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Ein Buch gegen Verzweiflung

Verzweiflung

Es gibt Momente im Leben, die sind definitiv nicht schön. Die Momente der Verzweiflung. Manchmal weiten sich diese Momente auch zu Stunden, Tagen, Wochen oder Monaten aus. Der eiserne Griff dieses unsäglichen Gefühls lässt uns nicht mehr los.Die Verzweiflung trennt uns wie ein Nebelschleier vom Leben. Vom Leben, das an Schönheit und leider auch an Bedeutung verliert. Ich laufe also mit meinem persönlichen Nebel durch die Welt. Es ist ein wahnsinnig dichter Nebel, andere können mich möglicherweise sehen, ich sie aber nicht. Für mich gibt es nichts anderes auf der Welt als meinen kleinen flauschigen Nebel – er begleitet mich zum Einkaufen, auf Arbeit, zum Sport, zur Uni, beim Spazierengehen und natürlich verschwindet er auch nicht, wenn ich die Wohnungstür schließe. Der Nebel bleibt treu.

Verzweiflung 1

Ich denke, keiner ist von Ereignissen verschont, die wirklich Verzweiflung auslösen. Die Frage ist nur, was macht man, um weiter zu leben. Denn die ewige Verweigerung ist doch keine Option, irgendwann muss man auch wieder zu sich selbst finden. Möglicherweise kann bei diesem Prozess ein Buch helfen. Gegen Verzweiflung empfehle ich ganz klar „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green. Okay, zunächst kann das Buch aufgrund des furchtbar traurigen Inhalts eine eigene Form von Hoffnungslosigkeit auslösen. Aber es gibt so viele Stellen im Buch, in denen man mal wieder den Spiegel vorgehalten bekommt. Denn das Leben ist schön, natürlich. Auch mit Schicksalsschlägen ist das Leben immer noch wunderschön. Der Nebel ist manchmal nur sehr dicht.

Gegen die Verzweiflung mit“Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green

Hazel ist totkrank, sie hat Krebs und wer weiß schon, wie lange sie noch leben wird. Dieses krebszerfressene Mädchen unterhält sich mit ihrem Vater und dieser sagt einen unglaublich schönen Satz: „Das Universum möchte bemerkt werden.“ Wie jetzt? Das soll ein schöner Satz sein? Ja. Ja. Ja!

Der Hintergrund ist etwas komplexer: Als Mensch sind wir sowohl das Produkt des Universums als auch Beobachter des Universums. Wir sind das einzige Lebewesen auf diesen Planeten, das über seine Taten reflektiert und ziemlich genau auch erfasst, welche Entwicklungen der gesamte Planet nimmt. Und das führt zu einer weiteren Frage – die muss übrigens jeder für sich selbst beantworten. Wird das Universum beeinflusst durch unsere Bewusstheit? Oder genauer sind wir als Mensch ein Zufallsprodukt oder wirklich ein beabsichtiges Resultat des Universums, weil es selbst nach Anerkennung und Beachtung strebt? Liebt das Universum Lebewesen, die versuchen, das Universum zu verstehen?

Ohne Zweifel ein philosophisches und auch religiöses Thema. Aber vielleicht hilft der Gedanke die eigenen Tragödien besser zu verstehen, egal ob es sich um Todesfälle, Krankheit oder auch anderes handelt.

Verzweiflung

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