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Aus dem Leben einer Leserin: Dezember 2016

Mit dem Beginn eines neuen Jahres möchte ich ein neues Format auf meinem Blog ausprobieren: Den Monatsrückblick. Viele Blogger schreiben über ihre Erlebnisse in solchen Artikeln und ich möchte dir einfach noch ein wenig mehr von mir erzählen. In meinem Monatsrückblick geht es nur am Rande um Bücher und Literatur. Viel mehr möchte ich über das schreiben, was ich erlebe: Neue Dinge, die ich entdecke, Erfahrungen, die ich mache, oder einfach Gedanken, die mich bewegen. Aber keine Angst, ich schreibe auch ein wenig über die Bücher, die ich gelesen habe. Jedoch nicht zu viel – denn ich will dich nicht mit doppelten Beschreibungen langweilen!

Das wahre Leben

Mein Dezember war ziemlich belebt und vielseitig. An manchen Tagen standen mir eigentlich schon zu viele Stichpunkte auf der To-Do-Liste. Anfang Dezember habe ich meine erste Lesung organisiert. Die Bloggerin Nadine Schubert kam nach Chemnitz in die Bar des Studentenwerks und hat aus ihrem Buch „Besser leben ohne Plastik“ vorgelesen. Nun eigentlich hat sie nicht vorgelesen – viel mehr erzählte sie sehr anschaulich von den Gefahren, die durch unseren übermäßigen Einsatz von Plastik entstehen und darüber, wie Plastik im Alltag reduziert werden kann. Diese Veranstaltung habe ich als Mitglied der Umweltgruppe (NATUC) an der TU Chemnitz organisiert und es war wirklich ein großer Erfolg. Etwa 100 Gäste kamen und das Feedback nach der Lesung war sehr gut. Für mich war das eine großartige Erfahrung und ich habe Lust bekommen, noch mehr Lesungen zu organisieren. Aber nicht so bald, denn das ist schon ziemlich viel Aufwand.

Und so viel Zeit habe ich gerade auch nicht für noch mehr Dinge nebenbei, denn ich habe Anfang/Mitte Dezember gemerkt, dass ich mir eigentlich zu viel aufhalse. Seit Oktober bin ich im Master Kundenbeziehungsmanagement eingeschrieben. Das ist eine Mischung aus Marketing und Wirtschaftsinformatik. Die Themen finde ich super interessant, aber gerade die Vorlesungen in Wirtschaftsinformatik sind alles andere als trivial. Ab Anfang Februar habe ich Prüfungen und alle Noten gehen in die Gesamtbewertung des Masters ein. Ich sollte mich also auf mein Studium konzentrieren und das braucht Zeit.

Was ich ausprobiert habe

Kurz vor Weihnachten war ich zum ersten Mal in meinem Leben Ski fahren. Mein Freund fährt unglaublich gern Ski und war seit Sommer aufgeregt, weil er unbedingt in den Winterurlaub fahren wollte. Ich war dagegen eher skeptisch und hatte an manchen Tagen vor dem Urlaub sogar ein wenig Angst vorm Ski fahren. Die Ankunft im Zillertal in Österreich war überwältigend für mich – die Alpen sind einfach wunderschön und ich habe gern die Berge einfach nur angestarrt.

Das erste Mal auf Skiern ist unglaublich anstrengend. Ich habe nicht länger als 2 Stunden am ersten Vormittag durchgehalten, aber konnte dann immerhin schon Bremsen und Kurven fahren. Ich habe mich wesentlich besser auf Skiern gemacht als wir alle (wirklich alle – mein Freund, seine Freunde und ich) erwartet haben. Am Ende des Urlaubs kam ich schon eine blaue Piste im Zillertal ohne Stürze allein auf Skiern herunter und es hat mir richtig viel Spaß gemacht. Mein Freund plant übrigens schon den zweiten Teil meiner persönlichen Skischule noch in dieser Saison.

Was ich gelesen habe

Durch Weihnachten und den Urlaub habe ich vergleichsweise viel Zeit zum Lesen gehabt und dementsprechend einige Bücher geschafft. Das Buch mit dem größten Umfang war „Hier bin ich“ von Jonathan Safran Foer – das habe ich innerhalb meiner Urlaubswoche geschafft. Das dünnste Büchlein war „Wer wir waren“ von Roger Willemsen. Beide Bücher fand ich toll, aber „Wer wir waren“ hat mich am meisten von allen gelesenen Büchern im Dezember beeindruckt. Wirklich beeindruckt! Ich habe nach dem Lesen lange über Roger Willemsens Worte nachgedacht.

