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BELLA triste – Zeitschrift für junge Literatur

Wenn man aufmerksam ist, kann man überall kleine und meist gut designte Literaturzeitschriften entdecken. Am besten geht das übrigens in den großen Buchläden an Bahnhöfen, habe ich festgestellt. „BELLA triste“ ist eine dieser Zeitschriften, die ich auf einer meiner Reisen entdeckt habe. Soweit ich mich noch erinnere, war ich vor etwa 5 Jahren beruflich unterwegs und habe in Leipzig am Hauptbahnhof ein Exemplar gekauft.

BELLA triste – Was steckt dahinter?

In der „BELLA triste“ geht es um Gegenwartsliteratur in all seinen unterschiedlichen Formen. Dabei kannst du in dieser Zeitschrift Prosa, Lyrik, Dramatik, Essays, Interviews, Fotos und Reflexionen finden. Das Programm ist also ausgesprochen abwechslungsreich!

Die Zeitschrift „BELLA triste“ erscheint drei Mal im Jahr. Es gibt Ausgaben im Frühjahr, im Sommer und im Herbst. Verlegt wird die Zeitschrift vom gemeinnützigen Verein BELLA triste e.V., der sich den „kreativen Umgang mit Texten in Lesungen, Konferenzen und Veranstaltungen sowie in Publikationen“ auf die Fahne geschrieben hat. Sehr interessant ist auch die Nähe zum Studiengang Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Der Studiengang wird übrigens unter anderem von Hanns-Josef Ortheil geleitet. Außerdem veranstaltet der Verein aller 3 Jahre das Literaturfestival Prosanova – 2017 findet es das nächste Mal statt.

Ohne Bella wäre das Leben triste

Beim Lesen der Ausgaben #45 und #46 der „BELLA triste“ wurde ich beeindruckt von der Vielfalt der Literatur. In der Regel lese ich Romane, manchmal Sachbücher, seltener Lyrik und Kurzgeschichten. Die Mischung der Literaturgattungen und insbesondere der Autorinnen und Autoren ist fantastisch. Unbekannte Autoren stehen ohne Abstriche zwischen den Texten von bereits etablierten Autoren und das erfrischt ungemein, denn etwaige Vorurteile verlieren ihre Bedeutung. Ich lasse mich also ganz auf die Worte ein, versuche sie nachzuvollziehen und befinde mich im Kopf eines anderen Menschen. Das war ein schönes Gefühl beim Lesen.

Die Highlights einer jeden Ausgabe war immer das Interview am Ende der „BELLA triste“. Für die 45. Ausgabe wurde Antonia Baum und für die 46. Ausgabe Shida Bazyar interviewt. Eines meiner absoluten Lieblingsbücher 2016 war „Nachts ist es leise in Teheran“ von Shida Bazyar und das Interview in der „BELLA triste“ hat mir nochmal einen ganz anderen Eindruck gegeben. Sozusagen hat es meine Gedanken zum Buch umgekrempelt und das fand ich ganz besonders faszinierend.

Natürlich mochte ich nicht immer alle Texte. Manchmal hatte ich Probleme, mit den Gedanken der jungen Autorinnen und Autoren Schritt zu halten und wusste nicht, worauf sie hinauswollten. Andere Texte schätze ich gerade wegen der Experimentierfreude und der Frische in der Literatur. Beim Lesen habe ich gemerkt, dass besonders die Kurzgeschichten mit tragischen Inhalten mich einnehmen. Empfehlen kann ich die Texte „Apfelbäume“ von Virginia Brunn, „Die sicheren Ufer verlassen“ von Margarita Iov und „Erst aus dem Bett aufzustehen wenn der Hunger einen killt und dann Benjamin Blümchen Torte zu essen das ist Rap“ von Jacob Teich.

Fazit

„BELLA triste“ ist eine überraschende, Grenzen aufbrechende und manchmal auch etwas irritierende Zeitschrift für junge Literatur, die mich sehr inspiriert hat.

Kommentierfrage: Kennst du die „BELLA triste“? Was hälst du von ihr?

7 Kommentare

  1. Liebe Janine,
    ich kenne BellaTriste und mag sie auch. Es ist doch schön, dass es noch Literaturzeitschriften gibt, die neue Blickwinkel ermöglichen, ohne gleich zu wissenschaftlich zu sein, und gleichzeitig nicht seicht werden.

    Lg
    Eva

  2. Ich lese die BELLA triste auch super gerne. Bekomme die hier auch nur in der Bahnhofsbuchhandlung =). Eine Zeit lang hatte ich mal die Edit im Abo. Kennst du die auch?

  3. Hallo Eva,

    das finde ich auch sehr schön. Magst du noch andere Literaturzeitschriften? 😉

    Viele Grüße,
    Janine

  4. Hallo textmagazin,

    die Edit kenne ich auch und ich mag sie. Irgendwann will ich auch darüber noch einen Artikel schrieben. Warum hast du die edit nicht mehr abonniert?

    Viele Grüße,
    Janine

  5. Durch die Arbeit an der Uni komme ich mit einigen in Berührung. Die Hören finde ich interessant, weil sie immer wieder so unterschiedliche Themen aufgreift. Text + Kritik bietet wirklich gute Aufsätze, die nicht zu komplex sind, aber viel Inhalt haben. Mit literarischen Inhalt kenne ich noch Kalliope, Lautschrift und natürlich die Literaturzeitungen wie Volltext.
    Das sind jetzt die, die mir aus dem Stand einfallen.
    Lg
    Eva

  6. Hallo Janine,
    einerseits war es ein Jahresabo, das ich geschenkt bekommen habe, andererseits waren zu der Zeit auch super viele experimentelle Sachen, vor allem Lyrik die mit der Form oder Sprache an sich arbeitet, abgedruckt. Ich fand das zwar interessant, aber konnte da nicht so super viel damit anfangen, bzw. hatte die Zeitschrift dann auch immer sehr schnell durchgelesen=). Ich stehe einfach doch sehr auf Kurzprosa und hatte das zu der Zeit in der Edit ein bisschen vermisst. Deswegen habe ich dann eher ab und zu die BELLA triste gekauft. Würd mich auf jeden Fall freuen, wenn von dir noch ein Artikel zur Edit kommt! Finde das Format Literaturzeitschrift ohnehin sehr attraktiv und interessant und hab mich gefreut hier mal einen Artikel darüber zu lesen.
    Liebe Grüße, Milena

  7. Hallo Milena,

    bald ist ja Buchmesse, vielleicht sehe ich da noch ein paar andere interessante Literaturzeitschriften über die ich gern etwas schreiben möchte. Den Stand der Edit werde ich sicher besuchen. 😉

    Viele Grüße,
    Janine

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