Kapri-zioes

Souvenirs von David Foenkinos [Rezension]

Bei Souvenirs war wohl ziemlich viel Glück im Spiel. Ich war noch in der Lernphase für meine Prüfungen. Und was macht man da? Genau. Sich ablenken. Mit Putzen, dringenden Telefonaten und Internet. Jedenfalls schnarche ich gerade wieder auf Twitter, ob es schon Neues gibt. Also Aktualisierung Nr. 428. Als Lovelybooks spontan über Twitter noch Teilnehmer für eine Leserunde sucht, der Erste gewinnt. Und ich hatte Schwein. 2 Tage später war Souvenirs dann schon in meinem Briefkasten. Das Lovelybooks-Team ist ja auch superschnell.
David Foenkinos hat vor Souvenirs schon allerhand anderes geschrieben. Unter anderem Nathalie küsst, was mit Audrey Tatou auch verfilmt wurde. Bislang habe ich aber noch nichts von ihm selbst gelesen. Eigentlich sind reine Liebesromane auch nicht mein Geschmack. Aber ich bin offen für Neues.
Das Buchcover von Souvenirs gefällt mir sehr gut. Das von Nathalie küsst gefiel mir auch bereits gut. Bei Souvenirs ist ein Paar in Paris zu sehen. Sehr romantisch.

Souvenirs – Der Inhalt

Der Protagonist von Souvenirs ist ziemlich gebeutelt vom Schicksal. Gleich zu Beginn stirbt sein Großvater. Dann kommt seine Großmutter ins Altenheim, was für die ganze Familie ein ziemlich schwieriges Thema ist. Sein Vater geht gerade in den Ruhestand und kommt mit dem süßen Nichtstun nicht ganz klar. Und seine Mutter ist ständig nur auf Reisen, am liebsten ist sie in Russland. Er selbst hat große Träume. Er möchte Schriftsteller werden. Gerade deshalb arbeitet er als Nachtportier, viele große Schriftsteller hatten keine besonders ruhmreiche Arbeit und die Nacht ist jawohl definitiv die Zeit der großen Dichter.

Meine Meinung

Ich bin mir gerade nicht sicher, wie der Protagonist hieß. Hab ich das nun vergessen oder hat David Foenkinos sich tatsächlich die Mühe gemacht, nie einen Namen zu nennen? Diese Tatsache finde ich grad genial. Hattet ihr das auch schon einmal?
Souvenirs ist ein leiser, ruhiger, melancholischer Roman. Das Buch ist auch keine Liebesgeschichte in dem Sinne, es kommt zwar eine darin vor, aber das ist nicht das Hauptthema dieses Buchs. In die Schublade Familienroman kann ich Souvenirs wohl am leichtesten stecken. Ich stecke Bücher gern in Schubladen.  Das ist eine schlechte Angewohnheit.
Dreh- und Angelpunkt in Souvenirs ist der Hauptcharakter, dessen Name ich nicht kenne. Die gesamte Geschichte wird aus seiner Sicht erzählt. Und er leidet viel in seiner Geschichte. Ich habe permanent Mitleid mit ihm und seinen Schicksalsschlägen. Sehr sympathisch macht ihn das Träumerische. Der große Traum vom berühmten Schriftsteller und von der wahren Liebe.

Ich spürte abwechselnd den Drang, die Fülle des Lebens auszukosten, und dann wieder ein tiefes Gefühl der Leere. – Souvenirs Seite 50

Manchmal hat man nicht einmal mehr Tränen. –Souvenirs Seite 182

David Foenkinos schreibt nicht gerade leicht und beschwingt, an jeder Zeile kleben ein wenig Melancholie und Schwermut. Manchmal ist David Foenkinos sogar humorvoll. So humorvoll das realistische Leben eben sein kann. Generell ist Souvenirs ziemlich nah an der Realität, so ganz ohne das perfekte Glück. Dennoch hat Souvenirs etwas Tröstendes, ein Buch, das einen in den Arm nimmt.
Aber für mich reicht es trotzdem nicht für eine Bewertung mit voller Punktzahl. Ich habe die ganze Zeit das Gefühl gehabt, irgendwas fehlt an dem Buch. Das ist auch sehr schwer auszudrücken: Der Protagonist leidet die ganze Zeit und es macht mich als Leser nicht traurig. Kein Stück. Das hatte ich bei solch einer Vielzahl von Unglücken aber schon erwartet. Vielleicht ist es auch Absicht von David Foenkinos?

Fazit

Souvenirs ist ein schöner Familienroman, welcher sich flüssig liest und gut unterhält.