Ein richtig schönes Buch ist „Die geheime Geschichte von Twin Peaks“ von Mark Frost, welches sich auf die Fernsehserie „Twin Peaks“ bezieht. Von der Gestaltung ist es vergleichbar mit „S. Das Schiff des Theseus“. Sehr erfrischend war für mich die Lektüre von „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“ von Alexandra Reinwarth. Sie hat mir erst so richtig bewusstgemacht, dass ich nicht jeden Tag durchpowern muss und vor allem sollte. In den nächsten Wochen möchte ich noch mehr zum Thema Gelassenheit lesen. Es tut mir gut, darüber nachzudenken und „Wer wir waren“ geht auch in eine ähnliche Richtung.

„Nachts ist es leise in Teheran“ von Shida Bazyar fand ich so gut, dass ich dem Buch meine Stimme für den Buchbloggerpreis 2016, ausgerichtet von Das Debüt, gegeben habe. Es handelt von der jüngeren Geschichte des Irans und ist vor dem Hintergrund der „Flüchtlingskrise“ sehr interessant. Weniger gern gelesen habe ich „Weißblende“ von Sonja Harter und „Der Krieg mit den Molchen“ von Karel Chapek.

Was hat dich im Dezember bewegt? Und wie findest du diese Art von Monatsrückblick? Gib mir doch eine Einschätzung!

12 Kommentare

  1. Schöne Mischung aus dem Buchleben und dem wirklichen Leben!
    Da muss ich in Twin Peaks doch mal reinschauen. Ich schaue die alte Serie gerade nochmal, da würde das Buch doch gut passen!
    Viele Grüße
    Silvia

  2. Liebe Janine,

    dein Monatsrückblick gefällt mir sehr. Da ist von allem etwas dabei.

    „Nachts ist es leise in Teheran“ und „Hier bin ich“ liegen auch noch auf meinem SuB. Auf beide Romane bin ich schon sehr gespannt.

    Viele Grüße

    Rosa

  3. Huhu,
    ein wirklich schöner Rückblick! Hui, Ski fahren war ich auch noch nie, reizt mich aber sehr es mal auszuprobieren! Aber wenn ich Urlaub mache, dann meist im Sommer & in sonnige Gebiete 😉

    Ganz liebe Grüße
    Janna

  4. Danke für eure Kommentare! x) Ich freu mich wirklich sehr, dass der Monatsrückblick so gut ankommt.

  5. Liebe Janine,

    ich schließe mich meinen Vorgängerinnen an – auch ich habe deinen Monatsrückblick sehr gerne gelesen. 🙂 Ich mag generell deine authentische und souveräne Art, Beiträge zu schreiben.

    „Hier bin ich“ habe ich mir übrigens als Hörbuch angehört und fand es ziemlich beeindruckend. „Nachts ist es leise in Teheran“ gehört noch zu den Büchern, die ich gerne lesen möchte. 🙂

    Herzliche Grüße
    Tina

  6. Servus liebe Janine,
    also ich finde diese Art des Monatsrückblicks klasse – gefällt mir gut! Ich musste auch direkt beim Thema Skifahren schmunzeln, da ich es so nachvollziehen kann. Wenn man es nicht direkt als Kind gelernt hat, ist es doch recht „scary“ als Erwachsener, weil man viel mehr Angst vor dem Hinfallen hat. Ich bin als Kind gefahren aber dann viele, viele Jahre nicht und jetzt erst jenseits der 30 wieder … der Respekt auf der Piste ist ein ganz anderer … Aber da Dein Freund Dir super zur Seite steht, kann es nur besser werden! Weiterhin also GANZ VIEL SPASS beim Skifahren!

    Liebe Grüße
    Kati

  7. Liebe Kati,

    dankeschön! 😉 Eigentlich wäre ich gern schon diese Woche mal wieder Skifahren gegangen. In Sachsen liegt nämlich ziemlich viel Schnee, leider habe ich in Anbetracht der Prüfungen demnächst aber zu viel zu tun und muss deshalb am Schreibtisch sitzen. Ich warte schon auf den März.

    Viele Grüße,
    Janine

  8. Hej Tina,

    „Ich mag generell deine authentische und souveräne Art, Beiträge zu schreiben.“ Das geht runter wie Öl! Danke für das Kompliment. 😉
    Was hat dich an „Hier bin ich“ am meisten beeindruckt? Ich habe heute früh bei Dämmerung die Rezension zu diesem Buch verfasst und mir dementsprechend tiefergehende Gedanken dazu gemacht.

    Viele Grüße,
    Janine

  9. Hallo Janine,

    was für ein Rückblick – klasse!

    Skifahren? O o, das ist für mich leider nix, vielleicht Langlauf, wo es ruhiger zugeht ;-). Es freut mich, das du Gefallen daran gefunden hast und es so schnell gelernt hast auf den schmalen Brettern zu stehen :-). Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß und Freude, vor allem gute Fahrten!!!

