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Frische Literatur – Ein Bekenntnis zum Lesen und zu Max Frisch

„Ich bin nicht Stiller!“ So beginnen Romane – und meine Passion. Eine Leidenschaft für Literatur, die mich seit diesen Worten von Max Frisch nicht mehr loslässt. Aber warum dieser Drang? Bücher, die Geschichten nur erzählen, brauche ich nicht. Ich brauche Geschichten, die mich selbst vorstellbar machen; Geschichten, in denen ich mich reflektieren kann; Geschichten, die eine andere Sicht auf mich eröffnen. „Ich ziehe Geschichten an wie Kleider.“ Passen sie zu mir? Wie fühlen sie sich an? Verändern sie mich? Diese Gedankenspiele faszinieren. Möglich werden sie aber nur, wenn der Text offen ist, maximal reduziert, auf den Punkt gebracht. Hierin ist Frisch ein Meister. Seine Texte sind schlicht und schnörkellos. Ein klarer Spiegel zum Betrachten der Kleider. Unverschleiert und echt. Ein ungetrübter Blick auf mich selbst. Dies geschieht fernab jeder Sekundärliteratur und trotz des Alters der Texte. Ich sehe mich darin im Hier und Jetzt; also immer wieder neu und frisch. Danke Max!


Über den Autor:
Andreas hat Stiller von Max Frisch vor mehr als 15 Jahren zufällig entdeckt. Seitdem hat er das Gesamtwerk von Frisch sicher 3 Mal gelesen. Darüber hinaus betreibt Andreas mehrere Webseiten zur deutschen Grammatik und dem richtigen Gebrauch von Verben unter www.netzverb.de.

2 Kommentare

  1. Liebe Janine,

    sehr gut formuliert!

    Ich mag Max Frisch sehr, mein Lieblingsbuch von ihm ist und bleibt „Homo Faber“. Frisch war ein großartiger „minimalistischer“ Schriftsteller von großer Authentizität.

    Viele Grüße

    Rosa

  2. Hallo Janine
    Vielleicht müsste ich es mit Max Frisch wieder einmal versuchen. Als Schweizerin war er für mich in der Schule natürlich Pflichtlektüre. Ich konnte jedoch mit dem Protagonisten aus „Homo Faber“ so gar nichts anfangen. Da habe ich viel lieber Dürrenmatt gelesen …. und irgendwie ist durch Faber eine Abneigung gegen Max Frisch entstanden. Ich müsste ihm doch mal eine zweite Chance geben.
    lg Favola

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