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Digitale Demenz von Manfred Spitzer [Rezension]

Digitale Demenz habe ich zum ersten Mal gesehen, als ich in der Verlagsvorschau von Droemer Knaur blätterte. Dann habe ich etliche Zeitungsartikel gelesen, beispielsweise aus dem Börsenblatt des deutschen Buchhandels, Focus oder der FAZ. Ein ziemlich brisantes Buch also. Und wie soll es auch anders sein, es ist sogar in der Spiegel Bestsellerliste eingetragen. Nicht wirklich verwunderlich.

Zum Inhalt von Digitale Demenz

Herr Spitzer schneidet in seinem Buch Digitale Demenz viele Inhalte in Zusammenhang mit Hirnforschung und Medien an. Dabei beschränkt er sich nicht nur auf die Nutzung von Computern.

Das waren in einer kurzen Aufzählung der Inhalt und die Thematiken des Buchs, ich lege dabei keinen Wert auf Vollständigkeit. Manfred Spitzer stellt in seinem Buch die Ergebnisse seiner jahrelangen Arbeit als Hirnforscher vor.

Meine Meinung

Digitale Demenz ist ein absolut notwendiges Buch. Die Ergebnisse sind erschreckend, wenn nicht sogar alarmierend. Manfred Spitzer möchte uns warnen. Warnen vor übertriebenen Konsum von Medien.
Irgendwie hat man es ja schon immer im Gefühl, dass Fernsehen dumm macht. Studien belegen, dass es tatsächlich so ist. Computer und Navigationsgeräte sind auch nur mit Vorsicht zu genießen. Sie nehmen unserem Gehirn die Arbeit ab, das macht nicht nur bequem, sondern auch faul und dumm. Das Gehirn ist wie ein Muskel – ohne Training verkümmert es. Dieser Fakt ist einleuchtend.
Besonders hervorheben möchte ich die Qualität der Recherche von Manfred Spitzer. 20 Seiten Quellen- und Literaturverzeichnis, das gefällt mir. Es zeugt von Seriosität und wissenschaftlicher Arbeit. Nicht jedes Sachbuch wird mit dieser Sorgfalt verfasst. Schade eigentlich.

Für mich ist es nachvollziehbar, dass sich unser Gehirn nicht viel von dem einprägen kann, was es durch Überfliegen am Rande registriert. Das ist viel zu kurz gedacht und oberflächlich. Unser Gedächtnis braucht Zeit um zuwachsen, also sollte es diese Zeit auch bekommen. Da bin ich der gleichen Meinung wie Herr Spitzer.

Sehr schön für den Laien ist auch die Vielzahl der Abbildungen und Diagramme. Verständlich, auflockernd und erklärend. Schön!

Kritisieren muss ich aber dennoch bei all den Pluspunkten. Manfred Spitzer schreibt in manchen Passagen sehr reißerisch, ja sogar polemisch. Und wenig später ziehen sich Abschnitte wie Kaugummi. Ein Auf und Ab im Stil, das ist irgendwie nicht aus einem Guss. Erst langweilig, dann spannend und danach bissig.

Vor allem die Stellen, bei denen es um Online-Spiele geht, wird es harsch im Ton. Warum? Ich weiß nicht, wieso Herr Spitzer regelrecht verbal auf Spiele einhackt. Das zeugt für mich auch nicht gerade von Sachlichkeit.

Diese Tatsache versaut mir das Buch Digitale Demenz ein wenig. Ich denke Herr Spitzer ist eine Autorität in der Hirnforschung, das sollte nicht zerstört werden durch Gefühlsausbrüche und lehrerhafte Appelle.

Fazit

Digitale Demenz ist ein wichtiges Buch, welches uns die Augen öffnet für den bewussten und sorgfältigen Umgang mit Medien. Potenziale für die schriftliche Darstellung durch den Autor sehe ich aber dennoch.