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Digital Detox mit dem Switch-Off-Programm von Monika Schmiderer

Hängst du auch ständig vor dem Smartphone und scrollst durch die Social-Media-Apps? Dann geht es dir wie mir. Das Buchbloggen begünstigt dieses Phänomen bei mir allerdings noch und irgendwann im Sommer reichte es mir. Das musste weniger werden. Zufälligerweise erschien da gerade das Buch „Switch Off und hol Dir Dein Leben zurück“ von Monika Schmiderer und ich dachte, vielleicht probiere ich dieses 14-Tage-Programm für einen entspannteren Umgang mit der digitalen Welt.

Was ich an „Switch Off“ von Monika Schmiderer gut fand

Gerade die ersten Kapitel von „Switch Off“ haben mir gefallen. Da beschreibt Monika Schmiderer so ziemlich genau meine Lage. Wenn ich etwas nicht weiß, dann google ich eben schnell mal. Wenn ich irgendwo warten muss, dann scrolle ich durch Facebook. Mein Smartphone blinkt, ich muss nachsehen, wer mir gerade eine Nachricht geschrieben hat. Unterwegs habe ich irgendwo ein schönes Buch gesehen, gleich mal schauen, wie es auf Goodreads oder Lovelybooks rezensiert wurde. Bisher haben mich zum Glück noch nicht Schlaflosigkeit oder Konzentrationsmangel geplagt, aber laut Monika Schmiderer wäre das nur der nächste logische Schritt.

Fast jeder von uns hat heute noch einen Zweitjob und zwar den als Medienkonsument. Laut Studien verbringen Menschen in den EU-Ländern durchschnittlich 37 Stunden pro Woche mit dem Konsum von Massenmedien. Das ist natürlich nicht nur das Internet, sondern auch Fernsehen, Radio oder Zeitungen. Nichtsdestotrotz sind 37 Stunden viel.

Einher mit dem übertriebenen Konsum von digitalen Angeboten gehen auch neue Krankheitsbilder und -phänomene. Zum Beispiel FoMo (Fear of Missing out). Das ist schlichtweg die Angst, etwas zu verpassen. Wenn ich einer Tätigkeit nachgehe, dann denke ich an eine andere Tätigkeit, weil ich denke, diese ist eigentlich viel besser. Oder da wäre noch die E-Mail-Allergie. Das ist die Stressreaktion, die beim Eintreffen neuer eMails verursacht wird. Aber es gibt natürlich noch mehr.  Monika Schmiderer hat mir in den ersten Kapiteln von „Switch Off“ noch einmal bewusstgemacht, dass ich etwas tun muss.

Was ich an „Switch Off“ von Monika Schmiderer schrecklich fand

Nach der Einführung ins Thema beginnt Monika Schmiderer mit dem eigentlichen 14-Tage-Programm. Das ist die Zeit, in der man das Smartphone in eine Schublade legen soll. Jeder Tag widmet sich einem anderen Thema und hält andere Aufgaben zur Selbstreflektion bereit. Der Ansatz ist vielversprechend, aber letztendlich hat es mich sehr genervt. Nicht mal unbedingt, dass ich das Smartphone nicht bei mir hatte, sondern vielmehr die Art der Aufgaben.  Zum Beispiel sollte ich einen Brief an mein achtjähriges Ich schreiben. Ernsthaft?

Alles hat Monika Schmiderer dann noch in so einen Jubbel-Selbstbeweihräucherungs-Ton verfasst, dass selbst amerikanische Wanderprediger neidisch werden. Für mich war das zu viel und die Aufgaben habe ich dann am 5. Tag einfach nicht mehr gemacht. Schade.

Was ich nun mache

Schon vor „Switch Off“ habe ich das Schlafzimmer zur Smartphone-freien Zone erklärt und mir einfach einen altmodischen Wecker gekauft. Das verhindert sehr gut, dass ich direkt vor dem Einschlafen noch stundenlang im Internet lese. Generell versuche ich auch, etwa 1 bis 2 Stunden vor dem Schlafengehen das Handy ganz wegzulegen. Displays von Laptops, Smartphone und Tablets verbreiten ein bläuliches Licht, welches die Produktion des Schlafhormons Melatonin verhindert.

Um nicht in die Produktivitätsfalle zu tappen, habe ich für mich bestimmte Zeiten festgelegt, in denen ich das Smartphone im Alltag nutze. Zwischen diesen Zeiten erledige ich meine Aufgaben und das klappt wunderbar.  Das Buch „Switch Off“ hat mit diesen Maßnahmen allerdings wenig zu tun.

Monika Schmiderer: Switch Off und hol Dir Dein Leben zurück. Knaur Verlag. ISBN: 978-3426214268. 304 Seiten. 16,99 €.