Kapri-zioes

Aus dem Leben einer Leserin: Juni 2017

Gefühlt war ich im Juni kaum zu Hause, denn zwei große „literarische“ Events standen für mich an: Die Litblog Convention am 10.6. in Köln und 2 Wochen später das zweite Litcamp in Heidelberg. Damit waren zwei Wochenenden für mich schon mal geblockt, denn Köln und Heidelberg liegen mit dem Zug einige Stunden entfernt, so dass ich meistens einen Tag für die Anreise und einen für die Abreise benötigte. Beide Veranstaltungen haben sich für mich gelohnt, auch wenn sie mit ein paar Anstrengungen verbunden waren. Ich mag es, andere Buchblogger zu treffen oder mich allgemein mit „Onlinern“, die ich sonst nur auf Twitter, Facebook und Instagram sehe, auch mal von Angesicht zu Angesicht zu unterhalten. Meistens entstehen dabei tolle Ideen für zukünftige „Aktionen“ oder man merkt, dass man auch abseits der Literatur viele Gemeinsamkeiten hat. Das sind wirklich schöne Momente.

Aus dem Uni-Leben

Nichtsdestotrotz besteht mein Leben nicht nur aus diesem Literaturblog. Im Juni hat mich zum Beispiel auch mein Datenbankpraktikum wieder sehr auf Trapp gehalten und ich bin wirklich froh, wenn am 11.7. die mündliche Prüfung dazu ist und sich das Thema dann hoffentlich erledigt hat. Das Datenbankpraktikum nimmt mir so viel Zeit, dass ich mittlerweile auch andere Unisachen etwas vernachlässige. Ob sich das rächt wird sich in etwa 2 Wochen noch zeigen, wenn die Prüfungsphase beginnt. Davor habe ich – wie jedes Semester – etwas Bedenken, ob meine Anstrengungen auch wirklich reichen und ob ich alles schaffe, was ich mir vorgenommen habe. Neben der mündlichen Prüfung im Datenbankpraktikum habe ich mich für 6 schriftliche Prüfungen angemeldet. Das sind zumindest schon mal 2 schriftliche Prüfungen weniger als im Wintersemester, aber da war ich auch wirklich fertig mit den Nerven, als ich die letzte Prüfung geschrieben hatte.

In dieser Woche steht für mich übrigens meine Blockvorlesung in Konsumentenverhalten an. An 3 Tagen habe ich von früh bis spät Uni und werde da hoffentlich noch einmal neue Erkenntnisse gewinnen, wie ich als Konsument von Unternehmen manchmal für blöd verkauft werde. Ich finde diese Disziplin recht spannend, weil sie mich fast täglich betrifft und sie ziemlich viele psychologische Themen enthält. Außerdem habe ich ein paar Workshops für mein Seminar in Wirtschafsinformatik. Ich war überglücklich, als ich vergangene Woche den Platz im Seminar erhalten habe. Die dazugehörige Seminararbeit muss ich übrigens über die Sommersemesterferien schreiben, kurz nach dem die Uni im Oktober wieder beginnt, muss ich die Seminararbeit abgeben.

Was ich ausprobiert habe

Auf der Litblog Convention habe ich ein neues Hobby für mich entdeckt – Handlettering. Das ist die moderne Form von Schönschreiben und man verwendet dafür häufig Brush Pens, also Stifte, deren Spitze sich wie ein Pinsel verhält. Handlettering ist leider nicht so trivial, wie es vielleicht klingt, denn es gehört viel Übung dazu, um wirklich schöne „Bilder“ mit Buchstaben bzw. Zitaten zeichnen zu können. Sehr viel geübt habe ich bisher übrigens noch nicht, aber immer, wenn ich abends mal eine Stunde Zeit habe, zeichne ich jetzt Buchstaben. Meine ersten Brush Pens hat mir übrigens Daniela geschenkt, weil sie schon so viele hat und sie die Brush Pens vom Topp Verlag nur testen sollte. Sie funktionieren super.  Neben mir hat sich auf der Litblog Convention auch Nisnis vom Handlettering begeistern lassen und sie schrieb darüber sogar schon mehrere Blogartikel und übt generell fleißiger als ich.

Was ich gelesen habe

Mein Juni bestand aus einigen Romanen und einigen Sachbüchern. Die Romane haben mir aber tendenziell diesmal mehr Spaß gemacht. Beispielsweise habe ich endlich „Der Report der Magd“ von Margaret Atwood gelesen und ich war davon begeistert, erschreckt sowie nachdenklich zugleich. Margaret Atwood gehört zu den ganz großen Autorinnen und ich freue mich sehr, dass sie dieses Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhält. Außerdem habe ich den zweiten Roman von Kat Kaufmann „Die Nacht ist laut, der Tag ist finster“ sehr gemocht. Und zwar so sehr, dass ich jetzt auch noch ihren Debütroman „Superposition“ lesen möchte.

Sehr gemocht habe ich auch das kleine Büchlein mit 5 Texten von Wolfgang Herrndorf, welches der Rowohlt Verlag kürzlich verlegt hat. Aber mit dem Büchlein war ich innerhalb einer Stunde durch, weil es wirklich nur sehr wenige Seiten hat.

Von den Sachbüchern hat mir „Luft nach oben“ von Nicolas Dierks die größte Freude bereitet. Es ist ein gut verständliches und leichtfüßig geschriebenes Buch über Philosophie im Alltag. Eigentlich sollten so alle Philosophiebücher sein, dann würden auch mehr Menschen sich mit dem Thema auseinandersetzen.

Gar nicht gemocht im Juni habe ich „Business für Bohemians“ von Tom Hodgkinson. Ich frage mich immer noch, was er mit dem Buch sagen möchte. Für mich ist es ein oberflächlicher und eher schlecht geschriebener BWL-Ratgeber. Dabei kann Tom Hodgkinson so viel besser schreiben.
Kommentierfrage: Was hast du im Juni gemacht? Was hat dich bewegt?