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Peter Heller – The dog stars

The dog stars Peter Heller

„The dog stars“ gehen ins Herz und in den Kopf. Direkt. Es ist eine Dystopie. Ein sehr tiefgründiges Buch und überhaupt nicht zu vergleichen mit den neusten und sehr schlecht gemachten Dystopien, die den Buchmarkt fluten. Das Buch ist auch nicht ganz so furchterregend wie „Die Straße“  von Cormac McCarthy. Peter Hellers Buch gibt viel mehr Hoffnung, dass das Menschliche die Apokalypse überleben kann.

Peter Heller

The dog stars sind Peter Hellers literarisches Debüt. Er lebt in Denver und ist Experte für Extremexpeditionen. Beispielsweise ruderte er durch die Tsangpo-Schlucht in Tibet oder surfte von Kalifornien an die mexikanische Küste. Wer wäre da besser geeignet als einen Roman zu schreiben, bei dem es um den Kampf ums Überleben geht?

Der Inhalt

Big Hig lebt allein mit seinem Hund Jasper und seinem Freund Bangley in der Wildness von Amerika. Nicht ganz in der Wildniss. Alle drei wohnen auf einem Flughafen und Hig startet regelmäßig seine geliebte Cessna für Erkundungstouren oder für die Suche nach Lebensmitteln. Leider geht so langsam auch der Treibstoff aus …

Die Zivilisation wie Hig sie kannte, existiert schon einige Jahre nicht mehr. Ein Virus hat die Mehrheit der
Menschen dahingerafft.

Meine Meinung

Bücher über die Apokalypse und das Ende der Welt sind niemals schön. Immer bleibt dabei ein fader Restgeschmack. Richtet sich die Menschheit selbst zugrunde? Wäre nicht so ein Ausgang auch real für unsere Welt? Wer weiß denn schon wirklich, an welchen Viren in geheimen Laboratorien gearbeitet wird. Und ob diese wirklich niemals nach außen gelangen könnten.

Never ever negotiate. You are negotiating your own death. – S. 120

„The dog stars“ hat bei all der Melancholie und Traurigkeit auch eine schöne Seite. Peter Heller schafft es auszudrücken, dass das Ende vielleicht doch nicht das Ende darstellt. Dass am Ende nicht nur Brutalität überleben, sondern möglicherweise auch Mitgefühl. Es wäre eine schöne Vorstellung, wenn alles vielleicht nicht so tragisch ist, wie es zunächst aussieht.

Funny how you can live a whole life waiting and not know it. – S. 266

Die Frage ist doch, ob der Mensch immer weiter macht mit seinem eigenen Unglück, mit der eigenen Vernichtung oder ob er nicht irgendwann doch die Notbremse zieht. Sich besinnt und seine Fehler dann korrigiert. Peter Heller arbeitet es sehr gut heraus, diese Frage ist eine Frage der Ideologie. Woran glaubt der Mensch?

Not because we don´t have enough food, enough raw materials, enough quilts. It is ideological. Ideology that tears apart nations. Tore, past tense. What nations now? Whoever is left still fighting, scrapping over the leftovers. – S. 119

Das Buch liest sich sehr flüssig und spannend. Peter Heller lässt immer wieder sehr kluge Zitate in die Geschichte einfließen.

Am Ende des Buchs war ich eigentlich wirklich nur froh, dass ich nicht in dieser Welt lebe. Sondern, dass in der Realität noch alles mehr oder weniger in Ordnung ist. „The dog stars” lehrt, das Leben zu schätzen.

We have traveled.
Now you will be the path
I will walk I will walk
Over you
–    S. 133

Fazit

Wer eine kluge Dystopie lesen möchte, der greife bitte zu Peter Hellers „The dog stars“.

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