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Report zur Buchmesse Leipzig – Teil 1

Leipziger Buchmesse

Einmal im Jahr Treffen sich alle Buchverrückten zur Buchmesse Leipzig.

Seit Sonntagabend versuche ich mich hinzusetzen, und diesen Messebericht zu schreiben. Irgendwie klappt es erst jetzt so richtig. Vorher war ich einfach noch überwältigt von dieser Mannigfältigkeit der Eindrücke. Information overload. Glücklicherweise geht es nicht nur mir so, bislang ist es relativ ruhig bezüglich Messeberichten von anderen Bloggern. Alle müssen sich erholen.

In diesem Jahr habe ich mir den Luxus gegönnt und meinen Messebesuch auf die vollen vier Tage ausgedehnt. Bereut habe ich es keinesfalls, ich habe jede Stunde genossen und viel gesehen. Auf der Messe war ich häufig mit Diana von Lilienlicht unterwegs und am Samstag und Sonntag hat auch Sven sich uns angeschlossen.

Gespräche, Lesungen, Interviews und Treffen auf der Buchmesse Leipzig

Es fiel mir definitiv nicht leicht, mich immer für eine Veranstaltung zur entscheiden. Häufig laufen bis zu 10 Events parallel und man steht da wie der Esel vor 2 Heuhaufen. Bereits Tage vorher habe ich mir das Programmheft von Leipzig liest gründlich zur Brust genommen und einen ausgeklügelten Plan ausgearbeitet, um alle wichtigen Veranstaltungen besuchen zu können. Im Nachhinein musste ich vor Ort natürlich auch Planänderungen hinnehmen, weil ich beispielsweise von anderen Bloggern auf eine weitere Lesung neugierig gemacht worden bin oder manchmal auch, weil meine Füße einfach nicht nochmal quer durch die Messe innerhalb von 5 Minuten watscheln konnten. Aber so ist das nunmal im Leben.

Donnerstag

Der Donnerstag begann schon mit einem Paukenschlag: 12:30 sprachen Michael Tsokos und Saskia Guddat über ihr Buch „Deutschland misshandelt seine Kinder“. Das Gespräch hat mich sehr bewegt. Mir war bislang nicht bewusst, wie sehr das Jugendschutzsystem in Deutschland versagt, auf welchen falschen Grundpfeilern es gebaut wurde. Tsokos und Guddat prangern in ihrem Buch nicht nur an, sie geben auch Lösungvorschläge. Definitiv habe ich vor dieses Buch zu lesen.Weiter ging es danach mit Jürgen Seidel, welcher aus seinem Jugendbuch „Der Krieg und das Mädchen“ las. Buchmesse Leipzig

Buchmesse Leipzig 1

Den Abschluss des Messebesuchs an diesem Tag machte die Vorstellung des Binooki Verlags. Ich war sehr begeistert von diesem Verlag. Vorher kannte ich zwar den Namen, hatte mich aber nicht sonderlich damit auseinandergesetzt. Die zwei Verlegerinnen Selma Wels und Inci Bürhaniye, welche zufällig auch Schwestern sind, haben es sich zur Aufgabe gemacht, türkische Literatur ins Deutsche zu übersetzen. Damit haben sie eine Marktlücke im deutschen Literaturbetrieb entdeckt, denn das ist bisher einmalig.

Buchmesse Leipzig 2

Buchmesse Leipzig 4

Mit unserem Abendprogramm hatten wir ein wenig Pech. Wir wurden zweimal der Tür verwiesen, weil kein Platz mehr für weitere Gäste war. Aber glücklicherweise war im Café Stein noch etwas frei und so konnten wir Wolf Buchinger bei „Schweiz – Ein Selbstversuch“ lauschen. Sehr lustig.

Buchmesse Leipzig 3

Freitag

Zum Aufwachen begaben Diana und ich uns zur Lesung und Gespräch von Diana Menschig „So finster, so kalt“. Meine Erwartungen wurden leider etwas untertroffen, ich hatte mir die fantastische Märchenadaption schon etwas mitreißender vorgestellt.

Buchmesse Leipzig 5

Ebenso enttäucht war ich von der Vorstellung des Poetenladens. Nach 15 Minuten musste ich mir eingestehen, dass vorgelesene moderne Lyrik wohl nichts für mich ist.Richtig klasse dagegen waren die nachfolgenden Veranstaltungen: Kai Meyer las aus seinem frisch erschienenen Buch „Phantasmen“. Dieses Jugendbuch hat mich so in seinen Bann gezogen, dass ich nicht anders konnte, als es zu erwerben. Bisher habe ich noch kein einziges Buch von Kai Meyer gelesen und das, obwohl er so fleißig mit dem Schreiben und Veröffentlichen ist.

