12 Augenblicke auf der Leipziger Buchmesse 2016

Leipziger Buchmesse 2016

Meine vergangenen vier Tagen waren geprägt von kaputten Schuhen, ständigem Magenknurren und Büchern. Es war die Zeit der Leipziger Buchmesse – ein Großereignis für jeden Bibliophilen und natürlich auch für mich als Literaturbloggerin. Zur Verarbeitung meiner Post-Messe-Depression zeige ich euch nun 12 besondere Augenblicke auf der Buchmesse.

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1.     Am ersten Messetag (Donnerstag) wurde eine Diskussion zum Thema „Die Buchbeschleuniger – Literatur zwischen Feuilleton und Blogosphäre“ veranstaltet. Es war furchtbar lähmend. Als Literaturbloggerin sehe ich die Diskussion natürlich kritisch, Blogs müssen der Qualität der klassischen Zeitungen in nichts nachstehen. Im Gegenteil – als Blogger ist es viel leichter zu experimentieren, neue Dinge auszubringen und die Literatur aus einer dem Leser näheren Sicht ins Visier zu nehmen. Leider kamen Blogger mal wieder nicht wirklich zu Wort, eine sich im Kreis drehende Nabelschau inklusive Werbeveranstaltung für Literaturprojekte. Schade, nun weiß immer noch keiner, wo die Literaturblogger eigentlich stehen. Oder warum wichtig sein sollte, das zu wissen.

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2.    Tollste Kampagne auf der Messe:

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3.    Auf der Buchmesse habe ich Kommilitonen aus Chemnitz getroffen, im Gegensatz zu mir konnten meine Kommilitonen nicht frei über die Messe flanieren und den ganzen Tag mit irgendwelchen Leuten quatschen, sondern mussten Messebesucher animieren, sich an einer Umfrage zu beteiligen. Mit kleinen Dingen wie Bonbons für den Hals und Blasenpflaster für die Füße konnte man schon große Freude erzeugen. Eine kurze Gedenkminute bitte.

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4.    Dank des dtv Verlages habe ich endlich einmal begriffen, welche Arbeit Übersetzer eigentlich leisten und wie anstrengend das manchmal sein muss. Ich würde ausrasten, wenn ich aus dem Englischen ins Deutsche übersetzen und dabei auf Jambus, Trochäus und Co. aufpassen müsste. Immer fehlt ein Wort und der Inhalt sollte auch noch stimmen. Von der Übersetzung von Sprachwitzen bekomme ich Alpträume. Gereicht, um mir das begreiflich zu machen, haben etwa 30 Minuten Gespräch mit Frank Günther: Er ist gerade dabei die letzten Werke von Shakespeare zu übersetzen, dann hat er als erster Deutscher das Gesamtwerk von Shakespeare übersetzt.

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5.    Etwa die Hälfte meiner Zeit habe ich mit anderen Bloggern verquatscht. Ich war mit befreundeten Bloggern frühstücken, habe, für mich noch unbekannte, Blogger in der Bloggerlounge kennengelernt oder habe kurz Halt auf dem Weg durch die Messehallen eingelegt. Besonders die Bloggerlounge ist ein genialer Ort für Begegnungen und ich bin sehr froh, dass die Leipziger Messe diesen Ort eingerichtet hat. Besonders tolle Gespräche hatte ich mit BücherGöre, Lilienlicht, Aefkaeys World of BooksBuchgefieder, A Bookshelf Full Of Sunshine, das A&O und Bücherrausch.

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6.    Jetzt mal kurz setzen und ein Brötchen essen.

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7.    Bloggertreffen ist generell ein gutes Stichwort. Lovelybooks veranstaltet jedes Jahr ein großes Leser- und Bloggertreffen und es ist jedes Mal toll. Und das behaupte ich jetzt nicht nur, weil es Spaß macht, die Goodiebags auszupacken. In diesem Jahr wurde auch wieder ein interessantes Programm geboten: Eingeladen waren Kate Morton und Kirsty Logan, anschließend gab es ein lustiges Quiz über Lovelybooks. Und natürlich war auch wieder Zeit nach dem offiziellen Teil zum gemeinsamen Plauschen und Kärtchentauschen. Oder es gab auch die Möglichkeit sich mit Mini-Guglhupfen vollzustopfen, bis das Sodbrennen nicht mehr weit war.

