Kapri-zioes

Das erste Mal James Patterson

Vollkommen halsbrecherisch habe ich mich in ein waghalsiges Experiment gestürzt. Es war so ein bisschen wie eine kleine Rebellion für mich. Zum ersten Mal in meinem Leben fange ich nicht eine Buchreihe mit dem ersten Band an, sondern mittendrin. Im Fall von James Patterson war das dann schon der 14.Band der „Women´s Murder Club“-Reihe. Sicher denkt ihr jetzt alle: „Nein, wie aufregend. Das kann sie doch nicht tun!“ Dochdochdochdochdoch. 😉

Und es war für mich auch Premiere James Patterson zu lesen. So viele Krimis/Thriller lese ich ja nun nicht. Um ehrlich zu sein, ist es für mich schon viel, wenn es 2 Krimis im Halbjahr werden. Aber irgendwann muss man mal über seinen Schatten springen und auf Entdeckungstour jenseits der gebräuchlichen Gewohnheiten gehen.

James Patterson

Der Name kommt sicher dem einen oder anderen von euch bekannt vor. Das ist auch wenig verwunderlich, da James Patterson definitiv einer der Stars unter den Autoren ist. Seine Bücher wurden über 100 Millionen Mal verkauft. Ich schreibe das nochmal kurz aus: 100 000 000 Bücher. In Deutschland entspricht die durchschnittliche Auflage eines Romans ca. 4000 gedruckte Bücher.

James Patterson wurde 1947 in Newburgh, Orange County geboren und lebt jetzt in Florida. Herr Patterson schreibt seine Romane nicht wirklich allein, immer hat er Co-Autoren an seiner Seite. Im Fall von „14th Deadly Sin“ ist das Maxine Paetro.

„14th Deadly Sin“ – Der Inhalt

Maskierte Polizisten in Latexmaske überfallen kleine Läden und gehen dabei über Leichen. Sie hinterlassen keine Spuren und sind meist so schnell weg, wie sie gekommen sind. Das ist aber noch längst nicht alles. Außerdem wird am hellichten Tag auf der Straße eine Frau brutal abgestochen. Natürlich sind viele potenzielle Zeugen anwesend, nur leider hat niemand etwas gesehen und es fehlt auch jegliche Spur vom Täter. Die Kriminalbeamtin Lindsay Boxer sieht sich also einer großen Herausforderung gegenüber.

Meine Meinung zum Buch

Am Anfang des Buchs hatte ich kurz meine Schwierigkeiten, es tauchen ziemlich schnell sehr viele Akteure auf. Da gilt es erstmal, den Überblick zu bewahren. Aber was hatte ich auch anderes erwartet, bei einem Buch, das schon der 14. Teil einer Krimireihe ist? Unter diesen Gesichtspunkt ist es James Patterson schon sehr gut gelungen, auch rebellischen Lesern einen guten Einstieg in die Geschichte zu geben.

In „14th Deadly Sin“ sind viele verschiedene Handlungsstränge miteinander verworben. Ich konnte nicht nur Lindsay Boxer über die Schulter sehen, wie sie nach den Schuldigen ihrer 2 verschiedenen Mordserien sucht. Lindsay ist sozusagen Mitglied im „Women´s Murder Club“. Dieser besteht aus 4 Frauen, neben Lindsay gibt es noch die Journalistin Cindy, die Gerichtsmedizinerin Claire und die Staatsanwältin Yuki. Im 14. Teil tritt vornehmlich Yuki ins Rampenlicht mit einem spektakulären Fall.

Safe was good. But she had another idea about what she should be doing with her life and her abilities. She wanted to do work that would make her feel good about herself. – S.46

Die Kapitel sind immer sehr kurz gehalten, in der Regel haben die Kapitel nicht mehr als 4 Seiten. Im Buch passiert eine Menge, es geht Schlag auf Schlag und ich komme mir so ein bisschen vor wie in einer der CSI-Fernsehserien. Da ist die Taktung ähnlich hoch! Ständig gibt es neue Szenen mit anderen Protagonisten und an anderen Orten.

It pissed me off, but I understood. They had no witnesses, no leads, and no time to dig into the case, which had fallen directly to the bottom of the list. – S.255

Beim Lesen des Buchs ist mir sehr stark aufgefallen, dass James Patterson seine Spannung insbesondere durch diesen schnellen Takt der Ereignisse entstehen lässt und zum anderen aus der Gewalt. Die kommt nämlich definitiv nicht zu kurz. James Patterson geht dabei mehr so mit der „Hau-drauf-Methode“ vor. Gewalt wird nicht erst irgendwie angedeutet oder angedroht, sie passiert einfach. Und sie passiert sehr oft und sehr schrecklich. Im Buch wird viel gestorben und das keinesfalls auf natürlichem Wege. Okay, das ist Geschmackssache. Ich fand es nur etwas grob und phasenweise zu plump.

„14th Deadly Sin“ liest sich wahnsinnig gut weg und ist wirklich spannend, ein richtiger „Page-Turner“ eben. Die Unterhaltung hält hier definitiv die Fahne hoch. Raffiniert wurde es, wenn sich die Handlungsstränge der verschiedenen Personen miteinander verwoben. Das hat mir am allerbesten gefallen.

Fazit

Man kann prima auch in sehr späte Bände von James Patterson einsteigen! „14th Deadly Sin“ war ein richtig spannender Thriller mit hohem Unterhaltungswert. Die Frage ist nur, was vom Buch übrig bleibt, wenn man es gelesen hat.