Artikel
4 Kommentare

Das Buchfestival Zürich liest ´16 in 6 Listen (Anzeige)

Vom 26. Bis 30. Oktober war das Buchfestival „Zürich liest ´16“. Ich war eine der fünf offiziellen Blogger*innen, die das Festival offiziell begleiten durften und habe in den 5 Tagen meiner Reise richtig viel erlebt. Ein Prosabericht darüber, wäre aber viel zu lang – sicher etwa 10 Seiten und deshalb habe ich für dich meine Eindrücke anhand von 6 Listen gesammelt und geordnet:

3 Autoren, die ich durch „Zürich liest ´16“ entdeckt habe

  1. Nadja Küchenmeister (Bei ihrer Gedichtlesung in der Krypta des Großmünsters)
  2. Eugen Gomringer (Bei seiner Ausstellung im Strauhof)
  3. Jonas Lüscher (Durch seine Eröffnungsrede für „Zürich liest ´16“)

zuerich-liest-1

3 Dinge, die ich zum ersten Mal in meinem Leben gemacht habe

1. Hirsch gegessen

Ich war bei der Veranstaltung „Kochende Kommissare – kulinarische Krimis – Essen wie der Kommissar im Krimi“ im Festivalzentrum „Karl der Grosse“. Es gab ein wunderbar leckeres 3-Gänge-Menü und dazu wurden Auszüge aus Krimis von beispielsweise Donna Leon, Rita Falk oder Martin Walker gelesen. Die Hauptspeise des Menüs war ein Hirschragout mit Butter-Spätzle und Rotkraut. Das werde ich nun häufiger essen.

2. In einem ehemaligen Bordell geschlafen

Während „Zürich liest ´16“ übernachtete ich im Hotel Rothaus. Es liegt an der Kreuzung Militärstraße-Langstraße und damit mitten im Party- und Rotlichtbezirk von Zürich. Wenig verwunderlich ist es, dass das Hotel Rothaus selbst einmal ein Bordell war. Für mich war es ein Erlebnis, das Hotel ist super und das Umfeld richtig interessant, auch wenn am Wochenende erst um 6 Uhr morgen die Lokale in der Nachbarschaft geschlossen werden.

3. Über 10 Stunden am Stück Zug gefahren

Der Weg von Chemnitz nach Zürich dauert lang mit der Bahn. Von Haustür zu Hoteltür habe ich immer etwa 12 Stunden gebraucht. Zum Vergleich: Mit dem Auto benötigt man nur gut die Hälfte der Zeit, laut Googlemaps 6 Stunden. Aber ich würde es wieder so machen, denn im ICE konnte ich pro Fahrt ein Buch, ein paar Zeitschriften durchlesen und mich ein wenig ausruhen. Gelohnt hat sich die Fahrt in jedem Fall.

10 Bücher, die ich mit nach Hause genommen habe

  1. Wäre die Einsamkeit nicht so lehrreich, könnte man glatt daran verzweifeln. von Thomas Meyer
  2. Bartleby & Co. von Enrique Vila-Matas (Die Hardcover Ausgabe von Nagel & Kimche ist vergriffen.)
  3. Hoffentlich ist niemand verletzt von Adrian Witschi
  4. Mitten im Land von Bastian Asdonk
  5. Gomringer & Gomringer – Gedichte leben (Reader zur Ausstellung im Strauhof)
  6. Tanz der Dienstmädchen von Maeve Brennan
  7. Streichholzschachteltheater von Michael Frayn
  8. Schreiben von A.L. Kennedy
  9. Land spielen von Daniel Mezger
  10. Sommerdiebe von Truman Capote

zuerich-liest-4

3 Dinge, die schief gingen während „Zürich liest ´16“

  1. Am Freitagabend von „Zürich liest ´16“ stand die Lesung von Lukas Bärfuss in der Buchhandlung Hirslanden auf dem Programm. Bei Mara und mir war die Vorfreude auf die Lesung entsprechend groß, aber umso größer war die Enttäuschung, als wir wieder gehen mussten, weil kein Platz mehr in der Buchhandlung war, obwohl wir als Bloggerinnen angemeldet waren.
  2. Nach der beschriebenen Abweisung bei der Lesung von Lukas Bärfuss fuhren Mara und ich den ganzen Weg zurück zum Hotel und bei der Straßenbahnfahrt bekam ich Hunger. So großen Hunger, dass ich mich genötigt sah, in den Migrolino gegenüber vom Hotel zu gehen und mir ein Sandwich zu kaufen. Das Sandwich kostete 11 CHF (10,20 €), war belegt mit Avocado und schmeckte absolut grässlich. Der Freitagabend war also wahrlich gelungen.
  3. Kafi Freitag las am Samstagabend und darauf freute ich mich auch sehr, denn ich habe das Buch „Frag Frau Freitag“ von Kafi sehr gern gelesen und sie hinter den Kulissen auch schon interviewt. (Das Interview wird noch im November veröffentlicht!) Leider wurde diese tolle Frau genötigt, ihre Lesung und die Diskussion nicht auf Hochdeutsch, sondern auf Schweizerdeutsch zu halten. Bei meinem Aufenthalt in Zürich musste ich merken, dass ich in Sachen Schweizerdeutsch sehr untalentiert bin und es nicht besonders gut verstehe. Die Fragen des Moderators Hannes Hug habe ich in der Regel gar nicht verstanden. Bei Kafi erging es mir besser, aber da haben mir meistens die entscheidenden Wörter für die Pointe gefehlt.

