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Luft nach oben – Philosophische Strategien für ein besseres Leben von Nicolas Dierks

Ich interessiere mich sehr für Philosophie. Das ist so seit meinem Abitur als wir im Ethikunterricht die bekannten Philosophen und ihre Ideen beziehungsweise Theorien durchgegangen sind. Das klingt beim Schreiben jetzt langweilig, aber für mich war es eine Entdeckungsreise durch verschiedene Ansätze, die Welt zu sehen. Das habe ich auch in meinem BWL-Studium glücklicherweise nicht abgelegt. Heute lese ich regelmäßig Magazine wie „Hohe Luft“ oder das „Philosophie Magazin“ und immer wieder auch Bücher. Auf ein Philosophiebuch, das jetzt gerade erschienen ist, habe ich mich seit Beginn des Jahres gefreut, denn ab da wusste ich, dass Nicolas Dierks ein zweites Sachbuch über Philosophie veröffentlicht – „Luft nach oben“.

Philosophie geht jeden an

In „Luft nach oben“ geht es darum, die gedanklichen Grundlagen für ein besseres Leben zu schaffen. Nicolas Dierks ist die praktische Philosophie sehr wichtig und nicht der Elfenbeinturm des wissenschaftlichen Diskurses. Das Buch wurde für jeden interessierten Menschen geschrieben und braucht keine Vorkenntnisse.

Schon 2014 habe ich das erste Sachbuch „Was tue ich hier eigentlich?“ von Nicolas Dierks gelesen und auch auf meinem Blog rezensiert. „Luft nach oben“ ist dem ersten Buch nicht unähnlich – es ist für jeden leicht zugänglich, interessant und teilweise auch sehr persönlich geschrieben. Nichts mit staubtrockener Philosophie!

Themen aus „Luft nach oben“

Philosophische Strategien für ein besseres Leben

Ich hoffe, du hast durch die Themenliste schon einen kleinen Einblick ins Buch gewonnen. Nicolas Dierks erläutert diese Fragen immer wieder an kleinen Anekdoten oder Geschichten. Besonders in Erinnerung ist mir zum Beispiel die Geschichte des Marktforschers im Hamsterrad geblieben. Dieser Mann ist gelangweilt von sich und seinem Job im Marktforschungsinstitut. „Alle sind per Du, aber Freunde hat er dort keine.“ (Seite 86) Er sieht den Sinn in seiner Tätigkeit nicht, arbeitet trotzdem viel und fragt sich am Wochenende in Kunstgalerien, was wirklich von seinem Leben übriggeblieben ist. Der Marktforscher ist so schlecht gelaunt, dass seine Freundin lieber nicht nachfragt. Eigentlich hätte er gern ein Kind mit ihr, aber sie will nicht, denn die Karriere ist ihr erstmal wichtiger.

Auf der Suche nach einem Geschenk findet er im Buchladen ein Buch „Der Mensch ist das Wesen, das immer entscheidet, was es ist.“, dann beginnt der Marktforscher nachzudenken und sich zu verändern. Aber gleich radikal – seine Arbeitskollegin erzählt ihm von einem Achtsamkeits-Workshop und er fasst den Plan, sich ein Jahr Auszeit bei einem buddhistischen Retreat-Zentrum auf Irland zu gönnen. Er ist überzeugt, dass er dies braucht, um seine Einstellung zu ändern. Seine Freundin lässt ihn gehen, obwohl sie in der Zwischenzeit zu der Erkenntnis kam, dass sie auch gern ein Kind möchte. Was nach dem Sabbatical passiert ist kein Happy-End und hat auch keine Pointe.

Aus diesen kleinen Geschichten habe ich mehr gelernt als aus 50 Seiten theoretischen Überlegungen. Nicolas Dierks ist sehr gut darin, philosophische Erkenntnisse in Geschichten zu verpacken und sie so „normalen“ Menschen näher zu bringen. Gerade auch die Strategien, um Gewohnheiten im eigenen Leben zu verankern ist für mich ein sehr nützliches Kapitel gewesen. Ebenso wie die Liste mit den 15 Strategien, die Veränderung unmöglich machen. „Luft nach oben“ hilft also, festzustellen, was man im Leben möchte, was wichtig ist, was man ändern möchte und bietet dann auch konkrete Unterstützung bei der Umsetzung mit dem „richtigen Mindset“. Und das kann dieses Buch besser als jeder Diätratgeber. Versprochen.

Nicolas Dierks: Luft nach oben – Philosophische Strategien für ein besseres Leben. Rowohlt Verlag. ISBN: 978-3499631740. 256 Seiten. 14,99 €

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