Kapri-zioes

Aus dem Leben einer Leserin: Juli 2017

Der Juli bedeutet für mich vor allem eines: Stress. Schließlich sind die Vorlesungen des Semesters vorbei und die Prüfungen stehen an. Wenn alles gut geht, ist es mein letzter Sommer mit schriftlichen Prüfungen und bisher ging immer alles gut. Für Außenstehende sind meine Tätigkeiten im Juli also nicht sonderlich spannend, denn ich sitze vormittags und nachmittags in meinem Arbeitszimmer und versuche mir die Inhalte meiner Vorlesungen einzuprägen. Ich habe 6 Prüfungen geschrieben: Prozesscontrolling, Geschäftsprozessmodellierung und -management, Konsumentenverhalten, Marktforschung, eBusiness und Marketingmanagement. Dieses Semester waren alle Vorlesungen sehr theorielastig, es gab also viel zum auswendig lernen und weniger Aufgaben, für die ich rechnen musste. Sehr nervig!

Jetzt wo ich diesen Text schreibe (Samstagvormittag) habe ich gerade alle meine Prüfungen überstanden und vor mir liegen meine Semesterferien. Die ersten Tage nach der Prüfungsphase sind immer seltsam für mich – mit einem Schlag habe ich viel mehr Zeit und der Druck ist abgefallen. So ähnlich muss es sein, wenn man in Rente geht. Während ich noch gelernt habe, habe ich mir immer mal wieder ausgemalt, was ich alles mit meiner Freizeit anstellen werde und jetzt, wo es soweit ist, bin ich überfordert und weiß nicht genau, was ich machen soll. Ich hoffe, das renkt sich die nächsten Tage noch ein, denn eigentlich habe ich genug Dinge zu erledigen. Zum Beispiel müsste ich meinen Antrag beim BAföG-Amt für mein letztes Studienjahr einreichen oder beginnen, meine Seminararbeit zu schreiben oder das Auto mal in die Werkstatt bringen oder mal wieder ein bisschen mehr Zeit in meinen Blog investieren (#buchpassion!).

Was ich ausprobiert habe

Vor wenigen Tagen haben mein Freund und ich uns Fahrräder gekauft. Als Grundschulkind bin ich sehr häufig Fahrrad gefahren, eigentlich jeden Tag, wenn es ging. Und dann überhaupt nicht mehr. Ich saß also nach 10 Jahren in einem Fahrradladen das erste Mal wieder auf einem Fahrrad und sollte ausprobieren, ob ich damit zurechtkomme. Der Verkäufer wird sich auch seinen Teil gedacht haben, als ich den Parcours entlang eierte. Peinlich! Trotz meiner Scham und meines anfänglichen Unvermögens habe ich mich dann doch für ein Fahrrad entscheiden können. Jetzt fahren mein Freund und ich gern am späten Nachmittag eine Runde durch den Stadtpark oder erledigen kleiner Einkäufe in der Innenstadt von Chemnitz. Nach nur wenigen Tagen finde ich Fahrrad fahren großartig, auch wenn die Berge mir hier manchmal zu schaffen machen. Schade, dass ich nicht schon viel früher mir ein Fahrrad gekauft habe.

Was ich gelesen habe

Ich bin wieder stolz auf mich, dass ich im Juli sowohl Sachbücher als auch Romane gelesen habe. Mir ist es wichtig, dass die Bücher, die ich lese, möglichst verschieden sind und ich neue Dinge kennenlerne. Bei der gesunden Ernährung achtet man schließlich auch auf möglichst abwechslungsreiches Essen. Sehr gern habe ich „Sieben Nächte“ von Simon Strauss gelesen, was mich auch noch einige Zeit danach in Gedanken begleitet hat, weil der Protagonist und ich einige Probleme miteinander teilen.

Der Roman, der mich beim Lesen am meisten gefesselt hat, war „Mischling“ von Affinity Konar. Es ist faszinierend, wie die Autorin den Schrecken des Holocausts und der Experimente von Dr. Mengele mit der Geschichte der Zwillinge Stasia und Perle verbindet. Die Erzählperspektive ist ungewöhnlich und das kindliche Erzählen zeigt eine andere Seite dieser Verbrechen.

Von allen Sachbüchern hat mich „Die Kunst ein kreatives Leben zu führen“ von Frank Berzbach am meiste beeindruckt. Es geht Frank Berzbach um Achtsamkeit beim Leben und Arbeiten. Das Buch ist hervorragend recherchiert und gibt wahnsinnig viele Anregungen zum Weiterlesen. Und es zwingt einem vor allem zum Nachdenken über die eigene Art zu arbeiten. Sehr weise und inspirierend!

Eher langweilig fand ich hingegen „Als wir unbesiegbar waren“ von Alice Adams, die eine Geschichte über 4 Freunde geschrieben hat und zeigt, wie ihnen das Leben im Lauf der Jahre so mitspielt. Manchmal war das Buch spannend, aber die meiste Zeit plätscherte es dahin. Überhaupt nichts anfangen konnte ich mit „Bret Easton Ellis und die anderen Hunde“ von Lina Wolff. Ihr Roman handelt von der fiktiven Autorin Alba Cambo und ich weiß absolut nicht, was er mir sagen soll.

Hast du im Juli etwas Schönes entdeckt oder ein tolles Buch gelesen?