Abwesenheitsnotiz von Lisa Owens oder wie blockiere ich mich selbst

Abwesenheitsnotiz Lisa Owens CO

Besonders gern lese ich Bücher, die von jungen Frauen im Alter zwischen 20 und 39 Jahren geschrieben wurden. Wann diese Liebe zu den jungen Autorinnen angefangen hat, weiß ich gar nicht mehr. Bei solchen Büchern habe ich immer ein bisschen das Gefühl, dass sie mich betreffen: Meinen Alltag, meine Probleme, meine Gedanken. Komprimiert könnte man sagen, es sind Bücher meiner Generation für meine Generation. Manche Figuren sind dann auch tatsächlich ziemlich nah an mir dran, andere sind hingegen so weit entfernt wie die Erde vom Stern Aldebaran im Sternenbild Stier, also konkret heißt das 65 Lichtjahre. Auf Claire Flannery aus „Abwesenheitsnotiz“ und mich trifft dieser Sternenvergleich ziemlich gut zu.

Rosegarden – Imperium für Geschichten

Rosegarden CO

Neben Büchern lese ich auch wahnsinnig gern Zeitschriften und Magazine. Wenn ich vom Tag völlig erschöpft bin, dann ziehe ich die Kurzweiligkeit vieler Magazine der Langatmigkeit mancher Bücher vor. Nach mehreren Stunden Arbeit an meiner Bachelorthesis oder nach einer langen Sitzung des Student_innenrats an der Uni bin auch ich geistig nicht mehr so aufnahmefähig, dass ich 20 Buchseiten weglesen kann und dann noch weiß, worum es ging. Bei Zeitschriften erstrecken sich selbst Titelstorys nicht auf mehr als 3 Doppelseiten – das behalte ich in meinem Kopf. Schon seit einiger Zeit nehme ich mir vor, ganz besondere Magazine auch mal auf meinem Blog vorzustellen und deshalb gibt es jetzt eine neue Reihe: MagazinLiebe! Magazine und Zeitschriften müssen sich nicht hinter Büchern verstecken: Sie können genauso tiefgreifend sein, wunderschön gestaltet und inspirierend sind sie ebenfalls. Die Serie MagazinLiebe möchte ich beginnen mit einer Neuentdeckung: Rosegarden – Imperium für Geschichten.

8 Gründe, warum das Literaturcamp Heidelberg toll war

Literaturcamp Heidelberg CO

Am vergangenen Wochenende (11. & 12. Juni) war das Literaturcamp Heidelberg (#litcamp16) und ich war auch dabei. Um daran teilnehmen zu können habe ich mit Diana insgesamt 9 Stunden Autofahrt absolviert, drei Übernachtungen im Hostel gebucht sowie ungefähr 50€ (ich allein) für Essen ausgegeben. Und ich bin glücklich darüber, weil es ganz tolle Tage in Heidelberg waren. Um dir einen kleinen Überblick darüber zu geben, was so schön an diesem Barcamp für Literatur war, zähle ich dir ein paar Gründe auf:

Die 5 ungewöhnlichsten Liebesgeschichten

Liebesgeschichten CO

Es ist Frühsommer, die Sonne scheint, die Blumen blühen und Menschen verlieben sich. Oder sie trennen sich gerade oder sie haben Liebeskummer oder sie heiraten doch. Besonders zu dieser Zeit im Jahr gibt es viele Hochzeiten und genau das nehme ich zum Anlass, um 5 Liebesgeschichten vorzustellen, die ich sehr gern gelesen habe. Ich verspreche dir, dass es sich dabei nur um den minimal erforderlichsten Kitsch handelt, der eben für so eine Liebesgeschichte nötig ist.

Anneliese Mackintosh: So bin ich nicht

Anneliese Mackintosh CO

Es gibt Bücher, gegen die ich beim Lesen regelrecht kämpfen muss. Diese Bücher sind alles andere als leicht verständlich und schon gar nicht leicht oder schnell zu lesen. Sie beanspruchen meine ganze Aufmerksamkeit, auch dann, wenn ich überhaupt nicht in ihnen lese. Meine Gedanken kreisen dann immer um dieses Buch. Also denke ich an das Buch: Wenn ich meine Zähne putze; Wenn ich mir Mittagessen koche; Wenn ich mich schminke; Wenn ich in der Uni in einer Vorlesung sitze und eigentlich zuhören sollte; Wenn ich auf Arbeit an einer Excel Tabelle herumdoktere; Wenn ich meinen Freund küsse; Wenn ich in einem anderen Buch lese und auch nachts, wenn ich viel lieber schlafen würde. Bücher dieser Art machen mein Leben als Leser und Buchblogger zur Hölle, weil sie mich noch einige Zeit verfolgen. Vielleicht verfolgen sie mich auch für den Rest meines Lebens – zumindest ist das so im Fall von Oscar Wildes „Das Bildnis des Dorian Gray“, das habe ich mit 16 gelesen und seitdem geht es mir dreckig.