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8.    Das Statement des Binooki-Verlages zum Messestand von compact:

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9.    „Kommt endlich heraus aus der Flauschzone!“ Diesen Satz richtete Karla Paul an die Buchblogger bei der ersten Literaturbloggerkonferenz auf der Leipziger Buchmesse „buchmesse: blogger sessions 16“ während ihrer Keynote. Nicht mehr verlassen hat diese Kampfansage die Köpfe der anwesenden Buchblogger; immer wieder bei den Sessions kam das Thema Professionalisierung und Monetarisierung auf. Und ich persönlich hatte große Freude an den Aussagen von Leander Wattig, denn niemand wirft einem freiwillig Geld hinterher – also ran an den Blog und raus aus der Opferrolle.

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10.    Auch sehr schön war die Rückenmassage am Sonntagabend. Und sie war bitter nötig nach 4 Tagen Rucksacktragen und 100-km-Wanderungen.

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11.    Geilster Messestand: HAWK

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12.    Und was bleibt?
Bücher für die Nachlese. Ideen für den Blog. Schokolade. Literaturzeitschriften. Motivation für den Literaturblog. Kaputte Schuhe. Bloggerfreunde. Kampfmut. Schöne Erinnerungen. Ein Stapel Kärtchen. #butterriegel. Arbeitswut. Aufkleber für das nächste Notizbuch.

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Was geht?
In ein paar Tagen hoffentlich der #Messeblues.

Weitere Artikel von der Leipziger Buchmesse:

Lustauflesen
buchrevier
pinkfisch
muromez

14 Kommentare

  1. Pingback: Fetzen zum Abschluss | #lbm16 | Muromez

  2. Liebe Janine,

    danke, dass du auch dieses Jahr meine Messe zu etwas Besonderem gemacht hast. Dein Messebericht ist wieder ausgewöhnlich gut und es macht Spaß in deine Erinnerungen auszutauschen. Zum Glück darf/kann ich dich öfters sehen als die anderen tollen Buchblog-Menschen. Zum Glück gibts das Internet und #butterriegel

    Danke für die schönen Tage <3

    Liebste Grüße,
    Diana

  3. Pingback: #lbm16 – Rückblick Von Bloggern Via @buchmesse | Gnom, Unser

  4. Hallo liebe Janine,

    die Butterriegel-Gang ist schon ein bunter Haufen, was? Ich habe mich sehr gefreut, dass ich mit dir ein paar Buchmessemomente teilen durfte. Vielen Dank dafür!

    Ganz ♥liche Grüße
    Karin

  5. Liebe Diana,

    danke für deinen schönen Kommentar! <3
    Es macht auch mir immer viel Spaß und ich freue mich schon sehr auf Heidelberg und vielleicht auch die #BSEN in Leipzig?
    Mir wird jedes Mal bewusst, wenn wir uns unterhalten oder irgendwo treffen, dass Bloggen eben keine Einbahnstraße ist, wo man stur vor sich hin veröffentlicht.

    Liebe Grüße,
    Janine

  6. Liebe Karin,

    nochmals ein großes Danke an das elegante Lesezeichen. Es liegt schon in meinem momentan gelesenen Buch!
    Ich freue mich schon auf das nächste Mal mit #butterriegel. 😉

    Liebe Grüße,
    Janine

  7. Meine Füße tuen mir übrigens immer noch weh..
    So wie du die Messe beschreibst, muss sie aber echt Spaß gemacht haben. Nächstes Jahr werde ich auf jeden Fall als Besucher vorbeischauen!

  8. Der Schmerz geht bald wieder weg. Ich habe da so meine Erfahrungen.;-) Du musst unbedingt mal Besucher auf der Buchmesse sein – es lohnt sich schon allein wegen all der tollen Verlage und Lesungen.

  9. Pingback: #LBM 2016 | glasperlenspiel13

  10. Wie fleißig ihr schon gebloggt habt. Ich hab nicht mal alles ausgepackt* – zumindest nicht meine Audiodateien und alle Fotos (noch mal ein großes Danke, dass du so spontan für ein Podcast-Interview bereit warst! Ich melde mich dann, wenn alles fertig verschnürt ist ;)). Mir fehlt hier ja ein Bild der kaputten Schuhe 😉 Quark >> schöner Nachbericht!
    Blaubeste Grüße,
    das A&O

    * sehr schöner Verschreiber stand hier zuerst: „ausgebloggt“. Ebenso wahr leider …

  11. Liebes A&O, 😉

    bei den tollen Fragen hab ich gern für dich ins Mikro geantwortet. Ich bin sehr gespannt auf den fertigen Podcast! Und besonders was die anderen Befragten für eine Meinung haben.
    Ich hatte zuerst auch überlegt, ob ich die gerissenen Chucks noch mit reinbastel und mir dann gesagt – ach wen interessieren denn schon deine kaputten Schuhe.

    Viele Grüße,
    Janine

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