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Mit der Bibliophilie in den Abgrund

Bibliophilie

Hallo. Mein Name ist Janine und ich bin süchtig nach Büchern. Abstinent bin ich schon seit etwa 10 Jahren nicht mehr. Allein in diesem Monat habe ich 10 Bücher gelesen beziehungsweise konsumiert. Ich schätze nicht, dass dieser Trend sich in Zukunft ändern wird. Es ist eine Katastrophe.

Wann wird das jemals wieder aufhören? Ständig bin ich auf der Suche nach neuen oder auch alten schönen Büchern. Jedes Jahr aufs Neue bekomme ich im März und im Oktober Schweißausbrüche vor Vorfreude. Dann finden die Buchmessen in Deutschland statt. Persönlich am schönsten ist für mich der März, denn dann kann ich auch wirklich an ihr teilnehmen. Die Buchmesse Leipzig ist nicht so weit weg und zumindest am Wochenende kann ich mir Zeit dafür nehmen. Im Oktober bleibt mir nur übrig, auf die Nachrichten von der Buchmesse in Frankfurt zu warten. Aber auch das ist schon unglaublich aufregend. Es wäre für mich nicht zum Aushalten, wenn ich eines Tages doch einmal nach Frankfurt fahren sollte. Wahrscheinlich bekomme ich dann einen Herzinfarkt und falle einfach um. Aber wer kann schon von sich behaupten, vor Freude gestorben zu sein?

Nervenaufreibend für mich und meinen Studentengeldbeutel ist auch die Zeit, wenn die neuen Verlagsprogramme erscheinen. Krampfhaft versuche ich mich von diesen fernzuhalten, aber es funktioniert einfach nicht. Es geht nicht. Es ist zum Heulen. Wenn man davon ausgeht, dass die wenigsten Verlage nur ein einziges Programm herausgeben, dann kann einen schon die blanke Verzweiflung packen. Aber das ist nicht genug. Gerade die größeren Verlage geben 3 oder sogar mehr dieser Hefte heraus. In den Verlagsprogrammen stehen dann die Neuankündigungen für die Bücher, welche demnächst veröffentlicht werden. Da können die Wünsche eines Bibliophilen nur ins Unermessliche wachsen.

Ebenso desaströs sind die vielen anderen Büchersüchtigen mit Blogs. Es vergeht keine Woche, in der ich nicht eine interessante Rezension lese. Der Austausch mit anderen Bibliophilen kann verherrende Auswirkungen haben. Manchmal könnte ich das Internet verteufeln. Diese ganzen Möglichkeiten. Wie soll man das nur aushalten?

Bibliophilie

Ich mein, früher – davon mal abgesehen, dass es eigentlich kein früher gab für mich – konnte man sich doch nur Anregungen in Buchläden oder im Freundes- und Familienkreis holen. Selbst das hat für den einen oder anderen schon ausgereicht, dass er von Büchern erschlagen wurde. Oder seinem Verlangen danach.

Andererseits gibt es zu bedenken, dass es weitaus Schlimmeres gibt als die Sucht nach guten Geschichten. Wenigstens schrumpft das Gehirn nicht, im Gegenteil es wird wohl größer. Und, wenn man es noch genauer betrachtet, was wäre das Leben nicht ohne irgendeine Leidenschaft? Wäre es dann überhaupt lebenswert?

Wie haltet ihr das so aus mit euren vielen Büchern? Oder würdet ihr überhaupt nicht von Bücher-Sucht sprechen?

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