Kapri-zioes

Noir von Jenny-Mai Nuyen [Rezension]

Noir war eine Belohnung für die Prüfungen. Vor ziemlich genau 2 Wochen. Da hatte ich früh, circa 9 Uhr, meine mündliche Prüfung in Tschechisch. Ich war selten so vor einer Prüfung aufgeregt, weil ich einfach das Gefühl hatte, dass ich mal so gar nichts kann. War dann zum Glück nicht so.
Noir habe ich dann begonnen zu lesen während des Lovelybooks Lesemarathons und beendet habe ich es am Montag. Zum ersten Mal davon gehört habe ich über vorablesen.de. Das Cover hatte es mir angetan. Ein zerbrochenes Fenster oder ein zerbrochener Spiegel? Jenny-Mai Nuyen hat nicht nur Noir geschrieben, davor sind schon etliche erfolgreiche Fantasy-Romane erschienen. Ich muss zugeben bislang hat mich davon nichts interessiert, deshalb hab ich auch noch kein Buch von ihr gelesen.

 

Zum Inhalt

Noir beginnt in einem Hotelzimmer mit Nino Sorokin und seiner Geliebten, Noir. Und dann eine Rückblende zu dem Moment als Nino das erste Mal merkt, dass er denkt. Tragischerweise war dieser Augenblick auch der Letzte mit seinen Eltern. Beide sterben bei einem Autounfall, Nino überlebt. Nino Sorokin ist nicht gewöhnlich, er sieht den Tod von anderen Menschen voraus, sogar seinen eigenen. Von jedem sieht er den Tod, nur nicht den von Noir.
Nino hat nur noch wenige Tage zu leben, gemeinsam mit Noir versucht er sein eigenes Schicksal zu überlisten.

 

Meine Meinung

Eigentlich bin ich nicht der typische Fantasy-Leser. Stimmt, eigentlich lese ich querbeet. Noir ist ein Schatz in meinen Augen. Vor allem der Sprachstil von Jenny-Mai Nuyen macht Noir zu etwas Besonderem. Sie schreibt überaus plastisch, verwendet sehr viele Sprachbilder und Vergleiche. Manchmal muss ich überlegen, was sie nun genau meint. Aber das finde ich schön, das zeugt von Raffinesse und absolut keinem plumpen Sprachgebrauch. Jenny-Mai Nuyen ist Liebhaberin kurzer Sätze. Leicht und verständlich.
Noir ist die gesamte Zeit von einer sehr hohen Dynamik durchdrungen, immerhin geht es um einen Wettlauf gegen den Tod und die Zeit wird immer knapper. Diese Geschwindigkeit wird noch erhöht von häufigen Vorblenden. Das lässt Noir niemals langweilig werden, sondern immer aufregend bleiben.

Jetzt begriff er, dass das Leben nur die Wiederholung von Toden ist, eine endlose Aneinanderreihung vieler kleiner und großer Endgültigkeiten. Manchmal in rasender Geschwindigkeit, manchmal schleichend. – Noir Seite 358

Meine liebste Figur im Buch ist Noir selbst. Sie ist geheimnisvoll, nicht auf den ersten Blick sympathisch, aber gewiss auf den Zweiten. Als Leser kommt man immer mehr hinter das traurige Geheimnis von Noir, man kommt gar nicht umhin, Mitgefühl zu empfinden.

 

Fazit

Noir ist ein Fantasyroman mit ausgefallener Idee und einer zarten Liebesgeschichte. Empfehlenswert.