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Was ich 2017 ausprobieren möchte

Zur Jahreswende habe ich das letzte Buch von Roger Willemsen „Wer wir waren“ gelesen. Es hat mich beeindruckt, schwer erschüttert und wohl am meisten von allen gelesenen Büchern 2016 verändert. Willemsen schreibt sein Buch aus einer etwas anderen Perspektive. Er fragt sich, was die Menschen in der Zukunft wohl über uns Menschen in der Gegenwart denken werden. Ein schwieriges und Schwindel erregendes Gedankenexperiment.

Die eigenen Erwartungen

In den letzten Wochen vor Jahresende war ich häufig gereizt. Eigentlich war mir jede zusätzliche Aufgabe zu viel und ich habe mir Gedanken um alles Mögliche gemacht. Seit Oktober bin ich im Master eingeschrieben und der Stoff, besonders der in Wirtschaftsinformatik, ist alles andere als leicht. Das machte und macht mir Sorgen, wenn ich an die nächste Prüfungsphase im Februar denke. Zeitgleich habe ich noch ganz schön viele andere Sachen neben dem Studium gemacht – als Werkstudentin gearbeitet, diesen Blog geschrieben, Veranstaltungen für die Umweltgruppe der Uni organisiert und dann habe ich ja eigentlich auch noch ein Privatleben. Ich denke, es war einfach zu viel. Die Erwartungen, alles unter einen Hut zu bringen, waren zu groß. Und diese Erwartungen kamen zum größten Teil von mir selbst.

Schon vor der Lektüre von „Wer wir waren“ stand für mich fest, dass ich im kommenden Jahr meine Tätigkeiten für andere herunterschrauben muss. Aber jetzt nach dem Lesen ist es mir sehr wichtig. Ich möchte 2017 mehr Freiräume haben, auch mal andere Dinge auszuprobieren. Und die werde ich mir nehmen.

Meine Vorsätze

  • Ich möchte mehr Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie verbringen.
  • Es muss nicht immer die hohe und anspruchsvolle Literatur aus dem Feuilleton sein, die ich lese und die ich auf meinem Blog bespreche. Der Druck ein bestimmtes Niveau zu erreichen oder zu halten ist vollkommen überflüssig.
  • Ich lese nur noch das, was mich wirklich interessiert.
  • Mehr Bewegung würde mir guttun – zukünftig nehme ich mir mehr Zeit fürs Joggen im Park.
  • In 2017 möchte ich neue Dinge entdecken und das ohne Vorurteile. Ich möchte etwas fürs Leben lernen – also nicht den ganzen theoretischen Stoff, den ich mir so an der Uni eintrichtere. Und ich möchte von anderen Frauen und ihren Erfahrungen lernen. Deshalb habe ich mir kurz vor Jahresende eine Studenten-Flatrate für die Webinar Reihe von Edition F gekauft. Dabei möchte ich bei jedem dieser Webinare im nächsten Jahr dabei sein.

Und was möchtest du 2017 probieren?

14 Kommentare

  1. – mehr am Roman arbeiten, weniger Nebenbei-Projekte.

    – bessere Fotos machen, Instagram besser bespielen.

    – Texte nicht zu schnell auf meinem Blog abstellen, sondern mich vorher früher/klüger/strategischer um andere Veröffentlichungsorte kümmern (gern: bezahlte).

    – noch mehr Bücher anlesen, auswählen, besser/klüger aussuchen, was ich zu Ende lese.

    – Check-up beim Arzt, Aufnahme in die Künstlersozialkasse, Finanzen besser organisieren etc.

    – Freunde in München, Essen, Hildesheim, Ostwestfalen besuchen.

    – mehr Veranstaltungen moderieren, mehr Interviews führen, im Radio sein: Bühnen-, Live- und Gesprächssituationen suchen.

    – regelmäßiger und besser schlafen.

  2. Finde ich sehr gut! Manchmal muss man „stopp“ sagen und wieder mehr darauf sehen was einem wirklich gut tut
    .
    Zeit für Freunde nehmen war in den letzten drei Jahren immer auf meiner Vorsatz-Liste und es gelingt mir auch immer besser. Auch sich immer wieder daran zu erinnern, dass man in erster Linie für sich liest, scheint mir wichtig, wenn man durch den Blog so mit dem Gelesenen nach außen tritt.

