziehen möchte, es aber doch tut, weil der Vater sonst Ärger mit der Mutter bekommt. Lisa ist schließlich so etwas wie ein Eskimokind. Einige Wochen später findet Lisa ihren Vater tot auf der Toilette. Zunächst könnte man vermuten, dass er Selbstmord begangen und sich absichtlich erhängt hat, wenig später muss man aber feststellen, dass der Vater einfach eine etwas exotischere Form der Selbstbefriedigung gewählt hat, die am Ende schiefging.

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6 Dinge, die ich an „Die Geschichte eines neuen Namens“ von Elena Ferrante mag

  1. „Die Geschichte eines neuen Namens“ ist der zweite Band der Neapolitanischen Saga von Elena Ferrante. Ich habe bereits im Sommer bei Erscheinen den ersten Band gelesen und rezensiert.  Ich war mir noch nicht schlüssig, ob ich die Reihe wirklich weiterlesen möchte, denn im Gegensatz zu anderen Lesern finde ich an der Freundschaft von Elena und Lila keinen Gefallen. In meinen Augen ist es keine Freundschaft, sondern eher Eifersucht und Wettbewerb. Der Grund, warum ich den zweiten Teil der Tetralogie gelesen habe, ist Elena und ihr Aufstieg aus dem Elend des Rione durch Bildung. Und dann war ich vom zweiten Band überrascht, denn ich habe ihn viel lieber als „Meine geniale Freundin“, also den ersten Band, gelesen. Ich mag das Buch „Die Geschichte eines neuen Namens“ dafür, dass es so viel packender ist als der erste Band und in mir die Begeisterung für die Tetralogie geweckt hat.
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Die Spionin von Paulo Coelho oder das Leben der Mata Hari

Seit ihrer Hinrichtung wurde Mata Hari zum Mythos verklärt. Jedes Kind kennt den exotischen Namen der Nackttänzerin und Spionin, aber kaum jemand weiß wirklich etwas über ihr Leben und ihre Beweggründe. Es verwundert mich wenig, dass auch der brasilianische Autor Paulo Coelho von dieser Frau fasziniert ist. In seinem neusten Buch „Die Spionin“ setzt er ihr ein Denkmal als unabhängige und eigenwillige Frau.

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Der Krieg mit den Molchen von Karel Capek

Kennst du das, wenn du ein „wichtiges“ Buch vor dir liegen hast und du wirst damit nicht so recht warm? Aus lauter Ehrfurcht vor dem Werk und dem Autor solltest du dieses Buch eigentlich gut finden, aber das geht nicht. Mir erging es so bei „Der Krieg mit den Molchen“ von Karel Capek. Die Büchergilde Gutenberg hat den Klassiker, der sogar in die UNESCO-Sammlung repräsentativer Werke aufgenommen wurde, neu aufgelegt mit den Illustrationen von Hans Ticha.

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Die geheime Geschichte von Twin Peaks von Mark Frost

Als die Serie „Twin Peaks“ zum ersten Mal im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde, war ich etwa 1 Jahr alt. Das war 1991. Damals habe ich folglich nicht so viel davon mitbekommen und mittlerweile ist sie eine regelrechte Kultserie. Alles beginnt mit dem mysteriösen Tod der Highschool-Beliebtheit Laura Palmer. Für die Suche nach einem Mörder kommt extra Special Agent Dale Cooper vom FBI in die Kleinstadt Twin Peaks. Aber diese Serie ist mehr als die Aufklärung eines Mordes, zu allen Seiten entspinnen sich die Geschichten und häufig auch Intrigen der Kleinstadtbewohner. Das war damals im Fernsehen revolutionär, denn erstmals war die Handlung nicht einstrangig sondern verwoben.

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Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens von J. Ryan Stradal

Meine Freizeit verbringe ich überwiegend mit dem Lesen von Büchern oder Zeitschriften oder dem Schreiben über dieses Lesen – das ist für dich aber wahrscheinlich keine große Neuigkeit. Wenn ich jedoch nicht lese oder schreibe, dann koche ich sehr gern. Ich liebe es, neue Gerichte auszuprobieren, bisher unbekannte Zutaten zu verarbeiten oder eine neue Lieblingsspeise auf dem Teller zu haben. In der Küche bin ich da ziemlich experimentell. Natürlich habe auch ich altbewährte Gerichte, die in regelmäßigen Abständen immer wieder auf den Teller kommen, beispielsweise Palak Paneer, Pasta mit gebratener Jagdwurst (DDR-Küche), Chili Con Carne oder diverse Salate mit Avocado, Tomaten oder roten Bohnen.

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Weißblende von Sonja Harter oder eine beengende Adoleszenz

Wie die Hölle für einen Teenager wohl aussieht weiß ich nun nachdem ich „Weißblende“ von Sonja Harter gelesen habe. Obwohl, eigentlich ist das auch nicht wahr – ich weiß jetzt, wie eine Hölle aussieht, denn jeder Teenager erbaut sich während der Pubertät und kurz danach seine eigene Hölle, ebenso wie die Hölle für jeden Erwachsenen individuell ist. Jeder hat andere Ängste und Sorgen. Ich habe den Debütroman „Weißblende“ von Sonja Harter für den Buchbloggerpreis von Das Debüt gelesen und ja, der Begriff Hölle passt ganz gut in diese Rezension.

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Der Buchbloggerpreis von Das Debüt – Meine Stimme

Am 16. November wurde die Shortlist des Buchbloggerpreises, welcher vom Blog Das Debüt veranstaltet wird, veröffentlicht. Auf der Shortlist stehen 5 Bücher, allesamt von Debütautoren, denn es gilt, das beste Debüt des Jahres zu finden.

Auf der Shortlist stehen folgende Titel:

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Der Abenteuerroman Ymir oder aus der Hirnschale der Himmel von Philip Krömer

Als kleines Mädchen begab ich mich früher oft auf Expedition: In den Dschungel, in den Hades – also die Unterwelt der griechischen Mythologie, in die Wüste, in das tiefe Meer oder manchmal sogar auf den Mount Everest. Das fand natürlich nur in meinen Gedanken statt, aber als Kind ist das real. Die Abenteuer sind real. Das Buch „Ymir oder aus der Hirnschale der Himmel“ von Philip Krömer hat mich an diese Zeit erinnert als ich sorgloser und meine Fantasie noch nicht beschnitten war durch Prüfungsstress und der Überlegung, ob auch im nächsten Monat das Geld fürs Studentenleben ausreichen würde.

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Nachts ist es leise in Teheran von Shida Bazyar oder die jüngere Geschichte des Irans

Schon lange habe ich keinen solchen Roman mehr gelesen, der neben der Unterhaltung auch so viel Wissen für seinen Leser bereithält. Denn ich hatte ja keine Ahnung – wie man so oft im Leben eigentlich keine Ahnung hat oder weißt du etwas über die jüngere Geschichte des Irans und warum Iraner nach Deutschland flüchten? Ich nicht. An „Nachts ist es leise in Teheran“ von Shida Bazyar fiel mir besonders die Vermischung von Unterhaltung, wohldosierter Faktenvermittlung und dem Fingerzeig auf die Probleme in der Gesellschaft auf.