Ein weiteres Highlight war das Gespräch mit Ulrich Wickert, welcher über sein Buch „Das marokkanische Mädchen: Ein Fall für Jacques Ricou“ sprach. Ich kannte Ulrich Wickert nur von seinen Sachbüchern, mir war nicht bewusst, dass er auch Kriminalromane schreibt. Aber dieses Buch ist schon der vierte Fall für Jacques Ricou! Jedenfalls lässt sich Herr Wickert gern vom aktuellen Tagesgeschehen in Frankreich inspirieren und scheut sich auch nicht, den einen oder anderen Präsidenten in sein Buch einzubinden.

Das große Finale des Messetages ist David Safier zuzuschreiben, der über „28 Tage lang“ sprach. Von den humoristischen Büchern von Safier habe ich nicht viel gehalten. Das Gespräch auf der Buchmesse Leipzig hat mich jedoch schwer beeindruckt. Nie hätte ich für möglich gehalten, dass sich Safier auch mit solch ernsten Themen befasst. Sein neustes Buch handelt vom Widerstand im Warschauer Ghetto. Ich bin ganz glücklich, dass Diana dieser Stoff genauso gepackt hat wie mich und ich mir ihr Buch auch einmal ausleihen darf.

Samstag

Buchmesse Leipzig 6

Dem Samstagmorgen fieberte ich schon lange entgegen. Simon Beckett einmal live und in Farbe zu sehen war unglaublich aufgregend für mich. Schließlich war der Anblick seiner Bücher im Buchregal mir sehr vertraut. Er wurde vom Moderator mit sehr interessanten Fragen gelöchert. Er liebt es den Leser zur überraschen und eben nicht dies zu tun, was von ihm erwartet wird. Das kann ich nur so bestätigen. Jetzt gerade schreibt er an seinen 5. David Hunter Roman. „Der Hof“ gehört nicht zu dieser Reihe, sondern besteht aus einem schon lang geplanten Stoff, für welchem vorher die Zeit einfach nicht reif genug war.

Lovelybooks-Blogger/Leser-Treffen

So ziemlich das unschlagbare Highlight der Buchmesse Leipzig bildete für mich das Lovelybooks-Treffen. Endlich einmal die Blogger sehen, von den man sonst nur am Bildschirm liest oder mit denen man sich über Facebook oder Twitter unterhält.

Buchmesse Leipzig 7

Buchmesse Leipzig 8

Selbstverständlich gab es zum Treffen auch ein wenig Programm: Sonya Kraus und Törtchenzeit stellten ihr neues Backbuch „Törtchenzeit: All you need is sweet“ vor und plauderten ein wenig aus dem Nähkästchen. Anschließend gab es noch eine Gesprächsrunde mit Karla Paul (Lovelybooks), Tina Pfeifer (Bastei Lübbe), Kai Meyer, Charlotte Reimann (Iron Buchblogger), Karin Hillig (Bloggerin) und Christian Köhne (Blogger). Diskutiert wurde dabei über verschiedene Facetten des Bloggens und jeder der Beteiligten sprach zu seiner persönlichen Arbeit. Für mich selbst habe ich daraus verschiedene Dinge mitnehmen können, beispielsweise dass Instagram eine tolle App für Blogger ist und ich mal ganz viele verschiedene Menschen googeln sollte 😉

Buchmesse Leipzig 9

Danach war es endlich soweit: Kostproben (Cupcakes, Macarons, Cakepops) wurden aus Törtchenzeit verteilt. Es gab je einen Goodieback von Bastei Lübbe und Lovelybooks. Aber das ist alles egal in Anbetracht der Zeit, die man im Anschluss an das Bühnenprogramm mit anderen Bloggern fürs Austauschen und Erzählen verbringen konnte. Vielen Dank an dieser Stelle an Sandra von der Büchernische, Mandy und Christian von Buchblog um die Ecke, Rebecca von Beckys World of Books, Bella von aliterarypassion, Vero von Drei Groschen Poesie und Antje von Ex Libris Frau Antje. Ich hoffe, ich habe niemanden vergessen. Wenn doch, bitte beschweren!An dieser Stelle muss ich leider merken, dass der Bericht ellenlang wird. Deshalb mache ich an dieser Stelle einen Schnitt und im zweiten Teil meines Reports zur Buchmesse Leipzig geht es weiter mit meinen besuchten Veranstaltungen, meinen Entdeckungen und Errungenschaften von der Messe und mit Neuigkeiten aus der bunten Welt der Kochbücher.

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