Artikel
0 Kommentare

Agnes von Peter Stamm [Rezension]

Agnes Peter Samm

Agnes habe ich durch ein Tauschgeschäft über lovelybooks! Vielen Dank an KleinerVampir für dieses Buch. Ich hatte so ziemlich keine Erwartungen an das Buch. Asche über mein Haupt, Peter Stamm sagte mir auch so gar nichts. Aber nun bin ich wahrhaft froh, dass wir getauscht haben. Das Buchcover an sich ist ja recht unscheinbar. Weiß- grau und im Hintergrund eine verschwommene Frau. Sehr steril wirkt es auf mich. Ich bin mir nicht sicher, ob es mich im Laden angesprochen hätte, wahrscheinlich nicht. Aber es gibt ja glückliche Fügungen.

Zum Inhalt von Agnes

Es geht um Agnes. Und ihre Liebesbeziehung zu ihm. Ihm ist der Erzähler und ich kann mich nicht daran erinnern, dass er je seinen Namen sagt. Diese Liebe beginnt in der Public Library in Chicago mit flüchten Blicken und einem gemeinsamen Kaffee. Die Beziehung entspinnt sich weiter durch eine Geschichte, die beide zusammen über sich schreiben. Ich möchte hier jetzt nicht so viel über den Inhalt sagen, am besten selbst lesen!

Agnes

Meine Meinung

Ein ziemlich kurzes Buch. Kein Wort ist zu viel, aber auch keines ist zu wenig. Zwei Stunden reichen zum Lesen. Schon zu Beginn erfahre ich, wie die Geschichte endet.

Agnes ist tot. Eine Geschichte hat sie getötet. Nichts ist von ihr geblieben als diese Geschichte.
Kriege bei so etwas nur ich Gänsehaut? Der Schreibstil von Peter Stamm ist virtuos. Flüssig und leicht verständlich, aber auf der anderen Seite sprachgewaltig. Diesen Spagat bringen nur eine Handvoll Autoren in diesem Ausmaß zustande. Ich möchte Peter Stamm jetzt nicht unendlich in den Himmel loben. Aber Tatsache ist Tatsache.

“Ich bin immer traurig, wenn ich ein Buch zu Ende gelesen habe”, sagte Agnes. “Es ist, als sei ich zu einer Person des Buches geworden. Und mit der Geschichte endet auch das Leben dieser Person.”

“Glück malt man mit Punkten, Unglück mit Strichen… Du musst, wenn du unser Glück beschreiben willst, ganz viele kleine Punkte machen… Und dass es Glück war, wird man erst aus der Distanz sehen.”

Ich hoffe diese Zitate reichen als Belege für das Können Peter Stamms.
Das Buch trägt eine leise Melancholie in sich, aber beim Lesen wurde ich niemals depressiv. Auch nicht mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass es ein tragisches Ende haben muss, denn Agnes ist ja tot. Ob dieses Buch wirklich ein tragisches Ende nimmt, lasse ich offen. Es ist ein ernstes und ehrliches Buch, eine realistische Liebesgeschichte, in der es nicht nur glückliche Momente gibt. Deshalb allein lohnt sich das Lesen.

5

 

 

 

Kommentar verfassen