Kapri-zioes

Das Orchideenhaus von Lucinda Riley [Rezension]

Eigentlich ist das gar nicht mehr wahr, so lang, wie das her ist. Irgendwann gab es das Buch als Leseexemplar auf Arbeit, da war ich so dreist und habe es mitgenommen. Das Orchideenhaus dümpelte so ziemlich lang bei mir im Regal. Einen richtigen Anreiz es ist zu lesen hatte ich erst wieder durch die 12-Bücher-Challenge.
Das Buchcover ist wie aus dem Lehrbuch für Familienromane. So ein bisschen romantisch-kitschig. Mit der Treppe und der pinken Orchidee. Gut finde ich vor diesen Hintergrund die grüne Überschrift. Durch den Kontrast wirkt das Cover nicht ganz so langweilig.

 

Zum Inhalt

Julia Forrester ist eine berühmte Pianistin und vom Schicksal ziemlich gebeutelt wurden. Bei einem tragischen Unfall verlor sie Sohn und Ehemann. Geplagt von tiefer Trauer über den Verlust zieht sie sich nach Norfolk in ein altes Cottage zurück. In Norfolk verbrachte Julia viele Stunden ihrer Kindheit. Ihr Großvater war angestellter Gärtner und Orchideenzüchter in Wharton Park, einem alten englischen Herrenhaus.
Julia lernt Kit Crawford, Erbe jenes Herrenhauses durch Zufall kennen. Kit ist pleite und möchte das Anwesen verkaufen. Beim Ausräumen findet er ein mysteriöses Tagebuch, welches Julias Großvater gehört haben muss. Damit beginnt die Entschlüsselung eines alten Familiengeheimnisses.

Meine Meinung

Ich mag eigentlich keine Frauenromane und auch keine Familiengeschichten. Deshalb ist es mir auch ein Rätsel, warum ich ausgerechnet das Orchideenhaus aus Leseexemplar von der Arbeit mitgenommen habe. Ich kann mir das wirklich nicht erklären und glücklich bin ich darüber im Nachhinein auch nicht wirklich. Wahrscheinlich hatte ich einfach schon zu viel über das Orchideenhaus gehört. Es hat sehr vielen Leuten recht gut gefallen. Und da dachte ich, das Orchideenhaus wird schon nicht so kitschig werden. Hab ich gehofft. Insgesamt war es dann doch sehr kitschig mit ordentlich Schmalz.

Dieser Schnulzencharakter vom Buch hat mir das Lesen wirklich versaut. Wahrscheinlich bin ich jetzt auch etwas eingenommen. Positiv an Das Orchideenhaus war die tolle und ausführliche Darstellung der Charaktere. Lucina Riley hat sich echt viel Mühe gegeben beim Konstruieren von Julia und Kit. Sprachlich brilliert Frau Riley zwar nicht, aber das Buch lässt sich flüssig und ohne Stocken lesen.
Aber außer dem Kitschanteil waren für mich die Zeitsprünge recht nervig. Ich hatte immer das Gefühl nicht nur ein Buch zu lesen, sondern mindestens 3. Plötzlich befand ich mich als Leser nicht mehr in der Gegenwart mit Julia und Kit, sondern 80 Jahre in der Vergangenheit. Und die Begebenheiten aus der Vergangenheit wurden dann auf 100 Seiten breit getreten. Zu dem war ab der Hälfte des Buches das Familiengeheimnis ziemlich offensichtlich.  Kann man das nicht wenigstens spannend gestalten? Lucinda Riley war diese Tatsache wohl ebenfalls aufgefallen, deshalb versuchte sie zum Schluss nochmals etwas Spannung in ihren Roman zu bringen mit einer überraschenden Wendung. Diese Wendung war dann allerdings absurd. So absurd, dass ich mich nur ärgern konnte.

 

Fazit

Das Orchideenhaus ist ein Frauenroman mit zu viel Kitsch und zu wenig Spannung, das einzig wirklich positive war die gute Ausarbeitung der Charaktere.