    Die Bücher, die du gelesen und uns vorgestellt hast, habe ich mir notiert, um mir sie genauer anzusehen, ob sie meinem Leserherz entsprechen.
    Es gibt viel Lesestoff, der einem beeindruckt, so ist bei mir zurzeit das Buch „Der rote Sari“ von Javier Moro, in dem von Sonia Gandhi erzählt wird. Diese Frau ist großartig, großherzig und, ob wohl sie ruhiger Natur ist, eine tolle Power-Frau. Es wird ihr Leben an der Seite ihrer Schwiegermutter (Indira Gandhi) geschildert. Als Europäerin in ein asiatisches Land einzuheiraten war sicherlich nicht leicht und dank der Liebe zu ihrem Mann Rajiv Gandhi ertrug sich viele schwierige Situationen.
    Ein empfehlenswertes Buch aus meiner Sicht.

    Die Gestaltung deines Rückblicks finde ich klasse. Bücher mit dem Alltagsleben zu verbinden ist großartig und spannend zugleich
    Was habe ich im Dezember gemacht, nicht viel, weil ich von Oktober bis zum Weihnachtsmonat immerzu krank war. Als die erste Erkältung weg war, kam eine schwere schmerzhafte Entzündung, wo ich kaum sitzen konnte und danach folgte die Zweite Nies-Hust-Attacke. Kurz vor der Weihnachtswoche war ich langsam wieder okay und ich musste mich bisschen sputen, um die Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Dann hatte ich das Essen für die Familie geplant. Wir trafen uns am 2. Feiertag bei mir zu Hause. Ich freute mich enorm darüber, dass ich Rollbraten mit Nudeln und Salat machen durfte, vor allem weil ich riesigen Spaß am Kochen habe und für mich alleine diesen Aufwand nie machen würde.
    Würdest du das machen wollen?

    Rückblickende Erfahrung:
    Ich wünsche niemandem alleine sein zu müssen.
    Bei mir gibt es viele Gründe, weswegen ich allein bin, an denen ich nicht größten Teils keine Schuld trage. Aber eines ist sicher – es ist einsam und nicht nur vom Gefühl her …
    Das wird mir jedes Jahr bewusst und ich kann mich noch so anstrengen Kontakte zu halten, wenn aber kaum Rückmeldung kommt, sollte man es belassen, was eben zur Einsamkeit führt.
    Erkenntnis, es ist wundervoll und kostbar Freunde für das Leben zu haben.

    Ich wünsche dir ein interessantes, freudiges und ausgefülltes Leben mit einem tollen kostbaren Freundeskreis!

    LG Jutta

  10. Hallo Jutta,

    ich kann natürlich noch nicht Skifahren wie ein Profi. Also vorerst bleibt es definitiv bei den blauen Pisten. Aber ich war schon mal stolz, dass ich überhaupt einen Berg halbwegs souverän hinterunter kam.
    Das Buch „Der rote Sari“ muss ich mir auch unbedingt einmal anschauen. Ist schon notiert! x)

    Es tut mir leid, dass du so lang krank warst, aber lass dich davon nicht unterkriegen. Alles braucht seine Zeit und du weißt wohl noch besser als ich, dass manche Dinge nicht schnell gehen.
    Für mich allein würde ich tatsächlich keinen Braten kochen, auch nicht an Weihnachten. Da verstehe ich dich. Wenn ich allein bin, dann koche ich viele vegetarische Gerichte, die zwischen 20 und 60 Minuten brauchen. Öfter auch mal Salate. Generell koche ich sehr gern, experimentiere viel und es gibt keinen Monat, in dem ich nicht zumindest ein neues Rezept probiere. Nach der Literatur kommt für mich gutes Essen. Es ist eben auch eine Art die Welt zu verstehen und wahrzunehmen.

    Viele Grüße,
    Janine

  11. Hallo Janine,

    hier einige meiner Gedanken zu „Hier bin ich“: Zum einen fand ich vieles an der Handlung einfach nur schrecklich und tragisch, wie die festgefahrene (familiäre) Situation des Protagonisten oder (natürlich) die fiktiven Geschehnisse in Israel. Zum anderen hat Foer es aber so „schrecklich schön“ und lebensnah erzählt – ich konnte mich in einigen Szenen (Diskussionen mit der Ehefrau) wiederfinden. Ich denke, in dem Buch stecken viele kleine und größere Wahrheiten und Weisheiten. Besonders die Art, wie der Autor das Zueinanderfinden und Entfremden in einer Ehe darstellt, hat mir gut gefallen. Auch die immer wieder eingestreuten Infos über die jüdische Kultur, über Israel und den Unterschied zwischen amerikanischen und israelischen Juden fand ich faszinierend.
    Allerdings kann ich mich jetzt schon an einige Details des Hörbuchs nicht mehr erinnern, so dass ich also auch noch das Buch lesen „muss“. 🙂

    Bin sehr gespannt auf deine Buchbesprechung!

    Lieben Gruß von Tina

  12. Liebe Tina,

    danke für die Einschätzung! 😉 Die Rezension habe ich sogar schon geschrieben, aber ich möchte noch etwas warten mit dem Veröffentlichen.

    Viele Grüße,
    Janine

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