Kapri-zioes

Das hier ist Wasser von David Foster Wallace [Rezension]

Abschlussrede anders

Dieses Buch ist kein Buch, warum? Weil es eine Rede ist. Das macht aber nichts, diese Rede ist grandios. Mir ist bei 95% aller Vorträge, die ich anhören muss, langweilig. Im Fall von Herr Wallace beneide ich allerdings den Abschlussjahrgang 2005 des Kenyon College. Noch dazu ist es die einzige Rede dieser Art, die vom Autor gehalten wurde. Ein echtes Unikat eben.

David Foster Wallace

•    Geboren 1962
•    Gestorben 2008
•    Schrieb “Unendlicher Spaß”

Die schwerste Wahrheit im Leben

Sie [die Wahrheit] dreht sich um die Frage, wie man dreißig oder sogar fünfzig Jahre alt wird, ohne sich die Kugel zu geben.

Diese Wahrheit ist das Wichtigste, was es zu begreifen gilt. Und diese Rede von Wallace hilft definitiv die Wahrheit zu begreifen. Sie zeigt, dass es unsere Entscheidung ist, worüber wir denken und vor allem wie wir denken. Diese Erkenntnis ist, laut Wallace, der Wert der wahren Bildung. Ich kann ihm dabei nur zustimmen. Jeder der tief in sich gegangen ist, wird mit Wallace einverstanden sein müssen.

Der Geist ist ein ausgezeichneter Diener, aber ein schrecklicher Herr.

Wir, als Menschen, sind nicht gezwungen für immer zu denken, dass alle Welt gegen uns ist. Über dieses Stadium kann man hinauswachsen – “Das hier ist Wasser” hilft dabei, ist ein erster Schritt zum freien Denken und leichterem Leben.

Wallace kommt selbst, bei dieser schweren Kost, ganz leichtfüßig daher. Er spickt seine Rede mit Parabeln und Beispielen, bleibt immer authentisch und zieht den Leser ab der ersten Seite in den Bann.

Fazit

Inhalt grandios, Sprache grandios – ein kurzer prägnanter Text. Wallace war ein Genie, seine Rede ein Geniestreich. Wer sich vom Preis abschrecken lässt, ist selbst schuld.