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Am Arsch vorbei geht auch ein Weg von Alexandra Reinwarth

Manchmal bin ich völlig aus meinem inneren Gleichgewicht, dann bin ich gereizt und mich regt so ziemlich jede Kleinigkeit auf. Ich möchte nicht so sein, denn dieser Zustand ist schrecklich – schrecklich unfair meinen Mitmenschen gegenüber und schrecklich, weil ich mich schlecht fühle. Mittlerweile habe ich gemerkt, dass es mich aus dem Gleichgewicht bringt, wenn ich mir zu viele Dinge vornehme. Dann kann ich die Bitten der anderen nicht ablehnen, mache mir Vorstellungen, wie ich zu sein habe oder setze mich selbst völlig unter Druck. Sicher kennst du diese Situation auch. Als ich mich zuletzt völlig überfordert gefühlt habe, habe ich mir das Buch „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“ von Alexandra Reinwarth bestellt.

Buch „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“ – Ein Plädoyer für mehr Gelassenheit

Alexandra Reinwarth hat mir mit „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“ den Kopf gewaschen und mich wieder geerdet. Es tat mir gut, mir vor Augen zu führen, dass mein Problem nicht die vielen Dinge sind, die ich vermeintlich erledigen muss, sondern dass das Problem ich selbst bin. Meine Mutter sagte früher immer: „Setz dich mit dem Arsch darauf!“ Das tat sie, wenn ich mir wieder Sorgen machte. Wie klug dieser Rat ist, das habe ich erst jetzt bemerkt.

Die Autorin Alexandra Reinwarth hatte ein ähnliches Problem wie ich – sie machte sich zu viele Sorgen. Konkret war der Anlass bei ihr eine Freundin, die ihr alle Energie aussaugte. Ihre Freundin Kathrin hatte immer nur zu meckern und wollte sich gar nicht mehr aus dem Jammertal herausbewegen, in dem sie es sich eingerichtet hatte. Dabei gab sie Alexandra Reinwarth noch das Gefühl, in ihrer Schuld zu stehen. Alles in Kathrins Leben ist eine Katastrophe. Wirklich alles – „immer ist es ein Schicksalsschlag, darunter macht sie es nicht.“ Kathrin war also keine Freundin sondern ein egomanischer Aufmerksamkeitsmagnet. Irgendwann reichte es Alexandra Reinwarth und sie sagte Kathrin während eines Café-Besuchs: „Fick dich!“ Seit diesem Satz war Ruhe und Alexandra Reinwarth merkte, dass es ihr besserging.

Wie sich dein Leben verbessert, wenn du dich endlich locker machst – Der Untertitel ist Programm

Warum also die Lehre mit Kathrin nicht auch auf andere Bereiche übertragen? Alexandra Reinwarth probierte daraufhin, in sämtlichen Bereichen des Lebens gelassener zu werden und sich die Dinge am Arsch vorbeigehen zu lassen. Die Autorin beginnt mit der eigenen Person: Also zum Beispiel die Bikini-Figur, das eigene Aussehen und die ständige Sucht nach Selbstoptimierung. Alexandra Reinwarth probiert es aus, wie es ist ohne Make-up auf Arbeit zu gehen. Diese Idee fand ich persönlich absurd, denn sie arbeitet in einer Marketingagentur, und Alexandra Reinwarth merkt dann auch, dass leider nicht alles am Arsch vorbeigehen kann.

Nichtsdestotrotz war es für mich toll zu lesen, was im Leben eigentlich nicht unbedingt sein muss – also in welchen Bereichen, wir uns zu sehr den vermeintlichen Erwartungen anderer beugen. „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“ ist ein Ratgeber ohne erhobenen Zeigefinger. Vielmehr berichtet die Autorin sehr anschaulich und witzig aus ihrem eigenen Leben, teilt ihre Erfahrungen mit und gibt Tipps, wie man gelassener werden kann. Alles passiert auf Augenhöhe. Das habe ich beim Lesen sehr genossen und es hat mich sehr angeregt und zugleich entspannt. Neben der eigenen Person behandelt „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“ auch die Bereiche Freunde & Bekannte, Familie, Beruf, Eltern & Kinder und die Liebe. Alexandra Reinwarth holt also zum Rundumschlag in Sachen am Arsch vorbeigehen aus.

Fazit

„Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“ von Alexandra Reinwarth ist ein humorvoller Ratgeber, der das Leben unbeschwerter macht und für mehr Gelassenheit sorgt.

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