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Kinder des Bösen von Jan Hellstern [Rezension]

Kinder des Bösen Jan Hellstern

Wer war Frantisek Drtikol?

Dank Google war das auch nicht weiter tragisch. Frantisek Drtikol war ein bedeutender und erfolgreicher tschechischer Fotograf. Und schon durfte ich in den Lostopf. Diesmal hat mein Glück auch noch mitgespielt. Eigentlich wurde mein Interesse am Buch allein durch die Tatsache geweckt, dass der Handlungsort Prag ist. Seit August bin ich schon ein bisschen verliebt in Prag. Und dann ist da auch noch mein sehr geringes Tschechisch.

Der Titel klingt ein wenig übertrieben. Kinder des Bösen. Vielleicht sehe ich das zu eng, aber der Name hat schon etwas Reißerisches. Das Cover wiederum ist unscheinbar. Im Buchladen wäre es mir wohl nicht aufgefallen. Kinder des Bösen besitzen diese typische Krimigestaltung. Schwarzer Hintergrund weiße und rote Schrift und vielleicht noch ein Foto.  Aber man soll sich nicht immer von Oberflächlichkeiten leiten lassen.

Die Kinder des Bösen – Der Inhalt

Honsa Kralik ist jung, leidet an Polio und wurde einfach in einer schwierigen Zeit geboren. Es ist das Jahr 1945, also zur Zeit des 2. Weltkrieges. Bislang wurde Honsa vom Militärdienst verschont, doch nun soll auch er als Kanonenfutter enden. Deshalb flieht er vor der SS. Als Deserteur ist man quasi vogelfrei. Dennoch gelingt ihm die spektakuläre Flucht von Deutschland nach Prag, seiner Geburtsstadt. Hier trifft er die hübsche Lenka und einen mysteriösen Forensiker, der mehr weiß, als er zugeben möchte.

Kinder des Bösen

Meine Meinung

Kinder des Bösen ist einer der wenigen Krimis, die ich gelesen habe. Und ich bin wahnsinnig froh darüber.
In 60% aller Romane kommen mir die Charaktere zu kurz. Zu wenig Tiefgang, nur an der Oberfläche gekratzt, keine Entwicklung im Fortschreiten der Geschichte. Bei Kinder des Bösen ist das definitiv nicht so. Jan Hellstern schreibt sehr plastisch und geht auch sehr auf seine Figuren ein.
Honsa Kralik erscheint kurzzeitig, zu Beginn, recht schwächlich durch die Kinderlähmung und den überstarken Vater. Ich hatte sehr viel Mitleid mit ihm. Aber das war eigentlich überhaupt nicht nötig. Honsa ist ein starker und sehr sympathischer Charakter und entwickelt sich immer mehr je weiter er von seinem Vater und dem Hof wegkommt. Diese Vielschichtigkeit liebe ich in Büchern.
Jan Hellstern schafft es, die düstere Atmosphäre der damaligen Zeit recht gut einzufangen. Aber es wird niemals zu bedrückend. Kinder des Bösen bleibt immer spannend. Ich konnte nicht anders und musste es an 2 Abenden durchlesen.
Dann gibt es noch die kleinen Dinge im Buch, die Kinder des Bösen so besonders machen. Beispielsweise wäre da die Erzählung von den Raben oder folgender Satz:

„Du sollst deine Kinder ehren“ – Kinder des Bösen

Im Kontext, dass dies das 11. Gebot Gottes sein sollte. Da hatte ich Gänsehaut.
Das Schönste am Buch war der letzte Teil, erst dann erfährt man wirklich, wie alles zusammenhängt. Vorher hab ich das nicht bis ins Letzte durchblicken können, was in meinen Augen ein gutes Spannungsbuch ausmacht. Und irgendwie löste sich auch mit einem Schlag die ganz aufgestaute Spannung auf, so das ich sehr zufrieden war nach der Lektüre von Kinder des Bösen.

Fazit

Kinder des Bösen ist ein spannender Roman, den man gelesen haben sollte. Unbedingte Empfehlung!

5

 

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