Kapri-zioes

Ein plötzlicher Todesfall von J.K. Rowling [Rezension]

Ein plötzlicher Todesfall erhielt ich per Vorbestellung! Eigentlich war ich schon heiß auf das Buch, seitdem ich die Ankündigung dazu im Börsenblatt gelesen hatte. Und das war im Mai oder so. Nicht sicher. Aber der Verlag fuhr ja die absolute Geheimhaltungsstrategie. Leider habe ich die Ankündigung nicht mehr parat. Aber viel, außer dem Cover, war nicht zu sehen. Am Mittwoch (26.9.) vor Tag X wurde auch erst der Trailer zum Buch veröffentlicht. Noch mal zurück zum Cover:  Eine Schönheit es das Cover nun wirklich nicht. Mich erinnert es eher an alte Romane aus den Fünfziger oder Sechzigern. Der einzige Vorteil besteht wahrscheinlich in der Eindringlichkeit der Gestaltung – Rot und Gelb. Im Buchladen sehe ich das schon von Weitem. Und vielleicht merken sich die Leute das Cover besser, wenn es hässlich ist? Das artet nun in wilde Spekulation aus.

 

Zum Inhalt

Ein plötzlicher Todesfall beginnt in einer Kleinstadt, einem Kaff, und es wird auch dort enden. Zu Beginn passiert gleich etwas Hochdramatisches. Barry Fairbrothers letzte Minuten werden geschildert. Sein Tod ist ein ziemlicher Schock für die Gemeinde und hinterlässt eine große Lücke, für den einen mehr, für den anderen weniger. Die Kleinstadt, Pagford, wirkt auf den ersten Blick idyllisch, hinter der Fassade tobt aber ein hehrer Machtkampf, man könnte fast sagen Krieg. Barry war Gemeinderat. Nun ist seine Stelle frei und muss neu besetzt werden, eine passende Gelegenheit um die Fronten neu zu klären. Die alles entscheidende Frage ist: Wer wird Gewinner dieser Wahl?

Meine Meinung

Eigentlich hielt ich Ein plötzlicher Todesfall für einen Krimi. Ab und zu wird er auch jetzt noch so beworben. Das Cover und der Titel verleiten auch sehr dazu. Er ist allerdings kein Krimi. Ein plötzlicher Todesfall ist ein gesellschaftskritischer Roman. Je mehr ich von Ein plötzlicher Todesfall gelesen habe, desto mehr drängt sich mir auf, dass Frau Rowling in ihrem neusten Roman ihre Vergangenheit als Sozialhilfeempfängerin verarbeitete. Vor Harry Potter hat sie es nämlich nicht immer leicht gehabt.
Zu Beginn wurde ich von der Vielzahl der Handlungsstränge regelrecht erschlagen. Das hat sich erst ab dem Drittel gebessert. Dann konnte ich die Personen und ihre Verbindungen zueinander auch einordnen. Ab diesem Punkt wurde Ein plötzlicher Todesfall sehr spannend. In jedem neuen Abschnitt war ein neues Detail, ein neues Geheimnis oder auch nur eine winzige Bemerkung zu lesen, welche mich die Motive und Interessen oder auch den ganzen Charakter insgesamt besser verstehen haben lassen. Für mich hat diese Tatsache auch den Reiz von Ein plötzlicher Todesfall ausgemacht. Nichts anderes.

Jeder Charakter hatte eine andere Meinung zu Barry Fairbrother. Am Anfang fand ich es sehr faszinierend, herauszufinden, welche Ansicht die jeweilige Person vertrat.
Zugeben muss ich, dass ich wesentlich länger für den Roman gebraucht habe, als ich an Zeit einplante. Er ist sehr komplex und eben wirklich ein Roman für Erwachsene. Das ist nun aber keinesfalls ein Nachteil. Ich war über den gesamten Zeitraum gezwungen, das Buch weiter zu lesen. Ich musste einfach wissen, wie es ausgeht.
Von J.K.Rowlings Schreibstil halte ich immer noch große Stücke, wie schon bei Harry Potter, er ist recht unkompliziert, aber gut lesbar.

 

Fazit

J.K.Rowling beschreitet in Ein plötzlicher Todesfall neue Wege. Mir hat dieses Buch viel Freude bereitet und vor allem auch nach dem Lesen klingt das Buch nach. Sehr gut!