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Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green [Rezension]

Das Schicksal ist ein mieser Verräter John Green

Zurzeit hört man ja ziemlich viel von Das Schicksal ist ein mieser Verräter. Auf der Spiegelbestsellerliste ist es, bei Lovelybooks wurde es hochgelobt und auf etlichen anderen Literaturblogs darf es sich auch austoben. So richtig wurde mein Interesse erst durch 5 Kundenanfragen nach dem Buch an einem Samstag geweckt. Bislang hatte ich Abstand zu Das Schicksal ist ein mieser Verräter gehalten, weil ich dachte, Krebsbuch – das ist nichts für mich.

Das Schicksal ist ein mieser Verräter 1

Die Gestaltung des Buchs finde ich wunderschön. Vor allem das Vorsatzpapier ist ein Hingucker. Leuchtend Rot mit weißer Pusteblume. Gibt es ein deutlicheres Symbol für Vergänglichkeit?

Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Hazel wird sterben. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Die Frage ist nur, wann. Eigentlich hätte sie auch schon längst ihrem Krebs erliegen müssen, aber glücklicherweise schlug ein neues Medikament bei ihr an. Der Krebs in Schilddrüse und Lunge wächst vorerst nicht weiter.
Hazel ist eigenbrötlerisch, sie schließt nicht viele Freundschaften. Auch aus dem Grund, dass sie eine Bombe ist, die jeden, der sie liebt mit sich reißt, wenn der unvermeidliche Tag kommt. Nichtsdestotrotz nimmt sie wöchentlich an einer Selbsthilfegruppe teil, mehr ihrer Mutter zur Liebe als für sich selbst. Hazel mag die Selbsthilfegruppe nicht sonderlich, sie nervt. Bis sie Augustus zum ersten Mal bei eben diesen Treffen sieht. Er ist intelligent, hat Humor und ist wahnsinnig schlagfertig. Gemeinsam diskutieren sie über Musik, Bücher, das Leben selbst und verlieben sich ineinander.

Meine Meinung

Ich hatte immer etwas Abstand zu Das Schicksal ist ein mieser Verräter gehalten. Ich lese nicht gern Krebsbücher, die sind immer so depressiv und machen mich traurig. Letztes Jahr hatte ich bereits 7 Minuten nach Mitternacht von Patrick Ness gelesen. Das hatte ich damals ganz gut verkraftet, aber es ging auch erst im letzten Drittel wirklich deutlich um den Tod und Krebs. Am Ende hatte im Fall von Das Schicksal ist ein mieser Verräter dann glücklicherweise doch die Neugier gesiegt.
Eigentlich ist fast alles eine Nebenwirkung des Sterbens. – Seite 9 Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Wenn mein Bewertungssystem 6 Sterne enthalten würde, Das Schicksal ist ein mieser Verräter hätte sie verdient, mehr noch als jedes andere Buch, was ich in diesem Jahr gelesen habe. Es ist eigentlich ziemlich schräg, was beim Lesen von Das Schicksal ist ein mieser Verräter in einem vorgeht. In einem Moment reichen 3 Taschentücher nicht und im nächsten Absatz hatte ich Bauchschmerzen vor Lachen. John Green kitzelt das Letzte an Gefühlen aus dem Leser. Wie er das macht, keine Ahnung. Er tut es einfach.

Wir machen die Verlorenen nicht unsterblich, indem wir über sie schreiben. Schreiben erhält nicht am Leben, es begräbt. – Seite 106 Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Das Schicksal ist ein mieser Verräter macht weder depressiv noch todtraurig. Es ist ein Trostbuch und ermutigt das eigene Leben zu leben, egal was gerade gründlich schief läuft. Natürlich endet Das Schicksal ist ein mieser Verräter nicht mit einem Happy End. Wie sollte es auch? Das ist nicht schlimm und das wird auch niemand vermissen, der dieses Buch wirklich gelesen hat.

Fazit

Das Schicksal ist ein mieser Verräter ist ein Buch, das seinesgleichen sucht. Lesepflicht!

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2 Kommentare

  1. Ich habe auch erst Abstand gehalten, zum einen wie du sagtest, weil „Krebsbuch ist nicht meins“, zum anderen werde ich aber auch immer skeptisch, wenn ein Buch im Internet zu sehr gehyped wird. Das ist in 90% der Fälle Schrott, der irgendwelche richtig gute Literatur auf schlechte Weise kopiert. Aber irgendwann siegte dann doch die Neugierde, und ich bin nicht traurig, dass ich mich habe überreden lassen. Ich habe zwar auch schon bessere Bücher gelesen, aber „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist dennoch ein Roman, den ich jedem empfehlen würde. Ein wirklich tolles Buch, dass den Hype verdient!
    Liebe Grüße
    Kerstin

  2. Hallo Kerstin,

    mir geht es ähnlich wie dir, was diese Hypes anbelangt. Meistens ist da nicht mehr als viel heiße Luft dahinter. Literarischen zum Übergeben. Ich frag mich dann immer, wie kann es so viele Leute geben, die auf das Buch stehen? Was lesen die sonst so? Oder möglicherweise steckt da auch eine „geniale“ Marketingsagentur dahinter. Bisher kann ich da nur Vermutungen anstellen.

    Viele Grüße
    Janine

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