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Artikel 5 von Kristen Simmons [Rezension]

Artikel 5 Kristen Simmons

Artikel 5 kam zu mir per Post. Denn ich habe es gewonnen bei einer Leserunde auf Lovelybooks. Dafür musste ich die Frage beantworten:

Embers Mutter ist im Buch von den strengen Moralstatuten betroffen und wird deshalb sogar verhaftet. Was könnte nach diesen Moralstatuten noch verboten sein, was für uns heute ganz selbstverständlich ist?

Mit meiner Antwort lag ich etwas daneben. Ich habe darauf getippt, dass man nicht fremdgehen darf und es auch keinerlei Möglichkeit gibt, sich scheiden zu lassen.

Artikel 5

Artikel 5 – Der Inhalt

Nach oben bereits angeschnittenen Moralstatuten ist es verboten, sich nach Einbruch der Dämmerung frei auf der Straße zu bewegen. Außerdem dürfen bestimmte Bücher nicht gelesen werden und man darf auch kein uneheliches Kind zeugen. Gerade gegen das letzte Gesetz hat Embers Mutter verstoßen vor 17 Jahren. Dieses Gesetz wurde nun nachträglich auch auf unter 18-Jährige ausgeweitet und deshalb dauert es nicht lang, bis Ember´s Mutter vom Militär abgeholt wird. Genau bei dieser Szene beginnt Artikel 5. Wir sehen, wie Ember´s Mutter festgenommen wird und auch Ember selbst mitgenommen wird, um in eine Besserungsanstalt gebracht zu werden. Diese Besserungsanstalt ist definitiv kein Ferienlager.

Meine Meinung

Als ich von Artikel 5 zum ersten Mal hörte, hatte ich ein spannendes Jugendbuch erwartet. Eine gute und mitreißende Dystopie für zwischendurch. Das ist Artikel 5 nicht. Artikel 5 ist eine, wenn überhaupt, nur durchschnittliche Dystopie mit deutlich zu wenig Tiefgang und nervigen Charakteren.

Artikel 5 ist eine Dystopie unter Vielen. Die guten Ansätze um sich von anderen Büchern abzugrenzen wurden leichtfertig durch Oberflächlichkeit verschenkt. Diese Oberflächlichkeit drückt sich zum einen in den Informationen zu dieser Gesellschaft/Diktatur in der Artikel 5 spielt. Details und Wissen über den Aufbau, die Historie oder zur derzeitigen Entwicklung in der Diktatur sind Mangelware und werden nur sporadisch eingestreut. Das ist schade, denn eine Dystopie lebt doch von der negativen Zukunftsvorstellung.

Besonders genervt hatte mich die Dummheit der Hauptperson, Ember. Ich frage mich, wie es ein solcher Charakter überhaupt schafft zu überleben in einer so lebensbedrohlichen Staatsform, wenn er so wenig sein Gehirn nutzt. Ember schafft es permanent sich in Schwierigkeiten zu bringen, sie flüchtet vor den falschen Leuten und wird dann natürlich von den wirklich bösen Menschen geschnappt. Sie plappert mit und fast Vertrauen zu Wildfremden. Mich hat Embers Benehmen aufgeregt und geärgert. Furchtbar.
Ebenso furchtbar empfand ich die Logik im Buch. Es gibt Passagen in Artikel 5, da kann man von Wundern reden. Gerade in gefährlichen Situationen können sich die Protagonisten wie durch ein Wunder leichtfertig und ohne allzu große Anstrengungen befreien. Warum denn das bitte?

Ebenso unlogisch empfinde ich die Auswälzung der Liebesgeschichte zwischen Ember und ihrem Dauerretter Chase. Frau Simmons wollte die Beziehung wohl als äußerst komplex darstellen. Gelungen ist der Autorin damit nur, mich zu nerven. Sobald Ember und Chase einen Schritt aufeinander zu gehen, gehen sie im nächsten Augenblick wieder zwei Schritte voneinander weg aus irgendeinem unerklärlichen Grund, der sich jeder menschlichen Vernuft entbehrt.

Ich gebe Artikel 5 zwei Gnadensterne, da durchaus spannende Ansätze vorhanden sind. Nur leider werden diese einfach verschenkt.

Fazit

Artikel 5 ist eine Dystopie am unteren Ende der Empfehlungsskala.

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2 Kommentare

  1. Was könnte nach diesen Moralstatuten noch verboten sein, was für uns heute ganz selbstverständlich ist?

    Du antwortest mit Fremdgehen. Interessant, dass das für dich was selbstverständliches ist. 😛

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