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6 Dinge, die ich an „Die Geschichte eines neuen Namens“ von Elena Ferrante mag

  1. „Die Geschichte eines neuen Namens“ ist der zweite Band der Neapolitanischen Saga von Elena Ferrante. Ich habe bereits im Sommer bei Erscheinen den ersten Band gelesen und rezensiert.  Ich war mir noch nicht schlüssig, ob ich die Reihe wirklich weiterlesen möchte, denn im Gegensatz zu anderen Lesern finde ich an der Freundschaft von Elena und Lila keinen Gefallen. In meinen Augen ist es keine Freundschaft, sondern eher Eifersucht und Wettbewerb. Der Grund, warum ich den zweiten Teil der Tetralogie gelesen habe, ist Elena und ihr Aufstieg aus dem Elend des Rione durch Bildung. Und dann war ich vom zweiten Band überrascht, denn ich habe ihn viel lieber als „Meine geniale Freundin“, also den ersten Band, gelesen. Ich mag das Buch „Die Geschichte eines neuen Namens“ dafür, dass es so viel packender ist als der erste Band und in mir die Begeisterung für die Tetralogie geweckt hat.
  2. Manche Geschichten brauchen einige Zeit, bis sie ihre richtige Wirkung entfalten können. Das ist heutzutage meist schlecht, denn Leser haben keine Lust, sich durch viele Seiten dicker Wälzer zu graben, bis die Geschichte gut wird. Ich bin selbst so und deshalb habe ich mit mir gehadert, ob ich meine Lesezeit mit Elena Ferrante füllen möchte. Beim Lesen von „Die Geschichte eines neuen Namens“ war ich innerhalb weniger Seiten in der Geschichte versunken. Ich kenne die Figuren und ihre Marotten bereits aus dem ersten Band und weiß, was sie bewegt. Jeden Tag habe ich mich darauf gefreut, am Abend Elena Ferrante weiterlesen zu können. Diese Vorfreude auf ein Buch und Versunkenheit in eine Geschichte können nur die wenigsten Autoren auslösen.
  3. „Ich begann mir wieder Romane aus der Bibliothek zu holen und las einen nach dem anderen. Doch auf die Dauer taten sie mir nicht gut. Sie boten intensive Leben, tiefschürfende Dialoge, ein Trugbild der Realität, das fesselnder war als mein reales Leben.“
    (Aus: „Die Geschichte eines neuen Namens“ von Elena Ferrante, Seite 113)
    Allein  für dieses Zitat hat sich das Lesen des Buchs gelohnt.
  4. Die Hauptfigur Elena macht im zweiten Band der Tetralogie ihr Abitur und beginnt danach sogar ein Studium an der Universität. Außer ihr schafft das keiner aus dem Freundeskreis im Rione. Ich bewundere Elena für ihre eiserne Disziplin und ihren Mut. Sie hätte es so viel einfacher haben können – heiraten und dann die Hausfrau spielen. Aber sie strengt sich jeden Tag an, lernt bis in den Abend hinein und versucht ihre Fähigkeiten zu verbessern. Ich habe Freude, darüber zu lesen, wie sie mit ihrer harten Arbeit auch Erfolge einfährt. Elena ist für mich definitiv einer der Hauptgründe, Elena Ferrante zu lesen.
  5. Beim Lesen von „Die Geschichte eines neuen Namens“ wurde ich immer wieder mit Gewalt konfrontiert. Diese Gewalt geht häufig von Männern aus, die ihre Frau oder Kinder verprügeln, die anderen Menschen mit dem Schlimmsten drohen oder ganz einfach ihren eigenen Willen ohne Kompromisse durchsetzen. Elena Ferrante erzeugt mit dieser Art von Bedrohung zum einen Spannung und zum anderen sensibilisiert sie für diese Gewalt. Die Rollen von Mann und Frau sind streng definiert und es fühlt sich beim Lesen manchmal wie eine zu festsitzende Korsage an. Aber Lila und Elena unternehmen jede auf ihre Weise etwas dagegen. Das Buch hat also ganz klar auch feministische Komponenten.
  6. Nachdem ich den zweiten Band von Elena Ferrante fertiggelesen hatte, war ich traurig, dass es schon zu Ende war. Und noch trauriger war ich, dass der dritte Band erst im Mai auf Deutsch erscheint. Wahrscheinlich ist das dieses #ferrantefever von dem alle sprechen.

Kommentierfrage: Hast du Elena Ferrante schon gelesen? Was sagst du dazu?

3 Kommentare

  1. Bisher habe ich noch nichts von ihr gelesen, aber das klingt ja richtig gut. Ich mag dicke Schmöcker und gegen mich ein bisschen durchquälen um dann Perlen zu entdecken habe ich auch nichts. Danke für den Tipp, die Reihe wandert jetzt auf meine Wunschliste.
    LG Lexa

  2. Das klingt super! Ich bin bisher noch um die Reihe herumgeschlichen, weil noch so viele andere Bücher auf mich warten. Ja, ich weiß, ein schweres Los 😉 Aber Teil 2 klingt echt gut 🙂
    Liebe Grüße, Eva

  3. Ich bin schon richtig gespannt auf Mai, wenn der dritte Teil veröffentlicht wird. 😉 So etwas habe ich tatsächlich selten.

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