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Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens von J. Ryan Stradal

Meine Freizeit verbringe ich überwiegend mit dem Lesen von Büchern oder Zeitschriften oder dem Schreiben über dieses Lesen – das ist für dich aber wahrscheinlich keine große Neuigkeit. Wenn ich jedoch nicht lese oder schreibe, dann koche ich sehr gern. Ich liebe es, neue Gerichte auszuprobieren, bisher unbekannte Zutaten zu verarbeiten oder eine neue Lieblingsspeise auf dem Teller zu haben. In der Küche bin ich da ziemlich experimentell. Natürlich habe auch ich altbewährte Gerichte, die in regelmäßigen Abständen immer wieder auf den Teller kommen, beispielsweise Palak Paneer, Pasta mit gebratener Jagdwurst (DDR-Küche), Chili Con Carne oder diverse Salate mit Avocado, Tomaten oder roten Bohnen.

„Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens“ – Ein Fest für den Gaumen

Das Buch „Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens“ von J. Ryan Stradal war für mich daher in zweierlei Weise interessant. Im Buch wird Literatur mit der Leidenschaft fürs Kochen verbunden. Gutes Essen ist das große Thema dieses Romans und wird sogar von mehreren Romanfiguren getragen.

Lars Thorvald litt besonders zur Weihnachtszeit als Schüler. Die Weihnachtszeit war die Zeit des Lutefisk und dessen Gestank legte sich als Aura um Lars. Lutefisk ist traditionell Norwegisch – dabei wird Trockenfisch (in der Regel Dorsch) mit der Lauge von Birkenasche gewässert. Die Konsistenz dieses Fischs ist gelatineartig. Lars half einfach nur seiner Familie Geld zu verdienen und war seit jeher von seinem Vater beauftragt den Lutefisk gemeinsam mit seinem Bruder Jarl zuzubereiten, welcher dann in der Bäckerei verkauft werden sollte. Die Wahl fiel auf Lars und Jarl, weil ohnehin niemand dieses Gericht besser zubereiten konnte und die beiden Lutefisk nicht aßen – es also keinerlei Schwund geben würde.

Lars hatte in der Schule nicht besonders viele Freunde, das lag nicht zuletzt auch an dem bissigen Geruch des Lutefisk, der in jede Kleidungsschicht kroch. Ziemlich bald nach dem Highschoolabschluss sah Lars zu, dass er aus dem Kaff seiner Eltern wegkam, denn er hatte den großen Traum Koch zu werden. Lars war ambitioniert und nahm nur Jobs an, in denen er auch etwas lernen konnte, so bekam er Erfahrung mit französischer, italienischer, deutscher und amerikanischer Küche. 10 Jahre nach der Highschool hatte Lars sich eine Stelle als Koch im Hutmacher´s, einem In-Restaurant am Seeufer, erarbeitet. Hier verliebte er sich in Cynthia Hargreaves, eine Kellnerin mit ausgesprochen guten Weinempfehlungen. Die beiden heirateten und bekamen bald eine Tochter, Eva Louise Thorvald.

Genauso ambitioniert wie Lars beim Erlernen des Kochberufes gewesen war, war er als Vater. Er wollte ein guter Vater sein und seine Tochter nur mit dem besten Essen verwöhnen. Eva Louise bekam schon als Baby nur raffinierte Gerichte, die ich noch nicht einmal alle probieren konnte in meinem Leben bisher – beispielsweise Honeycrisp-Apfelmus, Ossobuco oder Corn-Dogs.

Gerichte, die ich dank „Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens“ von J. Ryan Stradal nachkochen oder zumindest probieren möchte

  • Hähnchen-Wildreis-Auflauf
  • Möhrenkuchen
  • Paprikamarmelade
  • Succotash
  • Pavlova mit Brombeeren

Ein Leben für die Küche

Jedes Kapitel von „Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens“ ist aus Sicht einer anderen Person geschrieben und zumeist nach etwas zu Essen benannt. Eva Louise Thorvald kommt jedoch in allen Kapiteln vor und wenn über sie in Abwesenheit gesprochen wird. „Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens“ erzählt die Lebensgeschichte von Eva Louise und wie sie zu der Köchin wurde, die sie ist. Das Leben von Eva Louise ist nicht einfach, J. Ryan Stradal baut immer wieder Schicksalsschläge in die Geschichte ein und ich hatte beim Lesen sehr oft Mitleid. Aber dann habe ich Eva Louise auch immer wieder bewundert. Sie ist eine starke Frau, die ehrgeizig ihre Ziele verfolgt und immer standhaft bleibt.

„Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens“ ist ein Roman für das Gemüt. Ich hatte schon länger kein Buch mehr in der Hand, das so eine schöne Geschichte erzählt hat und dann noch in so einer einnehmenden Art und Weise. Vielleicht ist „Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens“ keine Hochliteratur, aber niveauvolle Unterhaltungsliteratur geschrieben für den Leser. Das Buch ist keinesfalls kitschig, aber beschreibt die Gefühle seiner Protagonisten sehr genau und feinfühlig. Beim Lesen dieses Romans konnte ich abschalten und mich von den tollen Gerichten inspirieren lassen.

Fazit

„Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens“ von J. Ryan Stradal ist ein Buch für Fans von gutem Essen und guten Büchern.

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