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3 Gründe Monika Maron zu lieben – Eine Nachlese

Monika Maron

Vergangenen Mittwoch (14.1.15) war Monika Maron zu Gast in Chemnitz. Das Institut für Germanistik an der TU Chemnitz hatte geladen zu Lesung und Gespräch. Ich wusste natürlich schon beim Lesen der Pressemitteilung, dass es etwas Großes werden würde. So oft verirren sich namhafte Autoren nämlich nicht hierher. Die Ursachenforschung will ich aber jetzt nicht betreiben.

Monika Maron lass etwa eine Stunde aus ihrem neusten Buch vor: Zwischenspiel. Es erschien 2013 im Fischerverlag. Etwa 4 Abschnitte las sie vor und es zog mich immer tiefer in die Geschichte um Ruth und Olga hinein. Ruth erwacht am Tag von Olgas Begräbnis in ihrer Wohnung auf und muss feststellen, dass sie nicht mehr richtig sehen kann. Aber es hilft nichts, schließlich muss sie doch zur Beerdigung ihrer Freundin aufbrechen. Den Friedhof soll Ruth nicht finden, sie verfährt sich und bleibt auf einer Parkbank sitzen. In diesem Park geschehen seltsame Dinge – Ruth spricht sowohl mit Lebenden als auch mit Toten.

3 Gründe Monika Maron zu lieben

  1. Monika Maron schreibt tolle Bücher und versteht es, daraus vorzulesen.
    Ich weiß nicht, was da genau am Mittwochabend passiert ist, aber letztendlich konnte ich nach 3 Minuten des Zuhörens nicht mehr aufhören, an Marons Lippen zu hängen. Ich wollte nicht, dass sie aufhört zu lesen. Keinesfalls. Dabei hat Monika Maron nicht einmal eine so herausragende Lese-Stimme. Dennoch: Es war einer dieser Momente, in denen Literatur irgendwie zur Wirklichkeit wird. Die Geschichte baut sich vor dem geistigen Auge auf und es gibt nichts anderes mehr in der Welt.
  2. Monika Maron schert sich wenig um Konventionen.
    Es ist ihr egal, ob man als Autor nicht doch den Schluss des eigenen Buchs bei einer Lesung vorlesen sollte. Sie setzt sich darüber hinweg und macht es einfach. Das tut der Spannung der Veranstaltung keinen Abbruch und auch nicht dem Verlangen, das Buch zu lesen. Die vorgelesenen Passagen waren so schön, dass ich dennoch gern das Buch in Gänze lesen möchte. Ich habe es mir sogar schon zugelegt. Bald geht´s los.
  3. Monika Maron ist ein interessanter Gesprächpartner mit erfrischenden Antworten.
    Wen kann man bitte nicht lieben, wenn er auf die Frage, warum er schreibt, antwortet: „Ich schreibe, weil ich schreibe. Ich kann nichts besser als Schreiben.“ Mir reicht das als Antwort völlig. Da weiß ich, dass der Autor schreibt aus Berufung und Leidenschaft. Ich muss da auch nicht mehr nach tieferen Motiven bohren und irgendwas hineininterpretieren in den Schriftsteller.
    An Monika Maron gefällt mir ihre Haltung, sie ist auf eine Weise sehr pragmatisch, gerade heraus, ohne Scheu und versteht es, einen subtilen Humor in ihre Sätze zu packen. Wer traut sich denn schon, zu sagen, dass Margot Honecker so gut wie tot sei.

Es war ein gelungener Abend, das Highlight der Woche und vielleicht auch des Monats für mich, wenn man so will. Ich freue mich schon auf die Lektüre ihrer Bücher.

 

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