    Ich bin dann schon mal gespannt auf die Bücher, die Dich wirklich interessieren. Du hast ja Deine Hunderte Liste, vielleicht geht es dann dort ein bisschen weiter? Oder anderes schönes. Kein Stress. 😉

  3. Es ist wirklich wunderbar, dass immer mehr Menschen genauso empfinden und vielleicht bald ein Umdenken stattfindet. Du beschreibst wie auch ich mich kurz vor Ende des Jahres gefühlt hatte.

    Dieses Jahr fühlt sich schon jetzt so sehr nach Umschwung, Neuanfang, Selbstfindung an. Das gibt mir so viel Auftrieb und ich bin effizienter denn je. Nicht mit irgendeiner Arbeit. Sondern mit Projekten, die mir Spaß machen, mit meiner Freizeitgestaltung, mit meiner Beziehung und mit einem guten Gefühl generell.

    Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass dieses Jahr wunderbar für dich wird und deine Vorsätze nur der Anfang von etwas Großartigem sind.

    Liebe Grüße
    Kim

    P.S.: Gerade lese ich „Ich bin raus“ von Robert Wringham. Passt ausgezeichnet zur Thematik.

  4. Liebe Janine,

    ein großartiger Artikel!!! Danke!!!

    Roger Willemsen hat mich immer wieder beeindruckt, egal in welchem Interview ich ihn gesehen habe. Er hatte Humor und konnte einem immer wieder zum Nachdenken bringen. Schade, dass er so früh von dieser Erdenbühne gehen musste.

    Ich bin, seit Oktober 2016, fünfzig Jahre alt und ehrlich, meiner Erfahrung nach halten Vorsätze für ein Jahr kaum und wenn, dann nur mit äußerster Disziplin. Deshalb habe ich es mir abgewöhnt, mir Vorsätze für ein „nächstes Jahr wird es besser“ vorzunehmen. Zum einen verfällt man eh wieder in die „alten Socken“ und zum Anderen wissen wir nicht, was morgen kommt. Diese Welt ist unberechenbar geworden.
    Gewiss, ich bin und will neugierig bleiben. Ich lese ohnehin nur das, was mich interessiert und nicht das, was von „Anderen“ vorgeschlagen oder als gute Literatur erachtet wird. Die Geschmäcker sind verschieden und das ist auch gut so. Durchaus hole ich mir Informationen über Bücher, die von dir oder anderen Bloggern vorgestellt werden, auch schaue ich mir Literatursendungen an, wenn ich sie nicht gerade verpasse ;-). Ich gehe gern in den Buchladen und stöbere, setze mich hin, um in einem Buch zu blättern, um meine Kaufentscheidung zu treffen.

    Was ist gute Literatur?
    Im Grunde doch jeder Leserin und jedem Leser überlassen, dies zu entscheiden.
    Wer entscheidet, was gute Literatur ist?
    Richtig! Die Leserin und der Leser. Was ich von Vorteil finde, ist das es Literatursendungen gibt, in denen jeder eine Orientierung finden kann. Bei den zahlreichen Bücher, die alljährlich herauskommen, ist es schwierig, eine optimale Wahl zu treffen. Gewiss kann es vorkommen, dass man ins Fettnäpfchen tritt, aber wenn man weiß, welche Richtung man gerne liest …

    Vorsätze …
    Habe ich viele, aber ich mache mir keinen Druck, diese zu erfüllen, denn ich weiß, dass ich es kaum halten kann, denn oft ist mir was dazwischen gekommen, oder alles ist anders gelaufen, als ich es geplant habe. Ich hoffe, noch viel in meinen nächsten Jahrzehnten dazulernen zu dürfen, an Erfahrungen teilnehmen zu dürfen und selbst machen zu können.

    In diesem Sinne wünsche ich dir ein gesundes, freudvolles, glückliches und interessantes neues Jahr 2017 mit viel Spaß und Freude, vor allem enorm viel Erfolg!!!

    LG Jutta

  5. Uhh, die Webinar-Reihe hört sich toll an! Ich habe mir für 2017 erst mal das konsequente Arbeiten an meiner Diss vorgenommen. Um über alles den Überblick zu bewahren, habe ich zum Jahreswechsel mein erstes Bullet Journal angefangen und hoffe, dass es wirkt. Bisher bin ich noch sehr begeistert.

    Viel Erfolg mit deinen Vorsätzen, ich bin gespannt.