Kafi Freitag oder Antworten für das Leben

Kafi Freitag CO

Es gibt immer etwas, worüber gegrübelt werden kann. In meinem Leben gab es bisher noch keine Zeit, in welcher ich ganz und gar sorgenfrei war. Ein kleiner Riss im sonst glatten Alltag war da immer, wird da wohl immer sein. Bald werde ich mit meinem Freund zusammenziehen. Das ist eine wunderschöne Sache und ich freue mich darauf riesig. Ich hoffe inbrünstig, dass das klappt und wir uns auch in Zukunft ertragen können.

Wie ich mich an einem verregneten Tag im Juni ins Lesen verliebte

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Mit 14 Jahren hatte ich keine Lust auf die Welt. Ich hatte keine Lust, mich mit anderen Menschen auseinanderzusetzen. Damals hat mich alles genervt und es war unendlich anstrengend. Zum Glück bin ich mittlerweile zu alt für diesen pubertären Hormon-Cocktail aus Melancholie, Hass und Smirnoff Ice. Das alles habe ich hinter mir gelassen und ich wünsche mir diese süße Zeit der Jugend, wie sie von manchen Leuten glorifiziert wird, definitiv nicht zurück. Es war nicht die aufregende Zeit des „Alles-mal-Ausprobierens“ und der ersten großen Liebe. Für mich war es die Zeit des Weltuntergangs, auf den ich voller Inbrunst gewartet habe und bis es soweit war, habe ich eben am Computer die Nächte durchgezockt und mir nebenbei Horrorfilme im Fernseher reingezogen. Ich war furchtbar.

Freedom Bar von D. Bielmann: Der Ausbruch aus dem Alltag

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Mein Leben ist langweilig, zumindest ist das manchmal so. Dann bin ich gefangen in Endlosschleifen: Der Wecker klingelt, das Teewasser kocht, der Dieselmotor meines Autos springt an und dann bin ich auf Arbeit. Was mache ich da? Und für wen verschwende ich gerade meine Lebenszeit? Fragen, auf die ich nur bedingt eine Antwort geben kann. Und dir wird es wohl ähnlich gehen, auch du hast keine Antworten. Schule, Studium, Arbeit – die Wiederholung ist der ständige Begleiter der Neuzeit. Aber jetzt verkläre ich romantisch, im Mittelalter war es für den gewöhnlichen Hans-Pampel auch nicht besser. David Bielmann erzählt in seinem Buch „Freedom Bar“ von gewöhnlichen Menschen, die auch bei mir um die Ecke leben könnten. Eigentlich vergeht der Alltag schleichend, aber dann passiert plötzlich irgendwas und die ganze Welt ist ein bisschen anders.

The Wander Society von Keri Smith

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Buchläden sind wundervolle Orte, manchmal sind es auch magische Orte. Keri Smith war vor etlichen Monaten in ihrer Lieblingsbuchhandlung stöbern. Es ist eine dieser alten und staubigen Buchhandlungen, die noch vom Inhaber geführt werden und noch nicht von irgendeiner charakterlosen Filialkette aufgekauft worden sind. Keri Smith geht gern schlendern, greift nach diesem und jenem Buch in den Regalen und lässt sich überraschen, was sie so findet. Ich kenne dieses Gefühl sehr gut, es ist auch meine liebste Art, mich durch Buchläden zu bewegen. Dabei kann man so viel entdecken und häufig sind es bei mir die Zufallsfunde, die mich am meisten bewegen und manchmal sogar verändern.

#buchpassion ist das neue #litporn

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Auch wenn ihr es nicht mitbekommen habt, ich habe heimlich an der Literaturaktion gewerkelt. Und nein, ich spinne jetzt nicht. Nachdem ich die ersten Kommentare und Nachrichten zu #litporn bekommen habe, habe ich mich doch nochmal entschieden, die Literaturaktion anders zu nennen. Nein, ich ziehe jetzt nicht den Schwanz ein oder habe mein Rückgrat auf Ebay verkauft. Mir geht es bei dieser Literaturaktion nicht darum, mein Ego über das aller anderen zu stellen und schonungslos mein Ding durchzudrücken. Ich hätte gern provoziert mit #litporn, aber ich bin da auch eher radikal. Schließlich mag ich auch ganz besonders den Literaturblog Literakt, die meisten Menschen, denen ich das zeige, finden diese Seite scheußlich. Für mich ist es eine sehr mutige Art, auf Literatur aufmerksam zu machen.