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Die zehn beeindruckensten Bücher 2015

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Die Jahresrückblicke vermehren sich wie die Pantoffeltierchen im Tümpel und ich muss da natürlich auch meinen Dijon-Senf dazugeben. Für euch habe ich die zehn geilsten Bücher herausgesucht, die ich 2015 lesen durfte. Und deshalb will ich jetzt nicht lange Phrasen dreschen und euch einfach mit jeweils einem Zitat Appetit machen:

  1. „Die Konsequenz darf man nicht zum Tarnmantel der Charakterlosigkeit werden lassen.“  Aus: Fragmente von Emrah Serbes
  2. „Theoretisch hätte ich immer gerne etwas gewollt. Revolutionen anführen oder transhumanistische Versuche oder eine große Kunst. Praktisch gab es aber immer ein interessantes Buch, das ich erst noch zu Ende lesen wollte. Ich habe mir nie etwas Außerordentliches zugetraut. Sicher mit Recht. Meine Gedanken stehen am nächsten Morgen in der Zeitung, so banal sind sie.“ Aus: Der Tag, als meine Frau einen Mann fand von Sibylle Berg
  3. „Weil der Tod außerhalb der Zeit ist, und man braucht die Zeit, um seine Erinnerungen zu ordnen. Man braucht Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Einen Anfang, eine Mitte, ein Ende. Aber Tod ist dafür zu konstant. Zu unveränderlich.“ Aus: Weiter als der Himmel von Pippa Goldschmidt
  4. „Der Notruf eines einsamen Tiers genügt, um die gesamte Schule an seine Seite zu holen – eine Geste, die sie Nase an Nase im Sand landen lässt. Es ist eine tödliche Symphonie der Echolotung, ein Sirenengesang an die Mitfühlenden.“ Aus: Das Gegenteil von Einsamkeit von Marina KeeganBücher Grafik
  5. „Die Tage sind kostbar und selten. Tage, an denen etwas Neues in Großvaters Leben tritt, das nicht nimmt, sondern gibt.“ Aus: Raubfischen von Matthias Jügler
  6. „Was man theoretisch richtig findet, das kann ziemlich weit weg sein von dem, was man praktisch aushalten kann.“ Aus: Auerhaus von Bov Bjerg
  7. „Er gehört zu den Leidenden, den Besessenen und Verzweifelnden, zu jenen, die von fixen Ideen beherrscht und von Obsessionen geplagt werden, zu den Schriftstellern, die ihre Ziele mit monomanischer Unbedingtheit verfolgen.“ Aus: Meine deutsche Literatur seit 1945 von Marcel Reich-Ranicki
  8. „Weil Menschen wie ich sagten: „Ich verlasse mich auf niemanden.“ Und am Ende waren wir nur eines: verlassen.“ Aus: Morgen ist es vorbei von Kathrin Weßling
  9. „Er hat sich gegen Ärger und fürs Sterben entschieden. Ich habe mich für Ärger und fürs Leben entschieden.“ Aus: Das weingetränkte Notizbuch von Charles Bukowski
  10. „Vor der Revolution von 1917 schrieb Alexander Grin: „Die Zukunft ist nicht mehr an ihrem Platz.“ Seitdem sind hundert Jahre vergangen, und wieder ist die Zukunft nicht mehr an ihrem Platz. Wir leben in einer Secondhand-Zeit.“ Aus: Secondhand-Zeit: Leben auf den Trümmern des Sozialismus von Swetlana Alexijewitsch

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  1. Das ist eine tolle Auswahl. Ich muss mir vor allem mal angewöhnen, meine angestrichenen Zitate an einer Stelle aufzuschreiben oder so. Ich finde deinen Jahresrückblick sehr gut! Marina Keegan war vor allem eine tolle Überraschung. Guten Rutsch ins neue Jahr!

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