Kapri-zioes

Das Gegenteil von Einsamkeit [mit Gewinnspiel]

BÄM. Da war es mal wieder. Ein Einschlag in den Literaturhimmel. Seit einigen Wochen taucht in den Buchbesprechungsseiten diverser Zeitschriften immer mal wieder ein rot-braunhaariges Mädchen mit gelbem Mantel auf. Ich rede von Marina Keegan. Jung, hübsch, überaus talentiert und tot.

In „Das Gegenteil von Einsamkeit“ sind ihre Kurzgeschichten und Essays gesammelt und posthum veröffentlicht wurden. Es ist ein wunderschönes Buch geworden. Voller Witz und Lebensfreude, um so tragischer ist Marinas früher Tod. Kurz nach ihrem Hochschulabschluss verstarb Marina Keegan bei einem Autounfall auf den Weg zu ihren Eltern.

Der Inhalt von „Das Gegenteil von Einsamkeit“

In ihren Kurzgeschichten schreibt Marina Keegan über den Tod, die Liebe, das Leben. Dinge, die jeden Menschen betreffen und auch gerade deshalb wohl niemals langweilig werden können. Literatur kreist stets um die großen Drei. Und Marina war aufgebrochen, um die Literatur zu retten.

Aber Fräulein Keegan war nun mal auch 23 Jahre jung und Studentin, ihre Geschichten handeln auch von der Jugend. Was man eben so macht, wenn man noch das ganze Leben vor sich hat und irgendwie auch seinen Platz erst finden muss.
Im zweiten Teil des Buchs sind einige ihrer Essays versammelt. Als junger Erwachsener möchte man doch immer auch die Welt retten, die Stimme erheben und gehört werden. Marinas Ansichten sind alles andere als naiv.

Meine Meinung

Finde ich das Buch so faszinierend wegen Marinas Tragödie oder weil es schlicht und einfach toll ist? Manchmal ist es schwierig, die ganze Marketing-Maschinerie hinter einem Buch auszublenden. Ohne Marina Keegans Vita würde das Buch wahrscheinlich nicht diesen „Hype“ erfahren. Einerseits macht mich das skeptisch, andererseits freue ich mich, wenn „Das Gegenteil von Einsamkeit“ von vielen Menschen gelesen wird. Ein Buch wird nicht gut durch das Unglück der Autorin. Irgendwie fühle ich mich erinnert an Wolfgang Herrndorf und David Foster Wallace, in beiden Fällen konnte der Verkauf der Bücher unglaublich angeheizt werden durch den Tod der Autoren.

Ich habe einige Zeit überlegt, ob ich in meinem Artikel überhaupt erwähne, dass Marina jung verunglückt ist. Aber wahrscheinlich weiß es wohl eh schon fast jeder und wenn nicht wird er es erfahren, so bald er Marina Keegan googelt und fühlt sich dann von mir verarscht. Das möchte ich auch nicht. Tatsache ist, dass Marina tot ist. Unfall. Ich möchte nicht, dass dies ihre Texte überschattet.

Wir sind so jung. Wir können dieses Gefühl der Möglichkeiten nicht verlieren, denn letztlich ist es alles, was wir haben. – S. 30

In „Das Gegenteil von Einsamkeit“ sind Kurzgeschichten und Essays in einem Buch versammelt. Bei der Romangeilheit des deutschen Buchmarktes ist das wohl sowas wie ein Super-GAU. Nichtsdestotrotz rate ich allen, aus ihren gewohnten Bahnen auszubrechen und neue Literaturformen zu entdecken. Hin und wieder gibt es im Buch sogar Lyrik, um es auf die Spitze zu treiben. Die Kurzgeschichten im Buch sind sehr eindringlich und gefühlvoll. Es geht ums Leben oder vielmehr geht es um das Weiterleben. Das Leben trotz … Ich fühlte mich ein bisschen erinnert an die wunderbare Karen Köhler und ihren Kurzgeschichtenband „Wir haben Raketen geangelt“.

Für sie war Schweigen, was für ihn Dunkelheit war – und sie lief vor beidem nicht davon, wenn die Sonne unterging und die Worte ausgingen. – S. 97

Marinas Essays gefallen mir fast noch ein bisschen besser als ihre Geschichten. Das kann aber auch an den Themen liegen. Das absolut beste Essay für mich war: „Warum wir uns um Wale kümmern“. Ich habe schon überlegt, ob ich die Buchseiten nicht kopiere und an alle meine Freunde verteile. So toll war der Text über das Retten von Walen und was es über uns Menschen aussagt.

Der Notruf eines einsamen Tiers genügt, um die gesamte Schule an seine Seite zu holen – eine Geste, die sie Nase an Nase im Sand landen lässt. Es ist eine tödliche Symphonie der Echolotung, ein Sirenengesang an die Mitfühlenden. – S. 211

Der Schreibstil der Autorin ist sehr intensiv, niemals aufdringlich, melancholisch und lebensfroh zugleich. Die Werke von Marina sind nicht so gut wegen der Verheißung, was hätte sein können. Sie sind auch ohne diese Spekulationen über die mögliche Zukunft der Autorin gut und können ohne diese Mutmaßungen bestehen.

Fazit

„Das Gegenteil von Einsamkeit“ ist Intensivität und Leichtsinn der Jugend, ohne naiv zu sein. Wenn ich für 1 Jahr nur ein Buch lesen dürfte, ich würde dieses nehmen.Und weil mir dieses Buch so gut gefällt, verlose ich 1 neues und originalverpacktes Exemplar von „Das Gegenteil von Einsamkeit“. Schreibt mir einfach einen Kommentar bis zum 30.05.2015 24:00Uhr und beantwortet die Frage: Warum wollt gerade ihr dieses Buch lesen? Bitte vergesst nicht, eure eMail-Adresse anzugeben, damit ich euch im Gewinnfall benachrichten kann. Selbstverständlich gebe ich eure Daten nicht an Dritte weiter. Auslosen und den Gewinner bekanntgeben werde ich am 31.05.2015.

Weitere Rezensionen auf anderen Blogs:
Fantasie und Träumerei
Bookwives
Pop-Polit