    LG
    Eva

  6. Lieber Stefan,

    ich denke, dein wichtigster Vorsatz ist der letzte: regelmäßiger und besser schlafen
    Der Rest kommt dann schon von allein! 😉

    Janine

  7. Hallo Andrea,

    als Buchblogger ist man irgendwie doch immer verleitet dazu, die Bücher zu lesen, die gerade alle lesen oder was gerade in einem tollen Pressenewsletter beworben wird.
    Mit den 100 Büchern möchte ich tatsächlich auch mal wieder weitermachen. Das sah die letzten Monate echt böse aus und dabei ist es doch so ein spannendes Projekt! Die 5 Jahre habe ich ohnehin abgeschrieben in Gedanken, aber vielleicht wäre so 1 Buch pro Monat machbar. Das wäre doch ganz schön. <3

    Viele Grüße,
    Janine

  8. Hej Kim-Alexandra,

    vielen Dank für den Buch-Tipp! Wie findest du das Buch bisher? 😉

    In gewissen Abständen muss der Mensch sich mal wieder neu justieren und ein neues Jahr bietet sich da sehr gut an. Wie wohl wir uns fühlen, bestimmt maßgeblich auch unsere Einstellung zu den Dingen. Jetzt gerade mache ich viel für die Uni. Vor Weihnachten hat mich jede Aufgabe in der Beziehung tatsächlich ein wenig genervt, aber wohl nur, weil ich mir keine Zeit dafür gelassen habe. Jetzt macht mir das Lernen immer mehr Freude.

    Viele Grüße,
    Janine

  9. Hallo Jutta,

    ich bin schon der Meinung, dass man sich mit Hilfe von Vorsätzen verändern kann. Ob diese nun zu Neujahr sein müssen, das ist egal. Wenn Menschen ausreichen lange eine gewisse Handlung oder Handlungsweise wiederholen, dann bildet das Gehirn entsprechende Muster. Ja, für den Anfang muss man da schon sehr diszipliniert sein, aber irgendwann ist es keine Anstrengung mehr. Das ist doch irgendwie tröstend. Das gilt natürlich nicht für alles – Charakterzüge kann man nicht wirklich verändern. Aber es gibt ja keine Notwendigkeit alles immer innerhalb eines Jahres zu schaffen. 😉 Gelassen und neugierig bleiben ist das Wichtigste, wie du schon sagst.

    Viele Grüße,
    Janine

  10. Hallo Eva,

    heute auf Arbeit haben sich meine Kollegen (90% Männer) auch total für diese Webinare interessiert. Aber das lag wohl vorallem daran, dass zuerst die Gründer von diesen Einhorn-Kondomen über ihr Marketing sprechen. Gelacht haben wir jedenfalls köstlich. 😉

    Du musst mir unbedingt einmal schreiben, was für Erfahrungen du mit dem Bullet Journal gemacht hast. Mich interessiert das Thema sehr. Allerdings hänge ich noch an meinem dualen System: Taschenkalender und Notizbuch für den Blog/Inspiration.

    Viele Grüße,
    Janine

  11. Ich möchte mehr tun, was MIR wichtig ist, und weniger, was ich denke, ich müsste es doch tun… ihne zu wissen, wer genau das Müssen definiert.

  12. Sehr schöne Vorsätze hast du dir vorgenommen. Zwei davon stehen auch auf meiner Liste. Mehr Bewegung und nur noch das Lesen worauf ich Lust habe. Ich finde es gut, dass du dich nicht mehr so viel stressen und dir auch mehr Zeit für Familie und Freunde nehmen möchtest. Für dein Masterstudium und die bevorstehende Klausurphase wünsche ich dir viel Erfolg!

  13. Liebe Denise,

    vielen Dank! Tatsächlich habe ich gemerkt, dass meine Vorsätze auch die Vorsätze von vielen anderen Menschen sind. Das ist tröstend und zugleich denke ich mir dann aber, dass es doch vielleicht ein gesellschaftliches Problem auch ist. Vielleicht sind die Prioritäten und Werte nicht so, wie sie sein sollten. Spannende Frage. Ich habe gestern das Buch Hygge gelesen und darin beschäftigt sich ein dänischer Glücksforscher mit den Dingen, die in Dänemark anders sind. Dänemark ist bei allen Glücksrankings ja immer ganz weit vorn. Das ist ziemlich interessant.

    Viele Grüße,
    Janine

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