zuerich-liest-3

Meine absoluten Tageshighlights von „Zürich liest ´16“

Mittwoch: Der Eröffnungsabend mit der Rede von Jonas Lüscher und der Band Knuts Koffer von Frédéric Zwicker

Mir gefiel die Eröffnungsrede von Jonas Lüscher richtig gut, denn sie drehte sich um das Motto von „Zürich liest ´16“ – Über Grenzen. Literatur soll Grenzen überwinden und fremde Menschen einander näherbringen. Lüscher plädierte für die Gnade der Mehrdeutigkeit und für Pluralismus. Er sagte: „Literatur darf fast alles und sie kann fast alles.“ Seine Rede berührte in mir etwas, schließlich habe ich für „Zürich liest ´16“ die Landesgrenze überschritten und dadurch das kulturelle Leben in Zürich besser kennengelernt.

Donnerstag: Die Führung durch die Ausstellung Gomringer & Gomringer im Strauhof

Die Ausstellung Gomringer & Gomringer im Strauhof ist eine Ausstellung über Vater und Tochter und zugleich über Lyriker*innen – Nora Gomringer und Eugen Gomringer. Vor meiner kleinen Führung durch die Ausstellung kannte ich nur Nora Gomringer von ihren coolen Büchern aus dem Verlag Voland & Quist. Danach kannte ich auch ihren Vater Eugen Gomringer, den Begründer der Konkreten Poesie. Die Ausstellung ist wunderbar, interessant und wahnsinnig ästhetisch.

zuerich-liest

Freitag: Nachtlesung in der Krypta mit Nadja Küchenmeister

Die Nachtlesung begann um 22 Uhr in der Krypta des Grossmünsters. Allein die Atmosphäre hätte schon ausgereicht, um mich zu begeistern: Die Krypta war ausgeleuchtet mit Kerzen, ringsum war finstere Nacht und aufziehender Nebel. Nadja Küchenmeister kannte ich vor „Zürich liest ´16“ nicht, ich war also ganz unvoreingenommen. Die Poesie von Nadja Küchenmeister ist klar, verständlich und auf eine sehr emotionale Weise schön. Lyriktipp!

Samstag: Lesung von Teresa Präauer zu „Oh Schimmi“

Ich hatte „Oh Schimmi“ schon gelesen und rezensiert. Ziemlich gern rezensiert. Teresa Präauer bestätigte mich mit ihrer Lesung und der Diskussion zum Buch vollends in meiner Meinung: „Oh Schimmi“ ist ein affengeiles Buch.

Tolle Menschen, die ich durch „Zürich liest ´16“ persönlich kennenlernen durfte

Fazit zu „Zürich liest ´16“

Super Sache!


Ich danke der Festivalleitung von „Zürich liest 2016“, dem Zürich Tourismus und der Buchmarketingagentur adibuma, dass sie mir die Bloggerreise zu „Zürich liest ´16“ ermöglicht haben.

Kommentieraufforderung: Wenn du gern noch etwas mehr über meine Erlebnisse wissen willst, dann schreib mir doch, was dich ganz besonders interessiert! Ich antworte dir in den Kommentaren dann ausführlicher. In diesem Artikel findest du nochmal die offiziellen Programmpunkte, die ich mir ausgesucht hatte.

4 Kommentare

  1. Wir haben sehr gerne mitgelesen. Ich habe eine Frage zur Orga. Offensichtlich sind in Zürich die Buchhandlungen und Verlage eingebunden oder gibt es dort auch einen Hauptsponsor wie bspw auf der Lit cologne, der dann das Buchangebot exklusiv steuert?

  2. Hallo Dorothee,

    getragen wird Zürich liest vom Zürcher Buchhändler- und Verlegerverband (http://www.zbvv.ch/), dieser fungiert auch als offizieller Veranstalter. Daneben gibt es noch die Programmkomission, die dann alle Veranstaltungen koordiniert. Die Leiterin der Programmkomission ist Nathalie Widmer (http://www.zuerich-liest.ch/organisation). Ich denke, sie wird dir gern Auskunft geben, wenn du noch tiefergehende Fragen hinsichtlich der Organisation von Zürich liest hast. Es scheint eine Mischung aus zentral gesteuerten und dezentralen Veranstaltungen zu geben – aber das ist auch für mich nicht wirklich erkennbar, was was war (außer eine Veranstaltung fand im Festivalzentrum Karl der Grosse statt, dann war es ganz sicher eine von Nathalie organisierte Sache.)

    Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen!
    Janine

  3. Pingback: 72 Stunden im Literaturrausch | Kaffeehaussitzer

  4. Pingback: Auf dem Literaturschiff | Kaffeehaussitzer

Kommentar verfassen