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Die Magie des Lesens – Eine literarische Ausstellung

Manchmal wünschte ich mir, woanders zu wohnen. Nicht in Chemnitz – dieser eigentümlichen Mischung aus Großstadt und Provinz. Gerade würde ich gern in Berlin sein und das primär aus dem Grund, weil dort eine Ausstellung über „Die Magie des Lesens“ ist. Für diese Ausstellung mit weit über 100 Büchern haben 24 Neuköllnerinnen und Neuköllner ihre Lieblingsbücher vorgestellt.

Für mich sind die Lieblingsbücher von anderen Menschen ganz besondere Bücher, denn zumeist sind sie eng mit dem Leben der jeweiligen Person verknüpft. Ein Teil der Person spiegelt sich im Lieblingsbuch und andersherum Teile des Buchs in der Person. Das ist jetzt nicht so esoterisch, wie dieser Satz klingt. Denn um ein Lieblingsbuch zu sein, muss das Buch etwas auslösen oder vielleicht sogar in einer Lebensphase irgendwie geholfen haben.

Die Ausstellung

„Die Magie des Lesens“ kannst du noch bis zum 31.12.2016 im Museum Neukölln (Alt-Britz 81, Gutshof Britz, 12359 Berlin) besuchen. Die Sonderausstellung kostet noch nicht einmal Eintritt. Bis zum Ende der Ausstellung gibt es auch noch ein paar Veranstaltungen zum Thema „Die Magie des Lesens“:

  • 16.10.2016 11:30 Uhr Fahrenheit 451 – Die Bücherverbrennung auf dem Tempelhofer Feld 1921 von Dr. Patrick Helber
  • 30.10.2016 11:30 Uhr Die Macht der Poesie – Lesestrategien in der multikulturellen Gesellschaft von Dr. Marion Ziesmer
  • 20.11.2016 11:30 Uhr Gefährliche Lektüre – Lesen im proletarischen Rixdorf von Henning Holsten
  • 10.12.2016 19:00 Uhr Writers in Prison – Zur Situation inhaftierter Autor*innen

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„Die Magie des Lesens“ – Der Ausstellungskatalog

Mir war es bisher nicht möglich, nach Berlin zu reisen, aber den Ausstellungkatalog habe ich gelesen und das mit großer Freude. Darin sind nicht nur Texte zu den Lieblingsbüchern der 24 Neuköllnerinnen und Neuköllner, sondern auch Artikel mit den schönen Namen „Wenn Marilyn liest“ oder „Ist Lesen Magie oder Maggi?“.

Bücher, die ich im Ausstellungskatalog entdeckt oder wieder entdeckt habe:

  • Ansichten eines Clowns von Heinrich Böll
  • Die Schopenhauer-Kur von Irvin D. Yalom
  • Lass los von Paul Williams
  • Howl and other Poems von Allen Ginsberg

Mich hat das Buch zur Ausstellung sehr inspiriert: Ich habe auf meinem Sofa die Texte gelesen und dann immer eine kleine Pause zum Nachdenken über mich und mein Leseverhalten gemacht. An diesem Sonntagnachmittag wurde Chemnitz dann doch wieder zu einem der tollsten Orte der Welt für mich.

9 Kommentare

  1. Ach wie gut, dass ich deinen Blog lese, sonst wäre mir dieses Schmankerl wohl entgangen. Dabei wohne ich sogar in Neukölln. Werde die Ausstellung demnächst mal besuchen und dich in Gedanken mitnehmen. 😉

  2. Oh das klingt ganz toll! Leider werde ich es wohl auch nicht zur Ausstellung schaffen. Aber vielleicht besorge ich mir den Ausstellungskatalog. Der klingt auch nicht schlecht.
    LG Moony

  3. Hej Juliane,

    das ist ja lustig. Da kann ich selbst Neuköllnern noch etwas Neues zeigen. 😉 Mach ein paar Fotos für mich, ja?! Ich bin jetzt echt neidisch..

  4. Ich wohne gleich um die Ecke und hatte vor, darüber zu schreiben, die Ausstellung ist herzallerliebst, hatte aber beim ersten Besuch nicht so viel Zeit, wie ich mir nehmen wollte. Ich gehe definitiv zeitnah nochmal hin und mache auch Bilder. Es ist eine ganz winzige Austellung, aber sehr liebevoll gestaltet. Wenn Du einen Blick auf den Britzer Gutshof (ist unser kulturelles, lokales Mekka hier)werfen willst, dann schau Dir die aktuelle Mon Cherie-Werbung im Fernsehen an, die haben sie hier gedreht. Ein ganzer Tag voller Kirschstände im Juni, wir haben soooo gelacht. Meine Mutter meinte, die Kirschen würden sie bestimmt nach dem Dreh verkaufen und ist abends mit groooßen Taschen hin. Tja….Plastik-Kirschen hat sie bekommen. Ich schau mal, was sie an kostenlosem Material in der Ausstellung haben, falls Du was möchtest.

  5. Ja, ich bin immer wieder erstaunt, wie viel es in Berlin noch zu entdecken gibt. Und natürlich mach ich ein paar Fotos für dich. Versprochen! 🙂

  6. Hallo, liebe Janine,

    vielen Dank für diesen großartigen Artikel :-).

    Schade, dass ich für dieses Jahr nicht mehr nach Berlin komme. Ja, so ist es, jeder der in Berlin lebt ist überrascht, was es nicht alles zu entdecken gibt … :-). Sechs Jahre hatte ich dort gelebt und nicht alles entdecken können. Die Hauptstadt unseres Landes, ist eine großartige und wundervolle bunte Stadt, die einfach geliebt werden sollte. Aber jeder hat seine „Heimat“. Ich habe die meine in BÜCHERN.

    Den Ausstellungskatalog werde ich mir anfordern, um zu sehen, wie die Damen und Herrn das gemeistert haben, denn es wäre sicherlich eine tolle Idee, ein solches Projekt in der eigenen Heimatstadt zu organisieren. Was meinst du, Janine, wäre das für Chemnitz?

    Lesen ist Magie und gleichzeitig eine Würze (Maggi), je nachdem, was für eine Geschichte der Roman erzählt, wie ein Sachbuch gestaltet ist und vor allem, wie die Poesie magisch würzig anzieht. Ich meine damit, dass wir gelegentlich Lesestoff in Händen halten, der uns so fesselt, dass er uns nicht los lässt – eben süchtig macht nach Magie.
    In dieser Hinsicht, hat jedes BUCH seine WÜRZE und letztendlich eine unglaubliche MAGIE auf uns.

    Für jede kostbare Stunde, der Zeit, die du ein Buch liest, wünsche ich dir, das die richtige Würze in der Geschichte ist und sie dich magisch gefangen hält!

    Herzliche Federgrüße
    Jutta

  7. Liebe Devona,

    die Anekdote über Mon Cherie ist natürlich wieder klassisch. Unsere schöne Plastikwelt. :/
    Gehst du vielleicht zu einem der Vorträge, die in diesem Jahr begleitend zur Ausstellung noch anstehen?

    Viele Grüße,
    Janine

  8. Liebe Jutta,

    so eine Ausstellung mit Bücherwürmern in Chemnitz wäre es natürlich! Ein Traum! 🙂 Mal schauen, ob sich da etwas machen lässt.

    Viele Grüße,
    Janine

  9. Nein, zu den Vorträgen gehe ich nicht, die sind alle sonntags, wenn ich richtig geschaut habe. Da kann ich leider nicht. Ich werde mir nur die Ausstellung nochmal ganz in Ruhe und mit dem dazu erhältlichen Audio-Guide anschauen.

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