Kapri-zioes

A Game of Thrones von George RR Martin [Rezension]

Mein Freund und ich hatten beim Wocheneinkauf uns die erste Staffel der gleichnamigen TV-Serie gegönnt. Wahrscheinlich dürfte diese Serie nur wenigen unbekannt geblieben sein bisher. Schon die erste Folge machte uns süchtig, man könnte wirklich Vergleiche zu Heroin oder Ähnlichen ziehen. Jeden Abend mussten es 2 Folgen sein. Nach 5 aufeinanderfolgenden Abenden hatten wir also die ersten 10 Folgen der 1.Staffel von Game of Thrones geschafft. Paralell dazu kam ich nicht umhin, mir die Bücher zu bestellen. Ich habe gleich die komplette Box mit allen 5 Teilen auf Englisch bestellt. Die deutschen Bücher sind mir einfach zu kostspielig mit 15 Euro je Stück und dann entsprechen 2 deutsche Bücher einem Englischen. Das wollte ich nicht.

Der Inhalt

A Game of Thrones spielt in einem erfundenen Land. Hier können Sommer und Winter mehrere Jahrzehnte andauern. Die Geschichte beginnt zum Ende eines jahrelangen Sommers, der nächste Winter wirft sprichwörtlich seine Schatten voraus. Im Prolog wird von weißen Wanderern erzählt, die Tote auferstehen lassen und zu einer Art Zombie machen. Mit dieser unheimlichen, übernatürlichen Bedrohung im Hinterkopf werden dem Leser anschließend die Familienmitglieder des Hauses Stark vorgestellt. Die Starks sind ein Adelsgeschlecht mit Sitz im Norden dieses Landes. Außer den Starks folgen noch weitere Adelsgeschlechte und deren Abkömmlinge, allesamt mit eigenen Motiven und Begehren. Daraus entspinnt sich eine weitverzweigte Geschichte über Liebe, Macht, Intrigen und Freundschaft.

Meine Meinung

Auch das Buch hat ein sehr hohes Suchtpotenzial wie die dazugehörige 1. Staffel der TV-Serie. Zu Beginn sind die vielen verschiedenen Personen etwas verwirrend. Aber nach 100 Seiten hatte ich den vollen Überblick. An keiner Stelle des Buchs kam Langeweile auf, ich hatte immerzu das Bedürfnis weiterzulesen. Die kleine Schrift im englischen Paperback tat meinem Lesevergnügen auch keinen Abbruch.

Überaus interessant ist die Erzählweise von Herrn Martin, in unterschiedlicher Abfolge wird die Geschichte von einzelnen, besonderen Protagonisten erzählt. Dabei passiert es, dass zwei aufeinanderfolgende Kapitel zur gleichen Zeit spielen, aber an unterschiedlichen Orten des Landes. Besonders abwechslungsreich ist die Anzahl der erzählenden Protagonisten in Game of Thrones. Um die 6 verschiedenen Charaktere sind es mindestens, wahrscheinlich mehr. Die Mehrheit dieser Charaktere sind Starks und zur Ergänzung kommen noch wenige andere Figuren aus jeweils unterschiedlichen Adelsgeschlechten zu Wort. Mit den verschiedenen Charakteren verbunden sind natürlich auch verschiedene Motive und Wünsche. Das macht a Game of Thrones besonders spannend für mich. Die ganze Geschichte ist sehr verworren und alles steht irgendwie miteinander in Beziehung. Bereits kleinste Sätze können enorme Veränderungen bewirken und weitreichende Handlungen nach sich ziehen. Man weiß nie, was als Nächstes kommen mag.

Bei den vielen Charakteren kann man sich auch Lieblinge aussuchen, meine sind Jon Snow, Arya Stark und Daenerys.

Trotz dieser Komplexität wird es nie zu verwirrend oder gar ausschweifend. George Martin verfügt über ein großes Erzähltalent. Sehr bewundere ich an ihm, dass er seine Charaktere leiden lässt und sogar Hauptfiguren dem Tod opfert. Ich kenne einige Bücher, die sterbenslangweilig sind, weil der oder die Autor/in sich scheut, den Figuren etwas zu stoßen zu lassen. Vielleicht hat Herr Martin auch eine sadistische Ader? Eine Freundin von mir meinte neulich zu mir, sie hat es aufgegeben Game of Thrones zu lesen, ständig stirbt einer der Hauptcharaktere. Für sie war das frustrierend. Ich weiß leider nicht, bei welchem Band sie aufgehört hat. Für mich steht jedoch fest, dass ich sehr gespannt auf die weiteren Bände bin.

Fazit

Unbedingte Leseempfehlung! Spannend, abwechslungsreich und faszinierend.